
Utah entzieht Internat nach Missbrauchsvorwürfen die Lizenz
Die Gesundheitsbehörde Utahs hat der Provo Canyon School, in der Paris Hilton eigenen Angaben zufolge misshandelt wurde, die Betriebserlaubnis entzogen – der Betrieb muss bis zum 6. August eingestellt werden.
Die Gesundheitsbehörde des US-Bundesstaates Utah hat der Provo Canyon School in Springville die Lizenz entzogen. Die Einrichtung, ein psychiatrisches Wohnbehandlungszentrum für Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren, muss ihren Betrieb bis zum 6. August einstellen und darf für fünf Jahre keine neue Zulassung beantragen. Zur Begründung verweist die Behörde auf wiederholte Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsauflagen, darunter unnötige körperliche Fixierungen, aggressiver Körperkontakt, Vernachlässigung der Fürsorgepflicht sowie das Versäumnis, Hintergrundüberprüfungen des Personals rechtzeitig durchzuführen. Bereits im Mai waren der Einrichtung wegen eines Vorfalls, bei dem ein verletzter Jugendlicher nicht sofort medizinisch versorgt wurde, vorläufige Auflagen erteilt worden.
Die Schulleitung widersprach der Entscheidung und kündigte an, alle rechtlichen und administrativen Mittel einschließlich einer Berufung zu prüfen. Man bleibe der sicheren und hochwertigen Versorgung der Jugendlichen verpflichtet. Paris Hilton, die nach eigenen Angaben Ende der 1990er Jahre elf Monate in der Einrichtung verbrachte und dort körperliche sowie sexuelle Gewalt erlitt, begrüßte den Lizenzentzug hingegen als Ergebnis jahrelangen Protests. Sie erklärte, der Staat habe bestätigt, was Überlebende seit Langem wüssten: Die Schule habe die ihr anvertrauten Kinder im Stich gelassen. Hilton hatte ihre Erlebnisse 2020 öffentlich gemacht und setzt sich seither für strengere Regulierung sogenannter „Troubled Teen“-Einrichtungen ein.
Die Vorgänge in Utah sind Teil einer breiteren Debatte über ein Netzwerk privater, gewinnorientierter Jugendhilfeeinrichtungen, das in den USA seit Jahrzehnten kritisiert wird. Aus Sicht von Beobachtern in Washington spielt Utah eine überproportionale Rolle in dieser Branche. Hilton sagte mehrfach vor dem Kongress und Parlamenten von Bundesstaaten aus und trug zur Verabschiedung von Schutzgesetzen in Utah und 15 weiteren Staaten bei. Die nun geahndeten Verstöße ereigneten sich unter der aktuellen Betreibergesellschaft, die nicht mit jener aus Hiltons Zeit identisch ist, und betreffen Vorfälle aus den Jahren 2025 und 2026.
Die Behörde wird die Einrichtung in den kommenden Wochen weiterhin wöchentlich kontrollieren, um eine geordnete Entlassung der Jugendlichen in sichere Umgebungen zu gewährleisten. Die Schule kann innerhalb von 15 Tagen eine Anhörung beantragen. Parallel dazu bestehen für den Jungen-Campus in Provo vorläufige Aufnahmebeschränkungen. Der Fall gilt in den USA als Präzedenzfall für die Durchsetzung von Aufsichtsstandards in einem Sektor, der nach Darstellung von Kritikern lange von mangelnder Transparenz geprägt war.
| Indische & südasiatische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
Paris Hilton feiert die Schließung der Schule, ein Sieg für die Opfer.
Der Artikel nutzt Hiltons persönliche Feier als erzählerischen Aufhänger, um die regulatorische Maßnahme als moralischen Triumph darzustellen.
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Der Staat handelte aufgrund von Verstößen; die Schule hat die Möglichkeit zu antworten.
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Paris Hiltons Horror-Schule verliert endlich ihre Lizenz – Gerechtigkeit für die Missbrauchten.
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