
Argentinische Vizepräsidentin schürt politische Spannungen vor WM-Halbfinale gegen England
Victoria Villarruel bezeichnete die englische Mannschaft als „usurpierende Piraten“ und verknüpfte das Spiel mit dem Souveränitätsanspruch auf die Falklandinseln, während Trainer und Sicherheitsbehörden auf Entpolitisierung drängen.
Wenige Stunden vor dem WM-Halbfinale zwischen Argentinien und England am Mittwoch in Atlanta hat die argentinische Vizepräsidentin Victoria Villarruel die englische Mannschaft in einem Beitrag auf der Plattform X als „usurpierende Piraten“ bezeichnet und das Spiel mit dem historischen Anspruch auf die Falklandinseln (Malvinas) verknüpft. Die argentinische Sicherheitsministerin Alejandra Monteoliva untersagte daraufhin das Mitführen von Fahnen oder anderen Symbolen mit Bezug zu den Falklandinseln im Stadion, während Nationaltrainer Lionel Scaloni sich ausdrücklich von einer politischen Aufladung der Partie distanzierte.
Villarruel, deren Vater als Soldat am Falklandkrieg von 1982 teilnahm, schrieb: „Gegen die Engländer ist es immer etwas mehr. Es sind die Malvinas, es ist Diego, es ist Leos letztes Turnier, und es geht darum, die Invasoren zu stoppen.“ Die Vizepräsidentin, die sich laut argentinischen Medien derzeit in einem angespannten Verhältnis zu Staatspräsident Javier Milei befindet, unterstrich damit ihr nationalkonservatives Profil. In Buenos Aires wird der Vorstoß auch als innenpolitisches Signal gewertet, mit dem Villarruel ihre Position innerhalb des Regierungslagers festigen will.
Demgegenüber bemühten sich die sportliche Leitung und Veteranenverbände um eine Entpolitisierung. Trainer Scaloni erklärte, es handele sich um ein reines Fußballspiel, und die Föderation der Kriegsveteranen vom 2. April betonte, zwischen sportlichem Eifer und der nationalen Sache müsse eine klare Trennlinie gezogen werden. Die US-Behörden stuften die Begegnung als das Spiel mit dem höchsten Risiko des gesamten Turniers ein; rund 30.000 argentinische und 20.000 englische Fans werden erwartet und getrennt zum Stadion geführt.
Der Falklandkonflikt, der 1982 in einem 74-tägigen Krieg mit 649 argentinischen und 255 britischen Todesopfern endete, ist in Argentinien ein zentrales nationales Thema. Das Viertelfinalspiel der WM 1986, das Argentinien mit zwei Toren von Diego Maradona – darunter die „Hand Gottes“ – gewann, gilt vielen Argentiniern als symbolische Genugtuung. Für Lionel Messi ist es die erste Begegnung mit England in seiner Karriere. Der Ausgang des Halbfinales wird nicht nur über den Einzug ins Endspiel gegen Spanien entscheiden, sondern auch darüber, ob die politische Aufladung des Spiels über den Sport hinaus Wirkung entfaltet. Eine offizielle Reaktion aus London lag zunächst nicht vor.
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Argentinien beansprucht seine Geschichte und seinen Fußball gegen die englischen 'Piraten-Usurpatoren'.
Indem der Block die Aussage als natürliche emotionale Reaktion darstellt, normalisiert er die Politisierung des Sports und lässt die argentinische Position legitim erscheinen.
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Die argentinische Vizepräsidentin instrumentalisiert den Sport mit einem militaristischen und nationalistischen Diskurs.
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Argentinien tritt den englischen Invasoren mit dem Stolz von Malvinas, Maradona und Messi entgegen.
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