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Verteidigung & SicherheitSamstag, 4. Juli 2026

Wehrdienst-Reformen: Ukraine erhöht Frontsold, Taiwan verlängert Reservedienst

Während Kiew mit Gehaltsverdopplungen und Kurzverträgen die Rekrutierung ankurbelt, reagiert Taipeh auf den Geburtenrückgang mit längerer Ausbildung und moderneren Waffensystemen.

Die Ukraine hat eine der weitreichendsten Reformen ihres Militärdienstes seit Beginn des russischen Angriffskriegs beschlossen. Nach Angaben der Regierung in Kiew sieht die Neuregelung eine deutliche Anhebung der Frontsoldatenbezüge vor – von umgerechnet rund 3.000 auf etwa 6.000 Euro monatlich – sowie erstmals befristete Dienstverträge zwischen sechs und 24 Monaten mit garantiertem Urlaubsblock von mindestens einem halben Jahr. Gleichzeitig kündigte das Verteidigungsministerium in Taipeh an, die verpflichtende Reservedienstausbildung von maximal sieben auf 14 Tage zu verdoppeln und dabei modernes Gerät wie Drohnen und amerikanische Himars-Raketensysteme einzubeziehen. Beide Regierungen reagieren damit auf einen akuten Mangel an einsatzfähigen Soldaten, der in der Ukraine auf die hohen Verluste an der Front, in Taiwan auf die sinkenden Jahrgangsstärken zurückgeht.

Laut Kiewer Regierungsstellen soll die Reform vor allem Freiwillige sowie Personen ohne ukrainische Staatsbürgerschaft anziehen. Erstmals erhalten Soldaten im Hinterland mit rund 600 Euro etwa die Hälfte mehr als bisher, während die Bezüge in der umkämpften „Todeszone“ verdoppelt werden. Kritik aus Reihen der Truppe, wie sie das Portal Kyiv Independent dokumentiert, richtet sich gegen die ungleiche Behandlung von Veteranen, die teils seit 2014 ununterbrochen dienen und nun auf nur ein Jahr Erholung bei sechs Dienstjahren hoffen dürfen. Das Verteidigungsministerium in Kiew kündigte einen gestaffelten Veteranenurlaub für Ende 2026 an, knüpfte diesen aber an die Frontlage. Die endgültige Verabschiedung durch das Parlament gilt als sicher.

Das taiwanesische Verteidigungsministerium begründet die Ausweitung des Reservedienstes mit der sinkenden Zahl Wehrpflichtiger. Nach offiziellen Statistiken fiel die Zahl der rekrutierbaren Männer 2023 erstmals unter 100.000 und soll 2024 auf knapp 80.000 sinken. Die neuen 14-Tage-Übungen sehen täglich zehn Stunden Drill, Schießtraining, Gefechtserste Hilfe und Nachtmärsche vor. Reservisten mit Spezialkenntnissen an Drohnen oder Himars werden gemäß der Devise „Rückkehr an den alten Platz“ weitergebildet. Verteidigungsminister Wellington Koo Li-hsiung betonte in einer Anhörung, dass auch ehemalige Soldatinnen künftig in die Reserve einbezogen werden sollen. Experten weisen darauf hin, dass häufigere Einberufungen von Spezialisten Unmut schüren und die Mobilisierungsbereitschaft senken könnten.

Einen anderen Weg gehen lateinamerikanische Staaten. In Kolumbien bleibt die Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 24 Jahren bestehen, geregelt im Gesetz 1861 von 2017. Wie die Rekrutierungsbehörde des Heeres mitteilt, erhalten Wehrdienstleistende einen monatlichen Sold in Höhe des Mindestlohns sowie Unterkunft und Verpflegung, die Dienstzeit beträgt je nach Schulbildung zwölf oder 18 Monate. Frauen können freiwillig dienen. Argentinien setzt auf ein rein freiwilliges Modell: Die Luftwaffe rief kürzlich die Jahrgänge ab 2008 zu einem zweijährigen Dienstverhältnis mit Arbeitsvertrag, Sozialleistungen und der Option auf Verlängerung bis 28 Jahre auf. Die Reformen in Osteuropa und Asien wie die fortbestehenden Wehrsysteme Lateinamerikas zeigen, wie unterschiedlich Staaten auf geopolitische Spannungen und demografische Alterung antworten. Während Kiew und Taipeh unmittelbare Fristen setzen, bleiben die lateinamerikanischen Modelle auf längere Sicht stabil.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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In Latin America the news is reported as a domestic policy update on mandatory military service, with details on who must serve and exemptions. The global context of manpower shortages is absent; the matter is treated as routine bureaucratic procedure.

