
Nordkorea testet neue Offensivwaffen – Südkorea plant 500.000 Drohnenkrieger
Pjöngjang und Seoul rüsten parallel auf: Während Kim Jong Un den Ausbau einer „tödlichen Offensivhaltung“ anordnete, kündigte das südkoreanische Verteidigungsministerium an, alle Soldaten zu Drohnenoperateuren auszubilden.
Am selben Tag, an dem Nordkorea nach eigenen Angaben eine modernisierte 240-mm-Mehrfachraketenwerferanlage, einen taktischen ballistischen Gefechtskopf und eine 155-mm-Haubitze mit erweiterter Reichweite testete, gab Südkorea bekannt, seine gesamten Streitkräfte von 500.000 Mann zu „Drohnenkriegern“ ausbilden zu wollen. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, Machthaber Kim Jong Un habe die Tests persönlich beaufsichtigt und sich zufrieden gezeigt. Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, die Ausbildung solle Drohnen zu einer „zweiten persönlichen Waffe“ jedes Soldaten machen; bis 2029 sollen 110.000 unbemannte Systeme beschafft werden.
Aus Pjöngjanger Sicht dienen die Waffentests dem Ausbau einer „tödlichen und zerstörerischen Offensivhaltung“, die es keinem Gegner erlaube, sich mit dem Land anzulegen. Kim wurde von KCNA mit den Worten zitiert, den Feinden ständige Unruhe und Angst zu bereiten, sei ein wesentlicher Teil der Kriegsabschreckung. Der neu erprobte Raketenwerfer verfügt demnach über eine Reichweite von 90 Kilometern und kann von Stellungen nahe der Grenze aus Teile des Großraums Seoul erreichen. Der getestete Spezialgefechtskopf sei darauf ausgelegt, Flugplätze, Häfen und Energieanlagen des Gegners zu zerstören. In Seoul verwies Verteidigungsminister Ahn Gyu-back auf die Lehren aus dem Ukraine-Krieg und den Konflikten im Nahen Osten: Günstige, in großer Zahl eingesetzte Drohnen veränderten die Kriegführung grundlegend. Zugleich warnte er, Nordkorea entwickle seine Drohnenfähigkeiten weiter und erhalte dabei Technologie aus Russland.
Die parallelen Ankündigungen verdeutlichen eine sich beschleunigende Rüstungsdynamik auf der koreanischen Halbinsel. Während Pjöngjang seine konventionellen und nuklearen Offensivkapazitäten entlang der Demarkationslinie ausbaut, reagiert Seoul mit einer Dezentralisierung der Drohnenkriegführung und dem Aufbau von Abwehrsystemen wie Laser- und Mikrowellenwaffen. Militäranalysten in der Region weisen darauf hin, dass Nordkorea durch die Entsendung Tausender Soldaten in den Ukraine-Krieg direkte Gefechtserfahrung im großflächigen Drohneneinsatz sammelt. Südkorea wiederum will mit dem Programm auch dem demografisch bedingten Personalmangel begegnen und setzt auf rein inländische Komponenten, um Sicherheitsrisiken durch chinesische Zulieferteile auszuschließen.
Die Waffentests fielen mit dem Jahrestag des Ausbruchs des Koreakriegs 1950 zusammen und folgen auf die Indienststellung des ersten modernen Zerstörers Nordkoreas. Diplomatische Gespräche zwischen Washington und Pjöngjang liegen weiter auf Eis; Kim Jong Un besteht auf der Aufhebung der Vorbedingung einer Denuklearisierung. Südkoreas Drohnenoffensive ist auch eine Reaktion auf die politische Aufarbeitung einer gescheiterten Drohnenoperation unter dem früheren Präsidenten Yoon Suk Yeol, der dafür zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde. Die neue Regierung in Seoul hat das zentrale Drohnenkommando aufgelöst und setzt nun auf eine breite, einheitenbasierte Nutzung. Die Beschaffung der 20.000 kostengünstigen Loitering-Munition soll bis 2030 abgeschlossen sein; Nordkorea verfolgt unterdessen seinen Fünfjahresplan zur Modernisierung der Artillerie- und Raketenstreitkräfte weiter.
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Nordkoreas jüngste Waffentests unterstreichen das Streben nach einer 'tödlichen und zerstörerischen' Offensivfähigkeit, wobei Kim Jong Un die Starts persönlich überwachte. Die Zurschaustellung, nur wenige Tage nach der Indienststellung des ersten Zerstörers, signalisiert eine beschleunigte militärische Aufrüstung, die die regionalen Sicherheitssorgen verschärft.
Nordkoreas Grenzbefestigungen haben einen Riss zwischen Seoul und dem UN-Kommando offengelegt, wobei letzteres sich weigert, sie als Waffenstillstandsverletzung einzustufen. Der Streit erstreckt sich auf Meinungsverschiedenheiten über den Zugang zur entmilitarisierten Zone und die künftige Rolle der US-Streitkräfte, was Fehlausrichtungen zwischen Südkorea und Washington über den Hauptzweck der amerikanischen Truppenpräsenz offenbart.
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