
Sojus-Rakete bringt neuen ISS-Crew ins All: Anil Menon startet zu achtmonatiger Mission
Mit dem Start der Sojus MS-29 setzen die USA und Russland ihre Kooperation auf der Internationalen Raumstation fort – an Bord auch ein Astronaut mit indischen Wurzeln und medizinischem Auftrag.
Vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan hat am 14. Juli 2026 um 20:17 Uhr IST (16:47 Uhr MESZ) eine Sojus-MS-29-Rakete planmäßig abgehoben und nach einem dreistündigen Flug automatisch am Pritschal-Modul der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt. An Bord befanden sich der NASA-Astronaut Anil Menon sowie die Roskosmos-Kosmonauten Pjotr Dubrow und Anna Kikina. Für Menon ist es der erste Raumflug, für Dubrow und Kikina der jeweils zweite. Die drei werden als Teil der Expeditionen 74 und 75 rund acht Monate auf der ISS verbringen und voraussichtlich im April 2027 zur Erde zurückkehren.
Menon, 49, ist Notfallmediziner, Oberst der US Space Force und wurde 2021 in das Astronautenkorps der NASA aufgenommen. Seine wissenschaftliche Agenda an Bord umfasst mehrere Schwerpunkte: Er wird untersuchen, wie sich die Mikrogravitation auf Blutfluss, Venenstruktur und Blutzusammensetzung auswirkt, ein System zur Herstellung intravenöser Flüssigkeiten aus dem Trinkwassersystem der Station testen und die Produktion von Halbleiterkristallen in Schwerelosigkeit vorantreiben. Hinzu kommen KI-gestützte Ultraschallverfahren und das Bioprinting von Gefäßgewebe. Diese Arbeiten sind nicht nur für künftige Langzeitmissionen zum Mond und zum Mars relevant, sondern könnten auch terrestrische Anwendungen in der Medizintechnik und Materialforschung befördern.
Aus geopolitischer Sicht unterstreicht der Flug die fortdauernde operative Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau im All, ungeachtet der Spannungen infolge des Ukraine-Kriegs. Erstmals seit acht Jahren reiste mit Jared Isaacman wieder ein NASA-Administrator nach Baikonur, um einem bemannten Start beizuwohnen. Isaacman traf vor dem Start mit Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow zusammen und würdigte die professionelle Integration der Teams. An Bord der ISS wird die Crew zudem auf die ESA-Astronautin Sophie Adenot treffen, was die europäische Beteiligung an der Stationsforschung unterstreicht.
Begleitet wird die Mission von einer symbolischen Fracht: Zeichnungen indischer Schulkinder, die im Rahmen eines Wettbewerbs zum 65. Jahrestag des Gagarin-Flugs entstanden und die russisch-indische Kooperation in der Raumfahrt würdigen. Menons familiäre Wurzeln reichen über seinen Vater nach Kerala, sein Urgroßvater war der Jurist und Freiheitskämpfer Sir Chetur Shankaran Nair. In indischen Medien wird der Flug als Meilenstein für die Diaspora gewertet.
Der nächste planmäßige Einschnitt ist die Rückkehr der Sojus-MS-29-Crew im April 2027. Bis dahin werden die Experimente kontinuierlich Daten liefern, die in die Vorbereitung der Artemis-Mondmissionen und perspektivisch bemannter Marsflüge einfließen.
| Indische & südasiatische Presse | +0.80 | aligned |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Golfpresse | +0.20 | neutral |
Der Stolz der indischen Diaspora drückt sich durch den Erfolg von Anil Menon aus, der die Träume indischer Kinder ins All trägt.
Die indische Presse betont die ethnische Herkunft des Astronauten und die symbolische Fracht der Kinderzeichnungen, um eine emotionale Verbindung zum Publikum herzustellen und ein technisches Ereignis in eine Erzählung von Zugehörigkeit und Leistung zu verwandeln.
Die indische Presse unterlässt es zu betonen, dass Menon US-Bürger ist und die Mission in erster Linie eine NASA-Roscosmos-Operation ist, keine indische Initiative.
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Die Weltraumkooperation zwischen den USA und Russland setzt sich trotz Spannungen fort, demonstriert durch den gemeinsamen Start und den Besuch des NASA-Chefs.
Die Golf-arabische Presse wählt das Element des Besuchs des NASA-Direktors aus, um die Kontinuität der Zusammenarbeit zu betonen und den Start als Symbol wissenschaftlicher Diplomatie darzustellen.
Die Golf-arabische Presse erwähnt die indische Herkunft des Astronauten und die symbolische Fracht nicht, sondern konzentriert sich stattdessen auf die US-Russland-Kooperation.
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