
Sinner übersteht blutigen Fünf-Satz-Krimi zum Wimbledon-Auftakt
Nach einem Sturz mit blutender Zehe und zwei Satzrückständen ringt der Titelverteidiger Miomir Kecmanovic nieder und wahrt die Chance auf die erfolgreiche Titelverteidigung.
Jannik Sinner hat seine Titelverteidigung in Wimbledon mit einem Kraftakt begonnen. Der 24-jährige Südtiroler bezwang den Serben Miomir Kecmanovic nach 3 Stunden und 30 Minuten in fünf Sätzen mit 4:6, 6:3, 6:7(6), 6:2, 6:3. Auf dem Centre Court, den er als amtierender Champion eröffnen durfte, lag der Weltranglistenerste zweimal in Rückstand, ehe er die Partie mit dominierenden Leistungen im vierten und fünften Durchgang noch drehte. Italienische Medien sprachen von einem „drammatico esordio“, während britische Beobachter anmerkten, dass sich die Tradition schwieriger Auftaktpartien für Titelverteidiger – im Vorjahr hatte Carlos Alcaraz gegen Fabio Fognini ebenfalls über fünf Sätze gehen müssen – auch in diesem Jahr fortsetzte.
Die entscheidende Wende nahm das Match nach einem Schreckmoment im dritten Satz. Beim Stand von 2:2 rutschte Sinner auf dem frischen Rasen aus, verdrehte sich das linke Knie und blieb minutenlang am Boden. Spanische und lateinamerikanische Berichte hoben die besorgten Reaktionen des Publikums hervor, während deutsche Medien auf die sichtbare Blutlache an seinem rechten Schuh fokussierten. Sinner selbst erklärte später lapidar, es handle sich nur um einen abgebrochenen Zehennagel: „Es sieht schlimmer aus, als es ist. Ich war überrascht, dass man mich weiterspielen ließ – schließlich war der Schuh nicht mehr ganz weiß.“ Er verzichtete auf eine medizinische Auszeit, um den Rhythmus nicht zu unterbrechen.
Der Sieg besitzt für Sinner eine psychologische Dimension, die über das reine Weiterkommen hinausgeht. Nach seinem körperlichen Zusammenbruch in der zweiten Runde von Roland Garros gegen Juan Manuel Cerúndolo hatte er keinen Wettkampf mehr bestritten und auf Rasen-Vorbereitungsturniere verzichtet. Vor diesem Hintergrund wurde in angelsächsischen und asiatischen Analysen besonders seine bislang schwache Fünf-Satz-Bilanz thematisiert: Acht der letzten neun Partien über die volle Distanz hatte er verloren. Dass er nun erstmals seit dem Australian-Open-Finale 2024 wieder ein solches Match gewann, werteten Kommentatoren aus Melbourne bis Mumbai als wichtigen Beleg für physische und mentale Stabilität.
Im Tableau profitiert Sinner zudem von der verletzungsbedingten Absage seines Dauerrivalen Carlos Alcaraz, was ihn aus Sicht der internationalen Presse zum klaren Favoriten macht. Der nächste Gegner ist am Mittwoch der Portugiese Nuno Borges, die Nummer 48 der Welt, der sein Auftaktmatch glatt in drei Sätzen gewann. Für Sinner geht es darum, die Fehlerquote von 52 unerzwungenen Fehlern zu senken und den Aufschlag – mit 31 Assen seine stärkste Waffe – weiter als sicheres Fundament zu nutzen.
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Jannik Sinner erlebte ein schmerzhaftes Debüt in Wimbledon, stürzte und verletzte sich am Fuß, sodass Blut seinen Schuh befleckte. Trotz Schmerzen und Schrecken kämpfte er sich nach zwei Satzrückständen zurück und gewann in fünf Sätzen, wobei er den Kampfgeist eines wahren Kriegers zeigte. Der rote Fleck auf dem Schuh wurde zum Symbol eines hart erkämpften Sieges.
Der Titelverteidiger wäre beinahe aus den falschen Gründen in die Geschichte eingegangen, als er die ersten beiden Sätze gegen einen Gegner verlor, der ihm zuvor noch nie einen Satz abgenommen hatte. Letztlich entging er einem frühen Ausscheiden, doch die Leistung warf neue Fragen zu seiner Form nach der gesundheitsbedingten Niederlage in Paris auf.
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