
Yen fällt auf 40-Jahres-Tief: Zinsgefälle zu den USA setzt Tokio unter Druck
Die japanische Währung notierte bei 162,27 Yen je Dollar – dem niedrigsten Stand seit 1986 –, da die Zinsdifferenz trotz Leitzinsanhebung und Rekordinterventionen weiter auseinanderläuft.
Am Dienstagmorgen durchbrach der Yen im Tokioter Handel die Marke von 162 Yen je Dollar und erreichte mit 162,27 den tiefsten Stand seit Dezember 1986. Bereits am Vortag hatte die US-Währung in New York bei 161,98 Yen notiert, angetrieben von wachsenden Erwartungen auf weitere Zinsschritte der Federal Reserve. Der Dollar-Index, der die US-Währung zu sechs anderen Leitwährungen misst, hielt sich nahe seiner jüngsten Hochs bei 101,6 Punkten.
Die Abwertung vollzieht sich, obwohl die Bank of Japan im Juni ihren Leitzins auf 1 Prozent anhob – den höchsten Satz seit 1995 – und das Finanzministerium zwischen Ende April und Ende Mai mit Interventionen im Rekordumfang von 11,73 Billionen Yen (rund 72 Milliarden Dollar) am Devisenmarkt intervenierte. Marktteilnehmer in New York und Tokio preisen jedoch weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve bis zum Jahresende ein, während der weitere Straffungskurs der BoJ als unsicher gilt. Die daraus resultierende Zinsdifferenz zugunsten des Dollars hält die Nachfrage nach der US-Währung hoch und lässt spekulative Netto-Short-Positionen auf den Yen auf 11,3 Milliarden Dollar anwachsen.
Für Japans exportorientierte Wirtschaft verbilligt die schwache Landeswährung die Ausfuhren, verteuert jedoch Importe von Rohstoffen wie Öl und Gas und belastet die Kaufkraft der privaten Haushalte. Aus Washingtoner Sicht wurde die Unabhängigkeit der Federal Reserve durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gestärkt, der Präsident Trump untersagte, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen – ein Schritt, der kurzfristig Bedenken über politische Einflussnahme auf die Geldpolitik dämpfte.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für Juni, der am Donnerstag veröffentlicht wird. Erwartet wird ein Stellenzuwachs von 110.000 bei unveränderter Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Sollten die Daten die Zinserhöhungserwartungen weiter nähren, könnte der Yen erneut unter Abwertungsdruck geraten. Händler in Tokio halten zugleich weitere Interventionen für möglich, wenngleich diese den übergeordneten Aufwärtstrend des Dollar-Yen-Paares nach Einschätzung von Analysten der Commonwealth Bank of Australia kaum umkehren dürften.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Absturz des Yen auf ein Vier-Jahrzehnte-Tief hat Japan erschüttert und die Märkte in Alarmbereitschaft vor möglichen staatlichen Eingriffen versetzt. Der Höhenflug des Dollars wird von der Erwartung genährt, dass die Federal Reserve die Zinsen hoch hält, während die moderate Straffung der Bank of Japan die Welle nicht aufhalten konnte. Händler stellen sich auf eine historische Währungsverteidigung ein, die den Trend möglicherweise nicht umkehren wird.
Der Yen ist auf den tiefsten Stand seit 1986 gefallen, obwohl die Bank of Japan die Zinsen auf 1 % angehoben und Tokio Rekordsummen für Währungsinterventionen ausgegeben hat. Die Wirkungslosigkeit dieser Maßnahmen unterstreicht die begrenzten Optionen der japanischen Behörden, während der Dollar auf den globalen Märkten an Stärke gewinnt. Die Lage verdeutlicht die Herausforderungen, eine Währung gegen breitere makroökonomische Kräfte zu verteidigen.
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