
Trump droht Tankstellen mit „großen Problemen“ bei ausbleibender Preissenkung
Der US-Präsident fordert eine sofortige Senkung der Benzinpreise auf 2,50 Dollar pro Gallone und setzt das Justizministerium auf die Ölkonzerne an – vor dem Hintergrund gefallener Rohölpreise und der Midterm-Wahlen.
Präsident Donald Trump hat die Tankstellenbetreiber in den Vereinigten Staaten am Montagabend ultimativ aufgefordert, die Benzinpreise „sofort“ zu senken, und bei Nichterfüllung mit „großen Problemen“ gedroht. Auf seiner Plattform Truth Social bezifferte er das Ziel auf rund 2,50 Dollar pro Gallone und kündigte an, es werde keine „Preistreiberei“ geben, die „völlig illegal“ sei. Bereits in der Vorwoche hatte Trump das Justizministerium angewiesen, gegen große Ölkonzerne zu ermitteln, weil diese die gesunkenen Rohölkosten nicht an den Zapfsäulen weitergäben.
Der Vorstoß erfolgt in einem Umfeld deutlich nachgebender Rohölnotierungen. Nach dem Höhenflug infolge der amerikanisch-israelischen Militärschläge gegen den Iran und der iranischen Vergeltungsangriffe ab Ende Februar war der Preis für die US-Sorte WTI zeitweise auf über 110 Dollar je Barrel gestiegen. Inzwischen notiert er wieder bei rund 68 Dollar und liegt damit nur noch knapp über dem Vorkriegsniveau. Der landesweite Durchschnittspreis für Benzin sank von seinem Höchststand von 4,56 Dollar Ende Mai auf zuletzt 3,86 Dollar pro Gallone, wie der amerikanische Automobilverband AAA mitteilte. Aus Sicht der Regierung vollzieht sich diese Weitergabe jedoch zu langsam; der Finanzchef von Chevron verwies gegenüber CNBC auf die übliche zeitliche Verzögerung zwischen Rohöl- und Endkundenpreisen.
Die Preisentwicklung birgt politische Sprengkraft, da Trump und die Republikaner bei den Kongresswahlen im November ihre knappe Mehrheit verteidigen müssen. Innenminister Doug Burgum empfahl Autofahrern im Sender Fox News, in „roten“ Bundesstaaten zu tanken, wo der Preis im Schnitt 53 Cent niedriger liege als in „blauen“ Staaten. Zugleich kritisierte Trump Kalifornien für seine hohen Steuern auf Kraftstoffe; der dortige Satz steigt zum 1. Juli auf 63,4 Cent pro Gallone. In iranischen Medien wird unterdessen betont, die „Aggression“ der USA und Israels habe die Benzinpreise in Amerika in die Höhe getrieben und damit ein zentrales Wahlkampfversprechen Trumps nach billiger Energie untergraben.
Als nächster greifbarer Schritt gilt das für den 30. Juni in Doha angesetzte Treffen von Delegationen Washingtons und Teherans, das den brüchigen Waffenstillstand festigen soll. Parallel dazu bleibt die vom Präsidenten angestoßene Untersuchung des Justizministeriums ein Faktor, der die Kalkulation der Mineralölwirtschaft beeinflussen dürfte. Unabhängig davon hat das Weiße Haus eine befristete Aussetzung von Zöllen auf Phosphatdünger aus Marokko genehmigt, um Lieferkettenstörungen zu begegnen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trump's demand to lower gasoline prices to $2.50 is a populist gesture that ignores market dynamics and the energy transition. Progressive media see this move as a dangerous threat to the economy and the environment, accusing the former president of prioritizing electoral approval over responsibility. The threat of 'big problems' is interpreted as authoritarian blackmail.
Trump's demand is seen as further proof of the chaos and hypocrisy of the American system, which tries to buy consent with unattainable promises. Iranian media highlight how the US, while preaching free markets, directly intervenes on prices when convenient. The threat of 'big problems' is read as a symptom of structural US weakness.
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