
Peking knüpft Pipeline-Bau an russische Inlandspreise – EU signalisiert Schutzmaßnahmen gegen China
Einem Zeitungsbericht zufolge verlangt China für die Pipeline „Power of Siberia 2“ Gas zu subventionierten Inlandspreisen; parallel prüft die EU Notfallzölle auf chinesische Exporte.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat die chinesische Führung den Bau der Erdgaspipeline „Power of Siberia 2“ an die Bedingung geknüpft, dass Russland das Gas zu Preisen liefert, die dem subventionierten russischen Binnenmarkt entsprechen. Wie die Zeitung unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen schreibt, wurde diese Forderung bei einem Treffen mit der Gazprom-Spitze vor dem Besuch von Präsident Wladimir Putin in Peking im Mai erhoben. Die chinesische Seite habe die russischen Gesprächspartner zudem aufgefordert, das Thema nicht erneut anzusprechen, solange Moskau seine Konditionen nicht ändere. Das Abkommen über die Pipeline, die russisches Gas über die Mongolei nach China leiten soll, kam bei dem Gipfeltreffen nicht zustande.
Aus Pekinger Sicht, so rekonstruiert es das Blatt, hat der Ukraine-Krieg die Machtbalance grundlegend verschoben. China, auf das nach offiziellen Angaben mittlerweile rund 40 Prozent des russischen Außenhandels entfallen, nutze seine wirtschaftliche Dominanz, um für sich vorteilhafte Bedingungen durchzusetzen. Gleichzeitig baue die Führung in Peking gezielt Kontakte zu russischen Eliten auf, die für eine Zeit nach Putin als relevant gelten. Der Kreml wies die Darstellung einer asymmetrischen Partnerschaft umgehend zurück. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow erklärte, die Beziehungen beruhten auf dem Prinzip der Gleichheit; jede Charakterisierung Russlands als „Juniorpartner“ sei falsch. Die jüngsten Handelsdaten untermauern indes die wirtschaftliche Verflechtung: Der bilaterale Warenaustausch stieg im ersten Halbjahr 2026 um 25,6 Prozent auf 134,2 Milliarden Dollar, wobei Russland einen Überschuss erzielte.
Die zögerliche Haltung Chinas in den Pipeline-Verhandlungen hat für Moskau handfeste Konsequenzen: Ohne die neue Leitung fehlt eine wesentliche Alternative für Gasexporte, die zuvor nach Europa flossen. Zugleich sieht sich die Europäische Union mit einer sprunghaft gestiegenen chinesischen Exportoffensive konfrontiert. Der stellvertretende Generaldirektor für Handel der EU-Kommission, Denis Redonnet, signalisierte vor dem Handelsausschuss des Europäischen Parlaments, dass die Union bereit sei, notfalls Schutzmaßnahmen wie Zölle und Quoten fallweise einzuführen. Hintergrund ist ein um fast ein Viertel gewachsener Handelsbilanzüberschuss Chinas gegenüber der EU im ersten Halbjahr 2026. Redonnet zufolge erwarte Brüssel vor Oktober keine strukturelle Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaftspolitik, weshalb man nun sektorspezifische Gegenmaßnahmen prüfe.
Die Verhandlungen über „Power of Siberia 2“ ziehen sich bereits seit 2020 hin. Ursprünglich waren verschiedene Routen im Gespräch, ehe die mongolische Trasse favorisiert wurde. Strittig blieb stets der Preis. Präsident Putin hatte noch im Juni von einer „stetigen“ Zunahme des Handels gesprochen und auf marktbasierte Preisformeln verwiesen. Die nun bekannt gewordene chinesische Forderung nach Inlandspreisen deutet darauf hin, dass Peking seine Verhandlungsposition weiter verhärtet hat. Auf europäischer Ebene steht eine formelle Entscheidung über Schutzmaßnahmen noch aus; die Kommission will zunächst die betroffenen Sektoren identifizieren. Der weitere Fortgang beider Dossiers dürfte maßgeblich davon abhängen, ob Moskau zu Zugeständnissen bereit ist und wie stark der Druck chinesischer Exporte auf die europäischen Märkte anhält.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | +0.20 | neutral |
The West observes with analytical detachment the power reversal between Moscow and Beijing, highlighting Russian dependence and China's strong position.
The use of concrete economic data (40% of foreign trade) and anonymous quotes builds a hierarchy of dependence that makes Russian subordination plausible.
The official Russian rebuttal rejecting the junior partner characterization is omitted, as is the context of ongoing pipeline negotiations.
Russia forcefully rejects the 'junior partner' label and reaffirms full parity with China, without entering into the details of the negotiations.
Assertive repetition of the equality principle without providing counter-evidence, delegitimizing the source as erroneous and shifting focus to sovereignty.
China's demand for gas at domestic prices and any indication of economic asymmetry, such as 40% of Russian foreign trade in Chinese hands, are omitted.
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