
Saluschnyj erklärt Selenskyj seine Kandidatur – Machtkampf in Kiew spitzt sich zu
Der ehemalige Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj hat Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgeteilt, bei möglichen Wahlen antreten zu wollen, während interne Umfragen eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse zeigen.
Der frühere ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj hat Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem direkten Gespräch erklärt, er werde bei einer möglichen Präsidentschaftswahl gegen ihn antreten. Wie die „Ukrainska Prawda“ unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen berichtet, wurde Saluschnyj eigens aus London, wo er als Botschafter tätig ist, nach Kiew gerufen. Auf die Frage Selenskyjs, ob er bei Wahlen im Herbst kandidieren würde, antwortete Saluschnyj demnach mit einem knappen „Ja. Werde ich.“ Damit endet eine monatelange Phase der Spekulation über die politischen Ambitionen des als „General Eisen“ bekannt gewordenen Militärs.
Dem Treffen vorausgegangen war eine nichtöffentliche Beratung Selenskyjs mit der Führungsspitze seines Machtapparats. Teilnehmer waren laut ukrainischen Medienberichten unter anderem der Leiter des Präsidialamts Kyrylo Budanow, dessen Stellvertreter Oleh Tatarow, Fraktionschef Dawyd Arachamija, Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats Rustem Umjerow. Aus Kiewer Regierungskreisen verlautet, bei dieser Zusammenkunft seien Ergebnisse vertraulicher Umfragen vom Juni erörtert worden, die erstmals seit Langem einen leichten, aber stabilen Anstieg der Zustimmungswerte für Selenskyj verzeichnen. Demnach käme der Amtsinhaber in einem ersten Wahlgang auf 33 Prozent, Saluschnyj auf 22 Prozent und Budanow auf 14 Prozent. In einer Stichwahl unterläge Selenskyj jedoch Saluschnyj mit 32 zu 37 Prozent, während er gegen Budanow nur knapp die Oberhand behielte.
Aus dem Umfeld des Präsidenten heißt es, Selenskyj habe ursprünglich erwogen, Saluschnyj durch das Angebot eines hohen Staatsamts – bis hin zum Regierungschef – von einer Kandidatur abzubringen. Nach der unmissverständlichen Antwort seien solche Offerten jedoch unterblieben. Spätere Vermittlungsversuche durch Umjerow und Arachamija, die an die Gefahr einer gesellschaftlichen Spaltung appellierten und Saluschnyj baten, „noch einmal nachzudenken“, blieben folgenlos. Saluschnyj selbst soll erklärt haben, er habe nie eine politische Laufbahn angestrebt, könne aber das in ihn gesetzte Vertrauen nicht ignorieren. Eine Erhebung des Instituts Socis vom März weist Saluschnyj mit 61,6 Prozent das höchste Vertrauen unter ukrainischen Politikern zu, vor Budanow mit 60,3 Prozent; Selenskyj erreicht 46,3 Prozent, bei 49,1 Prozent Misstrauen.
Die offene Rivalität zwischen den beiden prägenden Figuren der Kriegszeit markiert eine neue Eskalationsstufe im innerukrainischen Machtgefüge. Aus Sicht der Präsidialadministration steht die Sorge im Vordergrund, ein offener Wahlkampf könne die Konsolidierung der Gesellschaft untergraben. Der Zeitpunkt einer möglichen Wahl bleibt ungewiss: Während einige Quellen den Herbst 2026 nennen, kursieren in Kiew auch Überlegungen für einen früheren Termin. Rechtlich sind Wahlen unter dem geltenden Kriegsrecht ausgesetzt, sodass jede Entscheidung eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen voraussetzen würde. Die Beratungen im Präsidentenamt deuten darauf hin, dass Selenskyjs Lager das durch den leichten Stimmungsumschwung entstandene Zeitfenster auslotet. Eine Bestätigung der geschilderten Vorgänge durch offizielle Stellen steht bislang aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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An der Spitze der ukrainischen Führung entfaltet sich ein dramatischer Machtkampf. Der ehemalige Oberbefehlshaber Valery Zaluzhny, als 'Eiserner General' gefeiert, der das Land gerettet hat, hat Präsident Selenskyj mitgeteilt, dass er ihn bei der Präsidentschaftswahl herausfordern wird – ein politisches Erdbeben. Die Beziehungen zwischen den beiden Kriegsikonen sind in Misstrauen und Spannung zerbrochen; Zaluzhny enthüllte, dass 2022 Staatssicherheitsagenten sein Büro gestürmt hätten, wodurch er sich persönlich bedroht fühlte.
Der ehemalige Oberbefehlshaber Valery Zaluzhny hat seine Bereitschaft bestätigt, bei einer Wahl für das Präsidentenamt zu kandidieren, nachdem Präsident Selenskyj ihm eine direkte Frage gestellt hatte. Quellen berichten zudem, dass Selenskyj ein nichtöffentliches Treffen mit Spitzenbeamten abhielt, um die Möglichkeit von Wahlen noch in diesem Jahr zu erörtern, wobei die steigenden Umfragewerte des Präsidenten als zentrales Thema galten.
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