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Geopolitik & PolitikSonntag, 28. Juni 2026

Israel greift trotz Rahmenvereinbarung im Libanon an – Hisbollah erklärt Abkommen für null und nichtig

Einen Tag nach Unterzeichnung eines US-vermittelten Abkommens tötete ein israelischer Drohnenangriff einen Menschen im Südlibanon; die Hisbollah wies die Vereinbarung als „demütigend“ zurück.

Ein israelischer Drohnenangriff hat am Samstag in der südlibanesischen Stadt Nabatieh al-Fawqa einen Menschen getötet und mindestens zwei weitere verletzt – nur einen Tag, nachdem Israel und der Libanon in Washington ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen für einen dauerhaften Frieden unterzeichnet hatten. Israels Militär erklärte, der Schlag habe einer akuten Bedrohung seiner Truppen gegolten. Der Führer der Hisbollah, Naim Qassem, verurteilte das Abkommen wenige Stunden später in einer scharfen Erklärung als „demütigend, beschämend und eine Preisgabe der Souveränität“ und erklärte es für „null und nichtig“.

Das vier Punkte umfassende Abkommen sieht vor, dass Israel seine Truppen schrittweise aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses abzieht und die libanesischen Streitkräfte die alleinige Kontrolle über die geräumten Zonen übernehmen. Allerdings gestattet es den israelischen Streitkräften, vorerst in einer erweiterten Sicherheitszone von bis zu zehn Kilometern Tiefe auf libanesischem Territorium zu bleiben. Aus israelischer Sicht ist die Präsenz notwendig, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nannte die Vereinbarung einen „historischen Schlag gegen Iran und die Hisbollah“. Verteidigungsminister Israel Katz wies die Armee an, sich auf einen „verlängerten Aufenthalt“ in der Sicherheitszone einzustellen – eine Klausel, die auch die USA und die libanesische Regierung akzeptiert hätten.

Die Hisbollah, die nicht an den seit April laufenden direkten Verhandlungen beteiligt war, sieht in der Verknüpfung von israelischem Rückzug und eigener Entwaffnung eine Überschreitung aller „roten Linien“. Qassem forderte stattdessen die Umsetzung des iranisch-amerikanischen Memorandums, das nach Teheraner Lesart die territoriale Integrität des Libanon garantiert. Der Iran beharrt darauf, dass jede Beendigung des breiteren regionalen Konflikts den Libanon einschließen müsse. In Beirut protestierten Hisbollah-Anhänger am Freitagabend gegen das Abkommen; die Amal-Bewegung von Parlamentssprecher Nabih Berri kritisierte es als unausgewogen.

Die libanesische Regierung unter Präsident Joseph Aoun wertete das Abkommen hingegen als ersten Schritt zur Wiederherstellung der Souveränität. Auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte es als „fundamentalen Schritt weg von einer Eskalation“. Frankreich erklärte sich bereit, zur Umsetzung beizutragen. Doch die anhaltenden Feindseligkeiten – begleitet von der Drohung Katz’, jeden iranischen Versuch, das Abkommen zu torpedieren, mit „großer Härte“ zu beantworten – nähren Zweifel an der Tragfähigkeit. Seit der Eskalation am 2. März, als die Hisbollah als Vergeltung für die Tötung des iranischen Obersten Führers Raketen auf Israel abfeuerte, wurden nach libanesischen Angaben über 4.000 Menschen getötet und mehr als 1,2 Millionen vertrieben.

Das von den Chefunterhändlern beider Länder unterzeichnete Papier, das US-Außenminister Marco Rubio als „Anfang des Anfangs“ bezeichnete, sieht Pilotzonen vor, in denen die libanesische Armee die ausschließliche Kontrolle übernehmen soll – ein Modell, das bei nachgewiesener Entwaffnung nichtstaatlicher Akteure ausgeweitet werden könnte. Die Umsetzung bleibt jedoch ungewiss, da die Hisbollah weiteren bewaffneten Widerstand ankündigte und israelische Militärs von einem notwendigen langfristigen Engagement sprechen. Die nächste Bewährungsprobe dürfte die Frage sein, ob und wann die vertriebenen schiitischen Bewohner in die noch besetzten Gebiete zurückkehren können.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Israelische PresseIndische & südasiatische Presse
Israelische Presse
TriumphPragmatismus

Netanyahu presents the deal as a historic victory that strengthens Israel and weakens Hezbollah and Iran, reaffirming Israel's right to maintain a security zone in southern Lebanon until disarmament. The strike is portrayed as a necessary defensive action against a threat.

Indische & südasiatische Presse
EmpörungSkepsis

Hezbollah's leader rejects the US-brokered deal as a humiliating surrender that legitimizes Israeli occupation and violates Lebanese sovereignty. The group vows to continue resistance until full Israeli withdrawal, dismissing the framework as null and void.

