
Brasiliens Mittelfeldmotor fällt aus: Paquetá verpasst Achtelfinale gegen Norwegen
Nach einer Muskelverletzung im linken Oberschenkel muss Brasilien im WM-Achtelfinale auf Lucas Paquetá verzichten – Carlo Ancelotti sucht nach Alternativen.
Der Schock für die Seleção kam kurz vor der Pause: Beim Stand von 0:1 gegen Japan griff sich Lucas Paquetá an die Rückseite des linken Oberschenkels, humpelte gestützt von Mitspielern vom Platz und wurde zur Halbzeit durch Endrick ersetzt. Die anschließende Bildgebung bestätigte eine Muskelverletzung – nach Angaben brasilianischer Medien einen Teilriss der Fasern –, die einen Einsatz im Achtelfinale gegen Norwegen am Sonntag nahezu ausschließt. Der Verband CBF kündigte ein intensives Reha-Programm an, doch selbst eine Rückkehr im späteren Turnierverlauf gilt als äußerst fraglich.
Dass Brasilien die Partie gegen Japan dennoch mit 2:1 drehte, verdankte es einer kollektiven Reaktion, die Ancelottis Handschrift trägt. Sieben Spieler waren am Siegtreffer beteiligt, den Gabriel Martinelli in der Nachspielzeit nach Zuspiel von Bruno Guimarães erzielte – bereits dessen vierte Torvorlage im Turnier. Martinelli, eigentlich Linksaußen, war zuvor für Matheus Cunha eingewechselt worden und agierte überraschend als zweiter zentraler Mittelfeldspieler. Ancelotti lobte dessen Intensität und deutete an, er könne sich den Arsenal-Profi auch künftig als offensiven Achter vorstellen.
Der Blick richtet sich nun auf das Duell mit Norwegen, das sich durch ein 2:1 gegen die Elfenbeinküste für die Runde der letzten 16 qualifizierte. Aus brasilianischer Perspektive weckt der Gegner unangenehme Erinnerungen: In vier Aufeinandertreffen gelang der Seleção noch kein Sieg, zuletzt unterlag sie 1998 in der Vorrunde mit 1:2. Besondere Brisanz erhält die Partie durch das direkte Duell zwischen Gabriel Magalhães und Erling Haaland, die sich aus der Premier League bestens kennen. Während norwegische Beobachter auf die historische Chance verweisen, betonen brasilianische Kommentatoren die gewachsene taktische Flexibilität des Teams.
Ancelotti, der im Turnierverlauf bereits 19 Wechsel vorgenommen hat, stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Der Botafogo-Profi Danilo Santos, der in Testspielen überzeugte, könnte als zweiter Sechser auflaufen und Bruno Guimarães offensivere Freiheiten geben. Éderson von Atalanta Bergamo ist im Klub auf der linken Achterposition gesetzt und damit ein positionsgetreuer Ersatz. Die spektakulärste Variante wäre ein erneuter Einsatz Martinellis im Zentrum, während Neymar nach überstandener Verletzung auf eine Rückkehr in die Startelf drängt. Raphinha laboriert indes weiter an einer Oberschenkelverletzung und steht vorerst nicht zur Verfügung.
Für Brasilien geht es am Sonntag um den Einzug ins Viertelfinale – und um die Bewältigung einer personellen Krise, die den Kader in der entscheidenden Turnierphase empfindlich trifft. Die Mannschaft, die seit 35 Tagen im Camp lebt und nach dem Japan-Spiel zwei freie Tage erhielt, muss nun beweisen, dass die vielbeschworene Stärke des Kollektivs auch ohne einen ihrer Schlüsselspieler trägt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Brasilianische und argentinische Medien werten Paquetás Verletzung als schweren Schlag für die Seleção, der seine WM-Teilnahme gefährdet. Neben taktischen Analysen zu Ancelottis Ersatzoptionen wird die persönliche Botschaft des Spielers über Glauben und Durchhaltevermögen in den sozialen Medien thematisiert.
Die Nachrichtenagentur meldet Paquetás Oberschenkelverletzung sachlich und trocken unter Berufung auf die offizielle Mitteilung des brasilianischen Verbandes. Der Fokus liegt auf dem intensiven Behandlungsprotokoll und dem wahrscheinlichen Ausfall gegen Norwegen, ohne emotionale Wertung.
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