
Chinas technologische Breitseite: J-15T auf allen Trägern, mobile EMALS und Muskelmonitor im All
Gleichzeitige Fortschritte in der Marinefliegerei, bei drohnengestützten Katapultstarts und in der Raumfahrtmedizin unterstreichen Pekings systemischen Hightech-Anspruch.
Die nachgewiesene Fähigkeit des chinesischen Kampfjets J-15T, sowohl von Sprungschanzen- als auch von katapultbestückten Flugzeugträgern zu operieren, verändert die taktische Rechnung im Westpazifik. Während einer 40-tägigen Mission, die am 22. Juni endete, wurden mehrere Maschinen beim Start und bei der Landung auf der Liaoning gesichtet – einem Träger älterer Bauart ohne Katapult. Der Jet war ursprünglich für das elektromagnetische Startsystem (EMALS) des modernsten Trägers Fujian konzipiert. Aus Sicht des ehemaligen Luftwaffenoffiziers Fu Qianshao ergibt sich daraus ein „massiver taktischer Vorteil“, weil nun alle drei chinesischen Träger dieselben Muster einsetzen können und so die integrierte Kampfkraft steigt.
Parallel dazu veröffentlichte das Militär Aufnahmen eines lastwagenbasierten EMALS, das Starrflügeldrohnen binnen Sekunden von einer langen Schiene katapultiert. Das modulare, auf drei Schwerlastfahrzeugen montierte System macht Start- und Landebahnen entbehrlich und erlaubt den Einsatz von Drohnen mit schwereren Nutzlasten – etwa für Aufklärung oder elektronische Kriegführung – von provisorischen Stellungen aus. Die Technik überträgt das Prinzip der Fujian-Katapulte auf den Boden und erhöht so die Überlebensfähigkeit unbemannter Systeme in umkämpften Räumen.
In der zivilen Raumfahrt setzte eine Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 4B am 2. Juli den ozeanografischen Satelliten Haiyang-2E aus. Der von der CASC gebaute Apparat soll Meeresströmungen, Ressourcen und Umweltveränderungen erfassen und vor Naturkatastrophen warnen. Der Start vom Kosmodrom Jiuquan reiht sich in das dichte Programm der chinesischen Erdbeobachtung ein.
Einen medizintechnischen Meilenstein vermeldeten das Shenzhen Institute of Advanced Technology und die Shenzhen University of Advanced Technology: Ein elektromyografisches (EMG) Überwachungsgerät hat an Bord des Fracht-Raumschiffs Qingzhou (Start 30. März 2026) erfolgreich einen In-Orbit-Test absolviert. Das Gerät erfasst über neuronale Signale in Echtzeit den Muskelzustand von Astronauten und soll der schleichenden Atrophie in der Schwerelosigkeit entgegenwirken. Die von der Bodenstation ferngesteuerte Datenerfassung, -speicherung und -übertragung verlief den Forschern zufolge stabil; die empfangenen Werte entsprachen den Erwartungen. Bisherige Verfahren an Bord der ISS und der chinesischen Raumstation gelten als teuer und nicht kontinuierlich genug. Der erfolgreiche Test ist ein Baustein für das von der SUAT vorgeschlagene erste Weltraumkrankenhaus.
Die nächste Etappe bildet die detaillierte Auswertung der EMG-Daten mit dem Ziel, das Gerät für künftige Langzeitmissionen zu optimieren. In der Marinefliegerei sind weitere Erprobungen der J-15T auf beiden Trägertypen vorgesehen, während das mobile EMALS in Feldversuchen seine Einsatzreife unter Beweis stellen muss.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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