
Japan verdreifacht Ausreisesteuer und verfünffacht Visagebühren
Zum 1. Juli 2026 treten in Japan massive Gebührenerhöhungen für Touristen in Kraft, während weltweit Einreisebestimmungen neu justiert werden – von Erleichterungen in den Emiraten bis zu Aussetzungen in Kap Verde.
Mit dem heutigen 1. Juli 2026 hat Japan die sogenannte Sayonara-Steuer für alle ausreisenden Passagiere von 1.000 auf 3.000 Yen (etwa 18 US-Dollar) verdreifacht und zugleich die Gebühren für Einreisevisa drastisch angehoben. Ein Visum zur einmaligen Einreise kostet nun 15.000 Yen statt bisher 3.000 Yen, für mehrfache Einreisen werden 30.000 Yen fällig – eine Verfünffachung, die erstmals seit 1978 die Tarife an das Niveau anderer G7-Staaten angleicht. Parallel senkte die Regierung die Passgebühren für japanische Staatsbürger, um die Mehrbelastung im Inland abzufedern.
Auslöser der Maßnahmen ist der anhaltende Tourismusboom: Japan verzeichnete 2025 mit 42,7 Millionen internationalen Ankünften einen historischen Höchststand. Die zusätzlichen Einnahmen sollen in den Ausbau automatisierter Grenzkontrollen, die Instandhaltung historischer Stätten und die Förderung weniger frequentierter Reiseziele fließen, um den Druck auf überlastete Metropolen wie Tokio, Kyoto und Osaka zu mindern. Gleichzeitig verschärft Tokio die Bedingungen für das Unternehmer-Visum: Das erforderliche Mindestkapital wurde von 5 auf 30 Millionen Yen angehoben, was nach Berichten aus Nepal und Indien stammende Gastronomen und Kleinunternehmer vor existenzielle Probleme stellt. Betroffene sprechen von geplatzten Lebensträumen, während die Regierung auf den Plan einer „Null illegalen Aufenthalte“ verweist.
Die japanischen Schritte sind Teil einer weltweiten Neuordnung von Einreiseregeln. Die Vereinigten Arabischen Emirate erleichtern ihrerseits die Einreise für indonesische, thailändische und philippinische Staatsbürger durch eine ausgeweitete Visa-on-Arrival-Regelung, schränken jedoch die bisherige Praxis für indische Inhaber britischer Aufenthaltstitel ein. Kap Verde setzte die Visumerteilung bei Ankunft für 96 Staaten aus und verlangt nun zwingend ein vorab beantragtes Konsulatsvisum – eine Reaktion auf Sicherheitsbedenken und irreguläre Migration. Die USA starteten ein Pilotprogramm für beschleunigte Visatermine gegen eine Zusatzgebühr von 750 Dollar, während Kuwait langfristige Aufenthaltsgenehmigungen von bis zu 15 Jahren für Investoren einführte.
Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die visumfreie Kurzaufenthaltsregelung für Japan unberührt, doch die erhöhte Ausreisesteuer trifft alle Passagiere gleichermaßen. Die japanische Regierung betont, die Mittel kämen unmittelbar der touristischen Infrastruktur zugute. In den Emiraten läuft für von Flugausfällen betroffene Besucher noch bis zum 9. Juli eine Gnadenfrist zur Statusregulierung. Die Kumulation der Änderungen zeigt, wie Staaten Mobilität zunehmend nach innenpolitischen und wirtschaftlichen Prioritäten steuern – mit unmittelbaren Folgen für Reisende und Migranten weltweit.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Japan hat die Ausreisesteuer von 1.000 auf 3.000 Yen erhöht und die Visagebühren verfünffacht, um Maßnahmen gegen Overtourism zu finanzieren. Die Regierung hält diese Abgaben für notwendig, um den Rekordzustrom ausländischer Besucher zu bewältigen und lokale Störungen abzumildern.
Japan hat die Visagebühren zum ersten Mal seit 1978 erhöht und verweist auf Rekordinflation und einen stark geschwächten Yen. Während offiziell wirtschaftlicher Druck angeführt wird, sehen einige Beobachter auch den Tourismusboom als mitverantwortlich.
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