
Trump fliegt erstmals mit von Katar geschenkter Präsidentenmaschine
Der Boeing 747-8, ein umstrittenes Geschenk des Emirats, dient als Übergangslösung bis 2028 und wirft ethische sowie sicherheitspolitische Fragen auf.
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch den ersten offiziellen Flug mit der neuen Air Force One absolviert, einem von Katar geschenkten und umfassend umgebauten Boeing 747-8. Die Maschine brachte ihn von der Joint Base Andrews nach Medora in North Dakota, wo Trump die Theodore-Roosevelt-Präsidentenbibliothek eröffnete. Der Flug markiert den Beginn des provisorischen Einsatzes des Jets, der die über 35 Jahre alten bisherigen Präsidentenflugzeuge ablöst, bis Boeing voraussichtlich 2028 zwei neu gebaute VC-25B ausliefert.
Aus Washingtoner Sicht hat die Annahme des Geschenks parteiübergreifend scharfe Kritik ausgelöst. Demokraten wie Republikaner verweisen auf verfassungsrechtliche Bedenken, da die Annahme eines derart wertvollen Geschenks einer ausländischen Macht die Grenzen der Foreign Emoluments Clause berühren könnte. Sicherheitsexperten geben zu bedenken, dass ein ursprünglich für die katarische Königsfamilie gebautes Flugzeug trotz aller Modifikationen ein Restrisiko für elektronische Aufklärung oder Manipulation berge. Das Weiße Haus und die US-Luftwaffe hingegen betonen, die Maschine erfülle alle präsidialen Sicherheitsstandards. Trump selbst lobte Katar für die „sehr gute Behandlung“ und nannte die Kosten für den Steuerzahler „sehr gering im Vergleich zu dem, was es gekostet hätte, wenn wir es anders gemacht hätten“.
Die Umbaukosten werden von der Luftwaffe auf etwa 400 Millionen Dollar beziffert; Beobachter der Luftfahrtbranche gehen von über einer Milliarde Dollar aus. Die Maschine, die zuvor als luxuriöses Transportmittel der katarischen Herrscherfamilie diente, erhielt eine von Trump persönlich ausgewählte Lackierung in Rot, Weiß, Blau und Gold. Nach dem Ende seiner Amtszeit soll das Flugzeug laut Regierungsangaben in die geplante Präsidentenbibliothek Trumps in Miami überführt werden – ein Umstand, der die Debatte um die Vermischung von Amt und privatem Vorteil zusätzlich befeuert. Die erste Reise fiel zudem mit der Veröffentlichung von Finanzdaten zusammen, denen zufolge Trump im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit rund 1,2 Milliarden Dollar mit Kryptowährungsgeschäften seiner Familie erwirtschaftete.
Die Reise nach North Dakota ist Teil einer patriotisch inszenierten Woche, mit der Trump die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit für seine Botschaft nationaler Größe nutzt. Vor den Kongresswahlen im November, die von Sorgen der Wähler über Lebenshaltungskosten und den Iran-Krieg geprägt sind, setzt er auf symbolträchtige Auftritte, darunter ein Besuch am Mount Rushmore und eine Rede zum Unabhängigkeitstag in Washington. Aus Doha verlautet, das Geschenk sei als Beitrag zur bilateralen Freundschaft gedacht; Kritiker in der Golfregion sehen darin hingegen den Versuch, Einfluss auf die US-Außenpolitik zu nehmen, zumal Katar eine Schlüsselrolle als Vermittler in den Gesprächen zwischen Washington und Teheran spielt.
Die Maschine wird in den kommenden Tagen bei einem Überflug über der Hauptstadt am 4. Juli öffentlich in Erscheinung treten. Die ethische und sicherheitspolitische Kontroverse dürfte indes anhalten; mehrere Kongressausschüsse haben weitere Aufklärung über die genauen Kosten und die Bedingungen der Schenkung gefordert. Die endgültigen Air-Force-One-Neubauten von Boeing werden frühestens 2028 erwartet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die 'Patriotismus-Tour' des Präsidenten startete in einem von Katar geschenkten Luxusjet und warf neue ethische Fragen auf. Die Ironie, amerikanische Größe an Bord eines von einem ausländischen Staat gespendeten Flugzeugs zu feiern, blieb Kritikern nicht verborgen, die die Angemessenheit der Annahme eines derart opulenten Geschenks infrage stellten. Die Reise zu Ehren Theodore Roosevelts wurde zum Symbol für die verschwimmenden Grenzen zwischen persönlicher Bereicherung und öffentlichem Dienst.
Der amerikanische Präsident nutzte schließlich das skandalöse Geschenk Katars, eine 400-Millionen-Dollar-Boeing, und lobte die Großzügigkeit des Emirats. Russische Beobachter bemerkten die Ironie, dass eine Supermacht sich kein eigenes Präsidentenflugzeug leisten kann und auf eine kleine Golfmonarchie angewiesen ist. Die Episode wurde als weiteres Zeichen für Washingtons schwindendes Ansehen und die Abhängigkeit von ausländischen Gönnern dargestellt.
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