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Ausgabe von 06:00 CETSamstag, 11. Juli 2026
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Justiz & RechtMittwoch, 8. Juli 2026

Lebenslange Haft für Berliner Palliativarzt – und Urteil gegen Mediziner im Missbrauchsnetzwerk

Ein Berliner Gericht verurteilt einen Palliativmediziner wegen 15-fachen Mordes zur Höchststrafe; ein Onkologe erhält fünf Jahre Haft für Beihilfe zu Vergewaltigungen in einem chinesischen Netzwerk.

Das Berliner Landgericht hat am Mittwoch den Palliativmediziner Johannes M. wegen Mordes in 15 Fällen zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Zudem ordnete die Kammer Sicherungsverwahrung sowie ein lebenslanges Berufsverbot an. Nach Überzeugung des Gerichts tötete der 41-Jährige zwischen September 2021 und Juli 2024 zwölf Frauen und drei Männer im Alter von 25 bis 94 Jahren, indem er ihnen bei Hausbesuchen ohne deren Wissen ein Gemisch aus Betäubungsmitteln und einem Muskelrelaxans verabreichte. Die Vorsitzende Richterin Sylvia Busch bezeichnete den Angeklagten als „Serienmörder“ und sah den Antrieb nicht in Mitleid, sondern in einer „Machtausübung über die Opfer“. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Arzt vorgeworfen, aus reiner „Mordlust“ gehandelt zu haben.

Die Ermittlungen waren durch Hinweise eines Pflegedienstes und auffällige Brände ins Rollen gekommen. Der Angeklagte legte nach Darstellung der Anklage mehrfach Feuer, um Spuren zu verwischen. Toxikologische Gutachten und die Auswertung von Mobiltelefonen erhärteten den Tatverdacht. Kurz vor Prozessende gestand Johannes M. zwölf der Taten und erklärte, er habe sich eingeredet, den Patienten „Leid und Siechtum“ zu ersparen. Die Verteidigung plädierte auf eine Verurteilung ohne Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und ohne Sicherungsverwahrung, da kein Hang zum Töten belegt sei. Das Gericht folgte dem nicht.

Parallel zu diesem Verfahren untersucht die Berliner Staatsanwaltschaft 76 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Arzt. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, handelte es sich nach Einschätzung deutscher Medien um eine der größten Serienmordserien der deutschen Kriminalgeschichte. Der Fall weckt Erinnerungen an den Krankenpfleger Niels Högel, der 2019 wegen 85 Morden verurteilt wurde. Die Angehörigen der Opfer betonten im Prozess, die Schwerkranken hätten weiterleben wollen; die Mutter der jüngsten Getöteten sagte, ihre Tochter habe nie den Wunsch zu sterben geäußert.

In einem getrennten Verfahren verurteilte das Berliner Landgericht am selben Tag den Onkologen Zhiting S. zu fünf Jahren Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 32-Jährige einem Haupttäter eines vorwiegend aus chinesischen Staatsangehörigen bestehenden Netzwerks Anleitungen gab, mit welchen Beruhigungsmitteln Frauen betäubt werden können, um sie anschließend zu vergewaltigen. Die Taten wurden gefilmt und in Telegram-Gruppen mit zehntausenden Mitgliedern verbreitet; die Opfer wurden dort als „tote Schweine“ bezeichnet. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft sprach von einer „besonderen Rücksichtslosigkeit“ und einer „Verdinglichung der Opfer“. Zhiting S. wurde zudem in drei Fällen des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden, die er noch in China begangen hatte. Eine Auslieferung nach China scheidet nach deutschem Recht aus, da dort die Todesstrafe drohen kann. Der Strafverteidiger kündigte Revision an. Die Verfahren gegen weitere Mitglieder des Netzwerks dauern an.

Divergenz — wer erzählt sie wie
Achse: Intensità della condanna
22%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von −0.80 bis −0.30
atlantica (più accusatoria)europea_continentale (meno accusatoria)
EURATLCIN
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.30critical
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.80critical
Chinesische Presse−0.40critical
Kontinentaleuropäische Presse−0.30
Stimme

Die deutsche Justiz bekräftigt ihre Autorität mit einem exemplarischen Urteil und stellt klar, dass das Gesetz den Missbrauch medizinischen Vertrauens nicht duldet.

