
IWF erzielt Einigung mit Ägypten über 1,6 Milliarden Dollar
Die Einigung auf Mitarbeiterebene über die siebte EFF-Prüfung und die zweite RSF-Prüfung könnte nach Zustimmung des Exekutivdirektoriums rund 1,6 Milliarden Dollar freigeben.
Der Internationale Währungsfonds hat sich mit Ägypten auf Mitarbeiterebene über die siebte Überprüfung des erweiterten Kreditrahmens (EFF) und die zweite Überprüfung der Resilienz- und Nachhaltigkeitsfazilität (RSF) geeinigt. Nach der noch ausstehenden Zustimmung des Exekutivdirektoriums würden damit 1,11 Milliarden Sonderziehungsrechte (rund 1,5 Milliarden Dollar) aus dem EFF sowie 100 Millionen SZR (136 Millionen Dollar) aus der RSF frei. Die Gesamtauszahlungen im Rahmen der beiden Vereinbarungen stiegen auf etwa 5,3 Milliarden SZR (7,2 Milliarden Dollar).
Aus Washingtoner Sicht blieben die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die ägyptische Wirtschaft dank rechtzeitiger und entschlossener politischer Maßnahmen – darunter Anpassungen der Treibstoff- und Strompreise, eine Senkung des staatlichen Energieverbrauchs und eine Neuordnung der Ausgaben – relativ begrenzt. Das reale BIP-Wachstum erreichte im dritten Quartal 5 Prozent, womit es in den ersten drei Quartalen des Fiskaljahres bei 5,2 Prozent lag. Die Gesamtinflation in den Städten verharrte im Mai bei 14,6 Prozent und dürfte nach IWF-Prognose bis zum Fiskaljahresende auf 15,8 Prozent steigen. Der flexible Wechselkurs habe als Stoßdämpfer gegenüber erheblichen Portfolioabflüssen gewirkt, und die jüngste Erholung der Kapitalzuflüsse – gestützt durch die Ankündigung des US-iranischen Abkommens – habe einen Großteil der seit Beginn des Regionalkonflikts verzeichneten Abwertung wieder rückgängig gemacht.
Die ägyptische Regierung verweist auf eine robuste Fiskalpolitik: Die Ziele für den Primärsaldo und die Steuereinnahmen wurden bis Ende März übertroffen. Der IWF prognostiziert einen Anstieg des Primärüberschusses von 4,8 Prozent des BIP im laufenden Fiskaljahr auf 5 Prozent im kommenden Jahr. Gleichzeitig kündigte Planungsminister Ahmed Rostom an, der Anteil des Privatsektors an den Gesamtinvestitionen solle im Fiskaljahr 2026/27 auf rund 59 Prozent steigen. Investitionsminister Mohamed Farid stellte zudem eine Überarbeitung der Gründungsfinanzierung in Aussicht: Der Staatsfonds prüft einen neuen Mechanismus, um die Finanzierungslücke für Start-ups in der Wachstumsphase zu schließen, und die Regierung entwickelt ein integriertes Datensystem für Investitionen und Unternehmensaktivitäten.
Der IWF mahnt, die straffe Geldpolitik beizubehalten, um erneutem Inflationsdruck zu begegnen, und die Wechselkursflexibilität als erste Verteidigungslinie gegen externe Schocks zu bewahren. Zudem sei die zügige Umsetzung der staatlichen Beteiligungspolitik – einschließlich beschleunigter Veräußerungen von Staatsvermögen – entscheidend für ein vom Privatsektor getragenes Wachstum. Die ägyptischen Währungsreserven stiegen im Mai auf 53,1 Milliarden Dollar, nach 48,5 Milliarden Dollar im Vorjahresmonat.
Die nächste Wegmarke ist die formelle Zustimmung des IWF-Exekutivdirektoriums, über deren Termin der Fonds noch nicht informiert hat. Erst danach werden die Mittel tatsächlich freigegeben.
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Die IWF-Vereinbarung bestätigt den Reformkurs Ägyptens. Da der Anteil privater Investitionen voraussichtlich 59% erreichen wird, befindet sich die Wirtschaft eindeutig im Aufschwung. Die Tranche von 1,6 Milliarden Dollar ist ein starkes Vertrauenssignal und wird die Marktstabilität stärken.
Ägypten hat eine Einigung auf Mitarbeiterebene mit dem IWF erzielt und damit eine potenzielle Auszahlung von 1,6 Milliarden Dollar freigegeben. Der Deal bedarf noch der Zustimmung des Exekutivdirektoriums und hängt von der Einhaltung der Reformzusagen Kairos ab. Es ist ein vorsichtiger, aber greifbarer Schritt für die Staatsfinanzen.
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