
Bidens Attacke auf Trumps „Eitelkeitsprojekte“ und die Algenblüte im Spiegelbecken
Joe Biden rechnet mit Donald Trumps Amtsführung und Washingtoner Renovierungen ab, während die Sanierung des Lincoln-Spiegelbeckens zur politischen Chiffre wird.
Zwei Jahre nach dem TV-Duell, das seine Kandidatur beendete, hat der frühere US-Präsident Joe Biden bei einer Veranstaltung der Demokraten in Maryland eine scharfe Attacke auf Amtsinhaber Donald Trump geritten. Der 83-Jährige warf Trump „ungehemmte Korruption“ vor und verspottete dessen Umbauprojekte in der Hauptstadt – darunter den Abriss des Ostflügels für einen Ballsaal, die Umbenennung des Kennedy Centers und die Renovierung des Reflecting Pool. Letztere entwickelte sich zu einem Symbol für das, was Biden als Mischung aus Narzissmus und Inkompetenz bewertet.
Aus Washingtoner Regierungskreisen wird die heftige Algenblüte im historischen Wasserbecken dagegen auf Vandalismus zurückgeführt: Unbekannte hätten das Becken mit Chemikalien verunreinigt und die neu aufgebrachte dunkelblaue Beschichtung aufgeschlitzt. Die Nationalparkverwaltung legte ein unscharfes Überwachungsvideo vor, das eine Person mit der Hand im Wasser zeigt. Wissenschaftler der University of Maryland und der George Mason University widersprechen dieser Darstellung jedoch; sie verweisen auf die dunkle Farbgebung, die das Wasser stärker aufheize, sowie auf phosphor- und stickstoffreiches Leitungswasser als idealen Nährboden für Algen – ein Effekt, der durch die sommerliche Hitze noch verstärkt werde.
In der demokratischen Partei wird Bidens Vorstoß mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Während der Auftritt die Basis mobilisieren soll, sind viele Funktionäre frustriert über das Nachwirken der verlorenen Wahl 2024 und die anhaltende Sichtbarkeit der Biden-Familie. Jill Bidens Memoiren und Hunter Bidens öffentliche Provokationen reissen alte Wunden auf. Der linke Parteiflügel gewinnt an Einfluss, was gemäßigte Kräfte weiter unter Druck setzt. Beobachter in Berlin registrieren die innenpolitische Erosion mit Sorge, da sie eine verlässliche transatlantische Führung erschwert.
Die Kontroverse um das Spiegelbecken fällt in die Vorbereitungen zum 250. Unabhängigkeitsjubiläum am 4. Juli, das Trump als Bühne für seine Renovierungserfolge nutzen will. Das Innenministerium kündigte Untersuchungen an, während die oppositionellen Gouverneure mehrerer Bundesstaaten ihre offiziellen Delegationen aus Kostengründen und wegen der politischen Aufladung zurückgezogen haben. Der rechtliche Streit um die Kennedy-Center-Benennung bleibt ungelöst. Bidens Appell an die Demokraten, sich für die Kongresswahlen im November zu formieren, zeigt, dass der inneramerikanische Grabenkampf an Schärfe gewinnt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Biden griff Trump scharf an, weil er seit seiner Rückkehr an die Macht Milliarden eingestrichen habe, und nannte dies schamlos und eine Schande für das Land. Die Rede stellte Trumps Präsidentschaft als korruptes Geldverdien-Schema dar.
Bidens scharfe Kritik an Trump wurde von seinem unbeholfenen Kampf, den Ausgang zu finden, überschattet, der Hilfe erforderte und Fragen zu seinem öffentlichen Auftreten aufwarf.
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