Mechanismusgiudizializzazione

Der Rahmen macht das Urteil zum zentralen Ereignis, konzentriert sich auf rechtliche Verfahren und die Begründung des Gerichts und legitimiert so den Gerichtsprozess als angemessene Reaktion.

Auslassung

Die sensationellen Details aus anderen Blöcken, wie das Zitat der Staatsanwaltschaft von 'Mordlust' und die Brandstiftungsversuche, werden weggelassen, um einen nüchternen, juristischen Ton zu wahren.

DistanzPragmatismus
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.80
Stimme

Die Zivilgesellschaft verurteilt den mörderischen Arzt ohne Berufung und fordert, dass die Gerechtigkeit exemplarisch sei und keine Gnade gezeigt werde.

Mechanismuspersonificazione del male

Der Rahmen reduziert den Arzt auf eine reine Bösewicht-Figur ('Mordlust'), macht moralische Empörung zur treibenden Erzählung und vereinfacht den Fall zu einer klaren Schurken-Opfer-Geschichte.

Auslassung

Die rechtlichen Nuancen und die Möglichkeit der Resozialisierung (Sicherungsverwahrung) aus der deutschen Presse werden weggelassen. Der Rahmen ignoriert die sorgfältige Begründung des Gerichts und präsentiert ein Schwarz-Weiß-Bild.

AlarmEmpörungDringlichkeitGeteilte Stimmen
Chinesische Presse−0.40
Stimme

Der chinesische Staat beobachtet die deutsche Justiz mit Distanz und bestätigt, dass Serienstraftäter überall bestraft werden.

Mechanismusuniversalizzazione

Der Rahmen präsentiert den Fall als universelles Beispiel für Gerechtigkeit und verstärkt die Idee, dass alle Staaten Serienmörder hart bestrafen, ohne auf lokale rechtliche Besonderheiten oder emotionale Details einzugehen.

Auslassung

Die emotionalen Details der Opfer und die dramatische Charakterisierung der Staatsanwaltschaft als 'Mordlust' werden weggelassen. Die chinesische Presse erwähnt weder die Brandstiftung noch die reißerischste Sprache, sondern konzentriert sich auf die Zahlen und das Urteil.

DistanzPragmatismus

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Mittwoch, 8. Juli 2026

Lebenslange Haft für Berliner Palliativarzt – und Urteil gegen Mediziner im Missbrauchsnetzwerk

Ein Berliner Gericht verurteilt einen Palliativmediziner wegen 15-fachen Mordes zur Höchststrafe; ein Onkologe erhält fünf Jahre Haft für Beihilfe zu Vergewaltigungen in einem chinesischen Netzwerk.

Das Berliner Landgericht hat am Mittwoch den Palliativmediziner Johannes M. wegen Mordes in 15 Fällen zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Zudem ordnete die Kammer Sicherungsverwahrung sowie ein lebenslanges Berufsverbot an. Nach Überzeugung des Gerichts tötete der 41-Jährige zwischen September 2021 und Juli 2024 zwölf Frauen und drei Männer im Alter von 25 bis 94 Jahren, indem er ihnen bei Hausbesuchen ohne deren Wissen ein Gemisch aus Betäubungsmitteln und einem Muskelrelaxans verabreichte. Die Vorsitzende Richterin Sylvia Busch bezeichnete den Angeklagten als „Serienmörder“ und sah den Antrieb nicht in Mitleid, sondern in einer „Machtausübung über die Opfer“. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Arzt vorgeworfen, aus reiner „Mordlust“ gehandelt zu haben.

Die Ermittlungen waren durch Hinweise eines Pflegedienstes und auffällige Brände ins Rollen gekommen. Der Angeklagte legte nach Darstellung der Anklage mehrfach Feuer, um Spuren zu verwischen. Toxikologische Gutachten und die Auswertung von Mobiltelefonen erhärteten den Tatverdacht. Kurz vor Prozessende gestand Johannes M. zwölf der Taten und erklärte, er habe sich eingeredet, den Patienten „Leid und Siechtum“ zu ersparen. Die Verteidigung plädierte auf eine Verurteilung ohne Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und ohne Sicherungsverwahrung, da kein Hang zum Töten belegt sei. Das Gericht folgte dem nicht.