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Israel greift trotz Rahmenvereinbarung im Libanon an – Hisbollah erklärt Abkommen für null und nichtig

Einen Tag nach Unterzeichnung eines US-vermittelten Abkommens tötete ein israelischer Drohnenangriff einen Menschen im Südlibanon; die Hisbollah wies die Vereinbarung als „demütigend“ zurück.

Ein israelischer Drohnenangriff hat am Samstag in der südlibanesischen Stadt Nabatieh al-Fawqa einen Menschen getötet und mindestens zwei weitere verletzt – nur einen Tag, nachdem Israel und der Libanon in Washington ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen für einen dauerhaften Frieden unterzeichnet hatten. Israels Militär erklärte, der Schlag habe einer akuten Bedrohung seiner Truppen gegolten. Der Führer der Hisbollah, Naim Qassem, verurteilte das Abkommen wenige Stunden später in einer scharfen Erklärung als „demütigend, beschämend und eine Preisgabe der Souveränität“ und erklärte es für „null und nichtig“.

Das vier Punkte umfassende Abkommen sieht vor, dass Israel seine Truppen schrittweise aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses abzieht und die libanesischen Streitkräfte die alleinige Kontrolle über die geräumten Zonen übernehmen. Allerdings gestattet es den israelischen Streitkräften, vorerst in einer erweiterten Sicherheitszone von bis zu zehn Kilometern Tiefe auf libanesischem Territorium zu bleiben. Aus israelischer Sicht ist die Präsenz notwendig, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nannte die Vereinbarung einen „historischen Schlag gegen Iran und die Hisbollah“. Verteidigungsminister Israel Katz wies die Armee an, sich auf einen „verlängerten Aufenthalt“ in der Sicherheitszone einzustellen – eine Klausel, die auch die USA und die libanesische Regierung akzeptiert hätten.

Die Hisbollah, die nicht an den seit April laufenden direkten Verhandlungen beteiligt war, sieht in der Verknüpfung von israelischem Rückzug und eigener Entwaffnung eine Überschreitung aller „roten Linien“. Qassem forderte stattdessen die Umsetzung des iranisch-amerikanischen Memorandums, das nach Teheraner Lesart die territoriale Integrität des Libanon garantiert. Der Iran beharrt darauf, dass jede Beendigung des breiteren regionalen Konflikts den Libanon einschließen müsse. In Beirut protestierten Hisbollah-Anhänger am Freitagabend gegen das Abkommen; die Amal-Bewegung von Parlamentssprecher Nabih Berri kritisierte es als unausgewogen.

Die libanesische Regierung unter Präsident Joseph Aoun wertete das Abkommen hingegen als ersten Schritt zur Wiederherstellung der Souveränität. Auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte es als „fundamentalen Schritt weg von einer Eskalation“. Frankreich erklärte sich bereit, zur Umsetzung beizutragen. Doch die anhaltenden Feindseligkeiten – begleitet von der Drohung Katz’, jeden iranischen Versuch, das Abkommen zu torpedieren, mit „großer Härte“ zu beantworten – nähren Zweifel an der Tragfähigkeit. Seit der Eskalation am 2. März, als die Hisbollah als Vergeltung für die Tötung des iranischen Obersten Führers Raketen auf Israel abfeuerte, wurden nach libanesischen Angaben über 4.000 Menschen getötet und mehr als 1,2 Millionen vertrieben.

Das von den Chefunterhändlern beider Länder unterzeichnete Papier, das US-Außenminister Marco Rubio als „Anfang des Anfangs“ bezeichnete, sieht Pilotzonen vor, in denen die libanesische Armee die ausschließliche Kontrolle übernehmen soll – ein Modell, das bei nachgewiesener Entwaffnung nichtstaatlicher Akteure ausgeweitet werden könnte. Die Umsetzung bleibt jedoch ungewiss, da die Hisbollah weiteren bewaffneten Widerstand ankündigte und israelische Militärs von einem notwendigen langfristigen Engagement sprechen. Die nächste Bewährungsprobe dürfte die Frage sein, ob und wann die vertriebenen schiitischen Bewohner in die noch besetzten Gebiete zurückkehren können.

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TriumphPragmatismus

Netanyahu presents the deal as a historic victory that strengthens Israel and weakens Hezbollah and Iran, reaffirming Israel's right to maintain a security zone in southern Lebanon until disarmament. The strike is portrayed as a necessary defensive action against a threat.

Indische & südasiatische Presse
EmpörungSkepsis

Hezbollah's leader rejects the US-brokered deal as a humiliating surrender that legitimizes Israeli occupation and violates Lebanese sovereignty. The group vows to continue resistance until full Israeli withdrawal, dismissing the framework as null and void.

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