
FBI-Untersuchung gegen Argentiniens Fußballverband wegen Geldwäscheverdachts
Während der WM 2026 prüfen US-Bundesbehörden Transaktionen der AFA in Höhe von mindestens 260 Millionen Dollar über amerikanische Banken.
Das Federal Bureau of Investigation (FBI) und das US-Justizministerium haben eine vorläufige Untersuchung der Finanzoperationen des argentinischen Fußballverbands (AFA) auf amerikanischem Boden eingeleitet. Nach übereinstimmenden Berichten, die sich auf Recherchen der argentinischen Zeitung La Nación stützen, befragen Bundesstaatsanwälte und FBI-Agenten seit der vergangenen Woche Zeugen zu der Frage, wie die von Präsident Claudio Tapia geführte Organisation Hunderte Millionen Dollar durch das US-Bankensystem schleuste und ob dabei Straftaten wie Geldwäsche oder Bankbetrug begangen wurden. Die Ermittlungen befinden sich in einem frühen Stadium; eine formelle Anklage ist bisher nicht erhoben.
Im Zentrum der Prüfung steht die in Florida ansässige Firma TourProdEnter LLC des Theaterproduzenten Javier Faroni. Sie fungierte nach Darstellung der Ermittler als Inkassostelle für internationale Vermarktungsverträge der AFA – darunter Vereinbarungen mit Adidas und Warner – und wickelte über Konten bei Citibank, Bank of America, JPMorgan, PNC Bank und Synovus mindestens 260 Millionen Dollar an Verbandseinnahmen ab. Aus den von La Nación ausgewerteten Bankunterlagen geht hervor, dass rund 57 Millionen Dollar an Gesellschaften und Begünstigte flossen, deren wirtschaftliche Rechtfertigung aus den Dokumenten nicht ersichtlich ist. Ein Teil der Transfers soll an Firmen gegangen sein, die von Sozialhilfeempfängern kontrolliert wurden, sowie an Unternehmen mit Verbindungen zum AFA-Schatzmeister Pablo Toviggino und dessen Umfeld.
Aus Sicht der US-Strafverfolger begründet die Nutzung amerikanischer Finanzinstitute die Zuständigkeit. Die Federführung liegt bei den Bundesstaatsanwälten Patrick Gushue und Christopher Ting in Washington sowie Michael Berger im südlichen Bezirk von Florida. Die Untersuchung nahm 2025 Gestalt an, nachdem das argentinische Sicherheitsministerium unter Patricia Bullrich bereits im September 2024 Informationen an US-Behörden übermittelt hatte; damals sah das FBI noch keine ausreichende Grundlage für ein Strafverfahren. Vertreter der AFA, darunter ihr Botschafter in den USA, Tomás Regalado, verwiesen bei einem Forum in Miami auf die Unschuldsvermutung und betonten, Ermittlungen allein begründeten keine Schuld.
Die Vorgänge fallen in eine Phase erhöhten Drucks auf die AFA-Führung. In Argentinien selbst durchsuchten Sicherheitskräfte im Dezember 2025 Verbandszentralen und 18 Vereine wegen des Verdachts der Geldwäsche; zudem laufen Verfahren wegen möglicher Steuerhinterziehung. Die US-Ermittler prüfen nun weitere Zeugen, darunter frühere Regierungsmitarbeiter der Regierung Milei, die Zugang zu sensiblen Informationen über die AFA-Finanzen hatten. Mit einer Entscheidung über die formelle Eröffnung eines Strafverfahrens wird nach Angaben aus Justizkreisen frühestens nach dem Ende der Weltmeisterschaft gerechnet.
| Lateinamerikanische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.20 | neutral |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
Argentinien prangert den Schatten der Geldwäsche über seinem Fußballverband mitten in der Weltmeisterschaft an.
Durch die Betonung des Zeitpunkts des Skandals (während der WM) und die Verwendung eines Vokabulars von 'Skandal' und 'Ermittlung' wird ein Gefühl unmittelbarer Krise und impliziter Schuld erzeugt.
Lässt aus, dass Argentinien selbst die USA 2024 über verdächtige Transaktionen informiert hat, was das Ausmaß des Skandals verringern würde.
Die arabische Welt verzeichnet die amerikanische Untersuchung als normales rechtliches Verfahren gegen mögliches finanzielles Fehlverhalten.
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