
Ebola-Ausbruch im Kongo erreicht vierte Provinz – Frankreich bestätigt ersten Fall
Die Ausbreitung auf Haut-Uélé und ein importierter Fall in Frankreich erhöhen den Handlungsdruck angesichts fehlender Impfstoffe und Therapien gegen die seltene Bundibugyo-Variante.
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat mit der Provinz Haut-Uélé eine vierte Region erfasst. Gleichzeitig bestätigte Frankreich am Montag einen ersten importierten Fall: Ein aus dem Epidemiegebiet zurückgekehrter Arzt wird in einem Spezialzentrum isoliert, Kontaktpersonen stehen unter 21-tägiger häuslicher Quarantäne. Nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden vom späten Sonntagabend beläuft sich die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen auf 1.274, 360 Menschen sind gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer Dynamik, die sich schneller als die Gegenmaßnahmen ausbreite.
Verursacher ist die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus, für die weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie existiert. Erste Verdachtsfälle reichen nach epidemiologischen Hinweisen bis in den Januar zurück; die offizielle Bestätigung erfolgte jedoch erst Mitte Mai. In der Zwischenzeit konnte sich das Virus unbemerkt ausbreiten, begünstigt durch eine zunächst geringe Sensibilisierung der Bevölkerung und traditionelle Bestattungsriten, bei denen der Kontakt mit hochinfektiösen Leichnamen zur Ansteckung führt. Das Epizentrum liegt in der Provinz Ituri, die rund 95 Prozent der Fälle verzeichnet. Bewaffnete Konflikte – insbesondere durch die Miliz M23 in Nord- und Süd-Kivu – erschweren den Zugang für Helfer und die Rückverfolgung von Infektionsketten.
Aus Genf meldet die WHO 75 infizierte Gesundheitsarbeiter, 17 von ihnen starben. In Uganda wurden 20 Fälle und zwei Todesopfer registriert. Die kongolesische Regierung hat Massenversammlungen in der Hauptstadt Kinshasa sowie in drei weiteren Provinzen untersagt, um ein Übergreifen auf die 18-Millionen-Metropole zu verhindern. Oppositionsparteien kritisieren das Verbot als politisch motiviert, da in Kinshasa bislang kein Fall bestätigt wurde. Der in Frankreich diagnostizierte Arzt hatte auf seiner Rückreise Kinshasa passiert. Unterdessen bereitet die afrikanische Seuchenbehörde Africa CDC nach eigenen Angaben noch in dieser Woche den Start klinischer Studien mit antiviralen Medikamenten vor. Die WHO hat eine internationale Alarmstufe ausgerufen.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Quarantänemaßnahmen in Frankreich eine Weiterverbreitung verhindern und ob die klinischen Studien zeitnah beginnen können. In der kongolesischen Provinz Ituri bleibt die Lage angespannt; die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber den Gesundheitsteams ist vielerorts hoch. Die offizielle Letalitätsrate der aktuellen Bundibugyo-Epidemie liegt bei 25,4 Prozent, doch die tatsächliche Fallzahl dürfte nach Einschätzung von Hilfsorganisationen höher sein, da nicht alle Todesfälle erfasst werden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Welt war auf Ebola vorbereitet, aber nicht auf diesen Stamm. Mit über tausend Infektionen und einem ersten Fall in Frankreich breitet sich der Ausbruch in den ostkongolesischen Provinzen aus, wobei Ituri 95 % der Fälle verzeichnet. Ärzte ohne Grenzen warnt, dass die Reaktion unzureichend bleibt und abgelegene Gebiete zu einer Untererfassung führen.
Die Demokratische Republik Kongo hat Massenversammlungen in der Hauptstadt Kinshasa und drei weiteren Provinzen verboten, um die Ausbreitung von Ebola zu stoppen. Der Ausbruch ist derzeit auf den Osten beschränkt, doch die Behörden befürchten ein Übergreifen auf die 18-Millionen-Metropole. Der Innenminister verkündete das Verbot als Vorsichtsmaßnahme.
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