
Ein Kuss, der keiner war: Shakiras Auftritt und die spanische Version von „Dai Dai“
In Arlington sorgte eine zärtliche Geste auf den Stadionbildschirmen für Spekulationen – doch es war ihr Sohn Milan. Wenig später kündigte die Sängerin die spanische Fassung ihres WM-Hits an.
In den kurzen Kameraeinstellungen, die das Publikum im AT&T Stadium von Arlington, Texas, auf die Großbildschirme übertrug, wirkte es für einen Augenblick wie die Geste eines Liebhabers: Ein Mann beugte sich zu Shakira hinüber und küsste sie. Die kolumbianische Sängerin war zum Spiel Argentinien gegen Österreich gekommen, und sofort schossen in den sozialen Netzwerken die Spekulationen ins Kraut – eine neue Romanze, gar eine Versöhnung mit dem früheren Partner Antonio de la Rúa. Doch was die Kamera eingefangen hatte, war kein Liebesbeweis, sondern die Zärtlichkeit eines Dreizehnjährigen. Shakira saß nicht mit einem unbekannten Begleiter auf der Tribüne, sondern mit ihren Söhnen Milan und Sasha; der vermeintliche Kuss galt seiner Mutter, die den Moment lächelnd himnahm.
Der Besuch galt nicht allein dem Spiel. Shakira nutzte die Kulisse, um eine Nachricht zu verkünden, die vor allem ihre lateinamerikanischen Hörer elektrisierte: Die spanische Version von „Dai Dai“, dem offiziellen Song der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, werde am folgenden Tag veröffentlicht. In einem Video, das Telemundo verbreitete, sprach sie mit leuchtenden Augen von der „großen Überraschung“ und kündigte an, die neue Fassung während der Partie Kolumbien gegen die Demokratische Republik Kongo in Guadalajara zu präsentieren. Zugleich schwärmte sie von Lionel Messi, der an diesem Abend zum erfolgreichsten Torschützen der WM-Geschichte aufstieg, und von der Leistung des kolumbianischen Stürmers Lucho Díaz. So verband sich der sportliche Höhepunkt mit einer musikalischen Ankündigung, die den Puls einer ganzen Hörerschaft beschleunigte.
Shakiras Verhältnis zur Fußballweltmeisterschaft ist beinahe ein eigenes Kapitel der Popgeschichte. Seit „Waka Waka (This Time for Africa)“ 2010 in Südafrika und „La La La“ 2014 in Brasilien liefert sie die Klangtapete, unter der sich globale Turniere ins kollektive Gedächtnis einschreiben. „Dai Dai“, im Original gemeinsam mit dem nigerianischen Afrobeats-Star Burna Boy aufgenommen, verwebt lateinamerikanische und afrikanische Rhythmen zu einem hybriden Gebilde, das die auf 48 Mannschaften erweiterte und über drei Gastgeberländer verteilte WM klanglich spiegelt. Die visuelle Inszenierung des offiziellen Videos zitiert die Farben Kolumbiens – Gelb und Blau – und stellt Kinder in Trikots verschiedener Nationen ins Zentrum, ein Bild, das den multikulturellen Anspruch des Turniers unterstreicht.
Die Resonanz auf das englische Original war bereits vor der spanischen Fassung beträchtlich. Auf YouTube verzeichnete der Song innerhalb eines Monats über 220 Millionen Aufrufe, und in den britischen Streaming-Charts stieg er in der Verkaufswoche auf Platz 44 ein, während gleichzeitig das anderthalb Jahrzehnte alte „Waka Waka“ erstmals in die britische Streaming-Hitliste gelangte. Aus lateinamerikanischer Perspektive aber fehlte etwas: die Muttersprache der Sängerin und eines großen Teils ihres Publikums. Die Ankündigung der spanischen Version schloss diese Lücke und verwandelte das Spiel Kolumbiens in Guadalajara in einen doppelten Erwartungsmoment – auf den Einzug in die K.o.-Runde und auf die vertrauten Silben einer Künstlerin, deren Stimme für viele zum Inventar der Weltmeisterschaften gehört.
Wenn am Abend des 23. Juni im Estadio Akron die spanischen Zeilen von „Dai Dai“ über die Lautsprecher strömen, wird der flüchtige Kuss aus Texas längst vergessen sein. Geblieben aber ist das Bild einer Sängerin, die mit ihren Söhnen auf der Tribüne saß, den Blick auf Messi gerichtet, und deren Lieder seit einer Generation die großen Fußballabende begleiten – ein Echo, das nun in einer neuen Sprache weiterklingt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Meldung stellt klar, dass Shakira mit ihrem Sohn Milan im Stadion war, nicht mit einem neuen Partner, und widerlegt damit Gerüchte. Sie kündigte die spanische Version von 'Dai Dai' an, die während des Spiels Kolumbiens Premiere feiert und ihre lateinamerikanischen Wurzeln sowie die Verbindung zur WM unterstreicht.
Shakira setzt ihre Dominanz in der WM-Musik fort und veröffentlicht eine spanische Version von 'Dai Dai' mit Burna Boy, um die globale Reichweite des Turniers 2026 zu nutzen. Ihr Auftritt mit Sohn Milan unterstreicht ihre anhaltende Star-Power und ihr kommerzielles Geschick.
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