
Nach zähem Auszählungsmarathon: Keiko Fujimori zur Präsidentin Perus gewählt
Die konservative Kandidatin setzte sich mit weniger als 50.000 Stimmen Vorsprung gegen den linken Rivalen Roberto Sánchez durch, der das Ergebnis nicht anerkennt.
Die peruanische Wahlbehörde ONPE bestätigte am Montag nach Abschluss der Auszählung aller 92.766 Wahltische den Sieg von Keiko Fujimori in der Stichwahl vom 7. Juni. Die Kandidatin der rechten Fuerza Popular erhielt 50,135 Prozent der gültigen Stimmen (9.223.396), ihr Kontrahent Roberto Sánchez von der linken Juntos por el Perú 49,865 Prozent (9.173.755). Der Vorsprung von 49.641 Stimmen ist einer der knappsten in der jüngeren Geschichte Lateinamerikas. Die offizielle Proklamation durch das Nationale Wahlgericht (JNE) ist für den 3. Juli vorgesehen; die Amtsübernahme erfolgt am 28. Juli für eine fünfjährige Amtszeit.
Fujimori, die im vierten Anlauf die Präsidentschaft erringt, rief nach Bekanntgabe des Ergebnisses zum Dialog auf und kündigte an, „Ordnung und Hoffnung“ wiederherstellen zu wollen. Sánchez hingegen erklärte, das Resultat nicht anzuerkennen. Aus seinem Lager wird ohne Vorlage von Beweisen von „schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten“ bei der Auslandsstimme gesprochen; man wolle internationale Instanzen anrufen. Die Wahlbehörden wiesen sämtliche Einsprüche zurück. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erklärte, keine Unregelmäßigkeiten beobachtet zu haben, die das Ergebnis verändern könnten.
Der hauchdünne Vorsprung in einem tief polarisierten Land stellt die Regierbarkeit vor erhebliche Herausforderungen. Fujimori muss im neu gewählten Zweikammerparlament, in dem keine Partei über eine absolute Mehrheit verfügt, Bündnisse schmieden. Aus Sicht lateinamerikanischer Beobachter reiht sich der Sieg in eine Serie rechter Wahlerfolge in der Region ein, nachdem zuletzt in Kolumbien und Argentinien konservative Kandidaten gewannen. Die künftige Präsidentin setzt auf eine Politik der „harten Hand“ gegen die stark gestiegene Kriminalität und verspricht wirtschaftliche Stabilität.
Peru durchlebt seit Jahren eine schwere institutionelle Krise; seit 2016 amtierten acht Präsidenten. Der Wahlkampf war von der Sorge vor organisierter Kriminalität und dem Erbe des autoritären Regimes von Alberto Fujimori (1990–2000) geprägt, der wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurde. Während Fujimori mit dem Versprechen antrat, die Ordnung wiederherzustellen, mobilisierte das linke Lager das antifujimoristische Wählerpotenzial. Das JNE wird das Ergebnis am 3. Juli offiziell verkünden. Sánchez hat weitere Proteste und rechtliche Schritte angekündigt. Die Vereidigung Fujimoris ist für den 28. Juli, den peruanischen Nationalfeiertag, vorgesehen.
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Die Serie konservativer Siege in Lateinamerika ist weniger eine ideologische Wende als eine Ablehnung der Regierungsparteien. Die Wähler wenden sich gegen die jeweiligen Amtsinhaber und schaffen so eine instabile politische Landschaft statt eines stabilen rechten Blocks.
Keiko Fujimori gewann die Präsidentschaftsstichwahl in Peru mit einem hauchdünnen Vorsprung von rund 50.000 Stimmen. Die Wahlbehörde bestätigte ihren Sieg drei Wochen nach der Abstimmung und verwies auf das autoritäre Erbe ihres Vaters.
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