
Paraguay bezwingt Deutschland im Elfmeterschießen – ein historischer Sturz des viermaligen Weltmeisters
Die Albirroja ringt den Favoriten nach 120 Minuten und einem umstrittenen VAR-Eingriff nieder und stürzt die DFB-Elf in eine erneute WM-Krise.
José Canale trat als sechster Schütze an und verwandelte mit der Präzision eines Routiniers. Sein Schuss ins linke untere Eck besiegelte das 4:3 im Elfmeterschießen und eine der größten Überraschungen der jüngeren WM-Geschichte. Paraguay, als einer der acht besten Gruppendritten nur knapp in die K.-o.-Runde gerutscht, eliminierte den viermaligen Weltmeister Deutschland und löste in Boston und in der Heimat einen Sturm der Begeisterung aus. Zuvor hatte Orlando Gill, der 26-jährige Torhüter von San Lorenzo, die Versuche von Kai Havertz und Nick Woltemade pariert und damit den Grundstein für den Triumph gelegt.
Dabei hatte sich das Spiel über weite Strecken so entwickelt, wie es die Kräfteverhältnisse erwarten ließen. Deutschland kontrollierte den Ball mit 75 Prozent Ballbesitz, spielte 753 Pässe und suchte geduldig die Lücke. Doch die von Gustavo Alfaro exzellent organisierte Defensive der Paraguayer ließ kaum klare Chancen zu. Stattdessen schlug die Albirroja in der 42. Minute eiskalt zu: Nach einem Eckball, den Manuel Neuer noch wegfausten konnte, brachte Matías Galarza den Ball scharf vors Tor, wo Julio Enciso per Kopf zur Führung traf. Es war das erste Tor Paraguays in einem WM-K.-o.-Spiel überhaupt. Deutschland antwortete nach der Pause mit mehr Tempo und kam durch einen feinen Kopfball von Havertz nach Flanke von Florian Wirtz zum Ausgleich (54.).
Die Entscheidung schien in der Verlängerung zu fallen, als Jonathan Tah eine Ecke per Kopf im Tor unterbrachte (102.). Doch der marokkanische Schiedsrichter Jalal Jayed nahm den Treffer nach Videobeweis zurück, weil Waldemar Anton zuvor Torhüter Gill behindert habe. Die Szene sorgte für heftige Diskussionen. Aus deutscher Sicht war es ein reguläres Tor, die paraguayische Seite sah den Eingriff als gerechtfertigt an. Julian Nagelsmann nannte die Aberkennung später einen „kompletten Witz“, während sein Gegenüber Alfaro die Disziplin seiner Mannschaft lobte, die „wie 26 Krieger gekämpft“ habe. So ging es ins Elfmeterschießen, wo Deutschland erstmals in seiner WM-Historie unterlag.
Für die DFB-Auswahl setzt sich damit eine beunruhigende Serie fort. Nach den Vorrunden-Aus 2018 und 2022 scheiterte sie nun im ersten K.-o.-Spiel seit dem Titelgewinn 2014. Die deutsche Presse sprach von einer „neuen Albtraumnacht“ und stellte Nagelsmanns Zukunft infrage, der jedoch erklärte, nicht zurücktreten zu wollen. Havertz räumte ein, man sei „anscheinend eine zweitklassige Mannschaft“. In Paraguay hingegen deklarierte Präsident Santiago Peña einen nationalen Feiertag, und die Zeitungen feierten den „historischen Coup“.
Paraguay trifft im Achtelfinale am 4. Juli in Philadelphia auf den Sieger der Partie Frankreich gegen Schweden. Deutschland reist mit der Gewissheit ab, dass der Abstand zur Weltspitze größer ist als erhofft.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Paraguay sinnt auf Revanche gegen Deutschland, 24 Jahre nach dem Ausscheiden bei der WM 2002. Die südamerikanische Presse rahmt das Spiel als historische Chance für eine Überraschung ein, erkennt aber die klare Favoritenrolle Deutschlands an. Die Berichterstattung balanciert kontinentalen Stolz mit praktischen Hinweisen, wo das Spiel zu sehen ist.
Deutschland geht als klarer Favorit ins Achtelfinale der WM 2026 gegen Paraguay. Die südostasiatische Presse analysiert die Partie in ruhigem Ton und konzentriert sich auf Statistiken, Aufstellungen und Vorhersagen. Historische Rivalität wird nicht erwähnt, die Begegnung wird als gewöhnliches K.-o.-Spiel eingeordnet.
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