Parallel zu diesem Verfahren untersucht die Berliner Staatsanwaltschaft 76 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Arzt. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, handelte es sich nach Einschätzung deutscher Medien um eine der größten Serienmordserien der deutschen Kriminalgeschichte. Der Fall weckt Erinnerungen an den Krankenpfleger Niels Högel, der 2019 wegen 85 Morden verurteilt wurde. Die Angehörigen der Opfer betonten im Prozess, die Schwerkranken hätten weiterleben wollen; die Mutter der jüngsten Getöteten sagte, ihre Tochter habe nie den Wunsch zu sterben geäußert.

In einem getrennten Verfahren verurteilte das Berliner Landgericht am selben Tag den Onkologen Zhiting S. zu fünf Jahren Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 32-Jährige einem Haupttäter eines vorwiegend aus chinesischen Staatsangehörigen bestehenden Netzwerks Anleitungen gab, mit welchen Beruhigungsmitteln Frauen betäubt werden können, um sie anschließend zu vergewaltigen. Die Taten wurden gefilmt und in Telegram-Gruppen mit zehntausenden Mitgliedern verbreitet; die Opfer wurden dort als „tote Schweine“ bezeichnet. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft sprach von einer „besonderen Rücksichtslosigkeit“ und einer „Verdinglichung der Opfer“. Zhiting S. wurde zudem in drei Fällen des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden, die er noch in China begangen hatte. Eine Auslieferung nach China scheidet nach deutschem Recht aus, da dort die Todesstrafe drohen kann. Der Strafverteidiger kündigte Revision an. Die Verfahren gegen weitere Mitglieder des Netzwerks dauern an.

Divergenz — wer erzählt sie wie
Achse: Intensità della condanna
22%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von −0.80 bis −0.30
atlantica (più accusatoria)europea_continentale (meno accusatoria)
EURATLCIN
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.30critical
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.80critical
Chinesische Presse−0.40critical
Kontinentaleuropäische Presse−0.30
Stimme

Die deutsche Justiz bekräftigt ihre Autorität mit einem exemplarischen Urteil und stellt klar, dass das Gesetz den Missbrauch medizinischen Vertrauens nicht duldet.

Mechanismusgiudizializzazione

Der Rahmen macht das Urteil zum zentralen Ereignis, konzentriert sich auf rechtliche Verfahren und die Begründung des Gerichts und legitimiert so den Gerichtsprozess als angemessene Reaktion.

Auslassung

Die sensationellen Details aus anderen Blöcken, wie das Zitat der Staatsanwaltschaft von 'Mordlust' und die Brandstiftungsversuche, werden weggelassen, um einen nüchternen, juristischen Ton zu wahren.

DistanzPragmatismus
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.80
Stimme

Die Zivilgesellschaft verurteilt den mörderischen Arzt ohne Berufung und fordert, dass die Gerechtigkeit exemplarisch sei und keine Gnade gezeigt werde.

Mechanismuspersonificazione del male

Der Rahmen reduziert den Arzt auf eine reine Bösewicht-Figur ('Mordlust'), macht moralische Empörung zur treibenden Erzählung und vereinfacht den Fall zu einer klaren Schurken-Opfer-Geschichte.

Auslassung

Die rechtlichen Nuancen und die Möglichkeit der Resozialisierung (Sicherungsverwahrung) aus der deutschen Presse werden weggelassen. Der Rahmen ignoriert die sorgfältige Begründung des Gerichts und präsentiert ein Schwarz-Weiß-Bild.

AlarmEmpörungDringlichkeitGeteilte Stimmen
Chinesische Presse−0.40
Stimme

Der chinesische Staat beobachtet die deutsche Justiz mit Distanz und bestätigt, dass Serienstraftäter überall bestraft werden.

Mechanismusuniversalizzazione

Der Rahmen präsentiert den Fall als universelles Beispiel für Gerechtigkeit und verstärkt die Idee, dass alle Staaten Serienmörder hart bestrafen, ohne auf lokale rechtliche Besonderheiten oder emotionale Details einzugehen.

Auslassung

Die emotionalen Details der Opfer und die dramatische Charakterisierung der Staatsanwaltschaft als 'Mordlust' werden weggelassen. Die chinesische Presse erwähnt weder die Brandstiftung noch die reißerischste Sprache, sondern konzentriert sich auf die Zahlen und das Urteil.

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