
Die WM-Guillotine: Saudi-Arabiens Verbandschef tritt nach Vorrunden-Aus zurück
Das Scheitern in der Gruppenphase kostet Yasser al-Misehal das Amt – er ist das jüngste Glied einer Kette von Rücktritten und Entlassungen, die das Turnier in Nordamerika prägen.
Der Präsident des saudi-arabischen Fußballverbands, Yasser al-Misehal, hat nach dem Ausscheiden der „Grünen Falken“ in der Vorrunde der Weltmeisterschaft 2026 seinen Rücktritt erklärt. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer beispiellosen Entlassungswelle, die Funktionäre und Trainer rund um den Globus erfasst und dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko den Beinamen „Guillotine“ eingetragen hat. Al-Misehal übernahm die volle Verantwortung für das Abschneiden seiner Mannschaft, die in der Gruppe H mit zwei Unentschieden gegen Uruguay (1:1) und Kap Verde (0:0) sowie einer 0:4-Niederlage gegen Spanien nur zwei Punkte holte und als Tabellenletzter ausschied.
Der 52-Jährige, seit 2019 im Amt, hatte den saudischen Fußball in eine Ära massiver Investitionen geführt. Unter seiner Ägide sicherte sich das Königreich die Ausrichtung der WM 2034, holte Stars wie Cristiano Ronaldo, Neymar und Karim Benzema in die heimische Liga und richtete zahlreiche internationale Wettbewerbe aus. Der sportliche Ertrag bei der siebten WM-Teilnahme blieb jedoch aus: Zum sechsten Mal in Folge war nach der Gruppenphase Schluss. Bereits im März hatte der Verband auf schwache Testspielergebnisse reagiert und Trainer Hervé Renard entlassen, der erst kurz zuvor auf Roberto Mancini gefolgt war.
Al-Misehals Schritt reiht sich in eine lange Liste von Konsequenzen, die das Turnier schon vor dem Anpfiff forderte. Italiens Verbandspräsident Gabriele Gravina trat zurück, nachdem die Squadra Azzurra zum dritten Mal in Folge die Qualifikation verpasst hatte – die italienische Presse sprach von einem „dritten Weltuntergang“. Südkoreas Verbandschef Chung Mong-gyu kündigte seinen Abschied nach 13 Jahren an, begleitet von heftiger Kritik an seinen Personalentscheidungen. Auf der Trainerbank traf es Tunesiens Sabri Lamouchi nach einem 1:5 gegen Schweden, Schottlands Steve Clarke, Südkoreas Hong Myung-bo sowie Uruguays Marcelo Bielsa, der sich mit den Worten „Ich gehe traurig, weil ihr mich allein gelassen habt“ von seiner Mannschaft verabschiedete.
Weitere Schicksale sind noch offen. Panamas Thomas Christiansen steht nach einem Turnier ohne Punkt und Tor vor einer ungewissen Zukunft, Haitis Sébastien Migné wird nach der zweiten WM-Teilnahme des Landes evaluiert. Südafrikas Hugo Broos, mit 74 Jahren ältester Trainer des Turniers, deutete nach dem knappen Aus gegen Kanada in der Nachspielzeit an, seine geplante Pensionierung möglicherweise zu verschieben – das erstmalige Erreichen der K.-o.-Runde durch die „Bafana Bafana“ hat neue Perspektiven eröffnet. Derweil wehrt sich der Italiener Vincenzo Montella gegen einen Rücktritt als türkischer Nationaltrainer, und Australiens Graham Arnold steht vor einer Vertragsverlängerung mit dem Irak bis 2030.
Die erste WM mit 48 Mannschaften, die nun in die K.-o.-Runde mit 32 Teams übergeht, erweist sich als gnadenloses Tribunal. Während die Spieler auf dem Rasen um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen, fällt die „Guillotine“ außerhalb des Spielfelds unerbittlich weiter. Die nächsten Partien der Runde der letzten 32 beginnen am 28. Juni – für viele Verantwortliche könnte es die letzte Chance sein, dem Schicksal ihrer Vorgänger zu entgehen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die WM 2026 ist zu einer gnadenlosen Guillotine geworden, die nach jedem Scheitern Verbandsbosse und Trainer köpft. Der saudische Fußballchef ist das jüngste Opfer, sein Rücktritt erscheint als unvermeidliches Opfer nach einem blamablen Vorrunden-Aus.
Der Chef des saudi-arabischen Fußballverbands trat nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft bei der WM 2026 zurück. Das Team belegte mit zwei Punkten den letzten Gruppenplatz, nach Unentschieden gegen Uruguay und Kap Verde sowie einem 0:4 gegen Spanien.
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