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Ukraine's military service reform is presented as a necessary measure to address troop shortages and desertions after years of war. The focus is on incentives—shorter service terms and higher pay—as a pragmatic solution to a critical problem.

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Samstag, 4. Juli 2026

Wehrdienst-Reformen: Ukraine erhöht Frontsold, Taiwan verlängert Reservedienst

Während Kiew mit Gehaltsverdopplungen und Kurzverträgen die Rekrutierung ankurbelt, reagiert Taipeh auf den Geburtenrückgang mit längerer Ausbildung und moderneren Waffensystemen.

Die Ukraine hat eine der weitreichendsten Reformen ihres Militärdienstes seit Beginn des russischen Angriffskriegs beschlossen. Nach Angaben der Regierung in Kiew sieht die Neuregelung eine deutliche Anhebung der Frontsoldatenbezüge vor – von umgerechnet rund 3.000 auf etwa 6.000 Euro monatlich – sowie erstmals befristete Dienstverträge zwischen sechs und 24 Monaten mit garantiertem Urlaubsblock von mindestens einem halben Jahr. Gleichzeitig kündigte das Verteidigungsministerium in Taipeh an, die verpflichtende Reservedienstausbildung von maximal sieben auf 14 Tage zu verdoppeln und dabei modernes Gerät wie Drohnen und amerikanische Himars-Raketensysteme einzubeziehen. Beide Regierungen reagieren damit auf einen akuten Mangel an einsatzfähigen Soldaten, der in der Ukraine auf die hohen Verluste an der Front, in Taiwan auf die sinkenden Jahrgangsstärken zurückgeht.

Laut Kiewer Regierungsstellen soll die Reform vor allem Freiwillige sowie Personen ohne ukrainische Staatsbürgerschaft anziehen. Erstmals erhalten Soldaten im Hinterland mit rund 600 Euro etwa die Hälfte mehr als bisher, während die Bezüge in der umkämpften „Todeszone“ verdoppelt werden. Kritik aus Reihen der Truppe, wie sie das Portal Kyiv Independent dokumentiert, richtet sich gegen die ungleiche Behandlung von Veteranen, die teils seit 2014 ununterbrochen dienen und nun auf nur ein Jahr Erholung bei sechs Dienstjahren hoffen dürfen. Das Verteidigungsministerium in Kiew kündigte einen gestaffelten Veteranenurlaub für Ende 2026 an, knüpfte diesen aber an die Frontlage. Die endgültige Verabschiedung durch das Parlament gilt als sicher.

Das taiwanesische Verteidigungsministerium begründet die Ausweitung des Reservedienstes mit der sinkenden Zahl Wehrpflichtiger. Nach offiziellen Statistiken fiel die Zahl der rekrutierbaren Männer 2023 erstmals unter 100.000 und soll 2024 auf knapp 80.000 sinken. Die neuen 14-Tage-Übungen sehen täglich zehn Stunden Drill, Schießtraining, Gefechtserste Hilfe und Nachtmärsche vor. Reservisten mit Spezialkenntnissen an Drohnen oder Himars werden gemäß der Devise „Rückkehr an den alten Platz“ weitergebildet. Verteidigungsminister Wellington Koo Li-hsiung betonte in einer Anhörung, dass auch ehemalige Soldatinnen künftig in die Reserve einbezogen werden sollen. Experten weisen darauf hin, dass häufigere Einberufungen von Spezialisten Unmut schüren und die Mobilisierungsbereitschaft senken könnten.

Einen anderen Weg gehen lateinamerikanische Staaten. In Kolumbien bleibt die Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 24 Jahren bestehen, geregelt im Gesetz 1861 von 2017. Wie die Rekrutierungsbehörde des Heeres mitteilt, erhalten Wehrdienstleistende einen monatlichen Sold in Höhe des Mindestlohns sowie Unterkunft und Verpflegung, die Dienstzeit beträgt je nach Schulbildung zwölf oder 18 Monate. Frauen können freiwillig dienen. Argentinien setzt auf ein rein freiwilliges Modell: Die Luftwaffe rief kürzlich die Jahrgänge ab 2008 zu einem zweijährigen Dienstverhältnis mit Arbeitsvertrag, Sozialleistungen und der Option auf Verlängerung bis 28 Jahre auf. Die Reformen in Osteuropa und Asien wie die fortbestehenden Wehrsysteme Lateinamerikas zeigen, wie unterschiedlich Staaten auf geopolitische Spannungen und demografische Alterung antworten. Während Kiew und Taipeh unmittelbare Fristen setzen, bleiben die lateinamerikanischen Modelle auf längere Sicht stabil.

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Ukraine's military service reform is presented as a necessary measure to address troop shortages and desertions after years of war. The focus is on incentives—shorter service terms and higher pay—as a pragmatic solution to a critical problem.

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