
Trump kritisiert Englands Taktik: „Kane in der Defensive war ein Fehler“
Nach der 1:2-Niederlage gegen Argentinien im WM-Halbfinale meldet sich der US-Präsident zu Wort und stellt die Entscheidungen von Trainer Thomas Tuchel infrage.
England stand fünf Minuten vor dem ersten WM-Finale seit 1966 – und verlor doch. Im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 in Atlanta führten die Three Lions durch einen Treffer von Anthony Gordon in der 55. Minute mit 1:0 gegen Titelverteidiger Argentinien. Dann zog sich das Team von Thomas Tuchel immer weiter zurück, wechselte defensiv und brachte schließlich sechs gelernte Verteidiger auf den Platz. Lionel Messi nutzte die Räume, legte in der 85. Minute für Enzo Fernández auf und bediente in der Nachspielzeit Lautaro Martínez per Flanke – 2:1 für Argentinien, das nun am Sonntag in New York gegen Spanien um den Titel spielt.
Aus Washingtoner Sicht war die taktische Ausrichtung der Engländer ein Rätsel. US-Präsident Donald Trump, Gastgeber des Turniers, äußerte sich bei einem FIFA-Empfang im Trump Tower und nahm dabei besonders die Rolle von Kapitän Harry Kane ins Visier. „Sie haben vielleicht einen Fehler gemacht, als sie ihn zum Defensivspieler machten“, sagte Trump, der vor 18 Monaten mit Kane in Florida Golf gespielt hatte. Er fügte hinzu: „Sie gingen in Führung und stellten ihren besten Spieler in die Abwehr. Man muss doch ein bisschen offensiv bleiben, oder?“ Zugleich räumte Trump ein, kein Fußballexperte zu sein: „Was weiß ich schon vom Coachen? Es war ungewöhnlich, aber Harry ist ein großartiger Kerl.“
In London verteidigte Tuchel seine Entscheidungen. „Ich bereue nichts“, sagte der deutsche Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel um Platz drei. Er habe versucht, dem Team zu helfen, und vertraue auf seinen Instinkt. Die Verantwortung für das Ausscheiden übernehme er allein. Der englische Fußballverband FA stärkte Tuchel den Rücken; sein Vertrag läuft bis 2028. Tuchel sprach von einer „Narbe“, die die Spieler nun trügen, und verwies auf den Rückstand zu den Top-Nationen Argentinien, Spanien und Frankreich, den es aufzuholen gelte.
Für England bleibt das Duell um den dritten Platz gegen Frankreich am Samstag in Miami. Tuchel kündigte personelle Veränderungen an und forderte eine Reaktion. Aus Sicht der FIFA ist das Turnier bereits jetzt ein Erfolg: Präsident Gianni Infantino sprach von der „größten menschlichen, sozialen und kulturellen Veranstaltung, die die Menschheit je erlebt hat“. Trump nannte die WM das „vielleicht erfolgreichste Sportereignis der Weltgeschichte“. Der sportliche Fokus liegt nun auf dem Finale zwischen Argentinien und Spanien – und auf der Frage, wie England die schmerzhafte Niederlage verarbeitet.
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