
US-Behörden machen Eisbergsalat aus Mexiko für Cyclospora-Ausbruch verantwortlich
Die FDA und CDC identifizierten einen einzelnen Lieferanten in Mexiko als Quelle des Parasiten, der in fünf Bundesstaaten über Taco-Bell-Filialen mehr als 1.600 Menschen erkranken ließ.
Die US-amerikanische Lebensmittelüberwachung hat einen mehrmonatigen Ausbruch von Cyclosporiasis auf zerkleinerten Eisbergsalat zurückgeführt, der in Taco-Bell-Restaurants in Indiana, Kentucky, Michigan, Ohio und West Virginia serviert wurde. Am 16. Juli 2026 gaben die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und die Food and Drug Administration (FDA) bekannt, dass die Rückverfolgung der Lieferkette zu einem einzigen Zulieferer aus Mexiko führte. Das kalifornische Unternehmen Taylor Farms, das den Salat über seine mexikanische Tochtergesellschaft bezog, kündigte daraufhin an, sämtlichen Eisbergsalat aus Zentralmexiko freiwillig vom US-Markt zu nehmen – obwohl die FDA die Kontamination auf einen einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb eingrenzt, der weniger als ein Prozent der US-Versorgung ausmacht.
Der Erreger Cyclospora cayetanensis verursacht wässrige, teils wochenlang anhaltende Durchfälle sowie Appetitverlust und Gewichtsabnahme. Die Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen erschwert die Rückverfolgung erheblich, da Betroffene sich oft nicht mehr an alle verzehrten Lebensmittel erinnern. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt; die Infektion erfolgt durch fäkal verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. In den betroffenen Bundesstaaten wurden bislang mehr als 1.644 laborbestätigte Fälle mit den Taco-Bell-Filialen in Verbindung gebracht, 94 Personen mussten stationär behandelt werden. Landesweit gehen die CDC von fast 7.000 Verdachtsfällen in 34 Bundesstaaten aus, wobei Michigan mit über 5.000 gemeldeten Erkrankungen das Epizentrum bildet.
Taylor Farms, ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Salinas Valley, beliefert neben Taco Bell zahlreiche Supermarktketten und andere Restaurantgruppen. Bereits 2013 war ein Cyclospora-Ausbruch mit Salatmischungen der mexikanischen Tochtergesellschaft assoziiert, und 2024 standen von Taylor Farms gelieferte Zwiebeln im Zentrum eines E.-coli-Ausbruchs bei McDonald’s. Taco Bell entfernte den betroffenen Salat noch vor einer behördlichen Anordnung aus der gesamten landesweiten Lieferkette und ersetzte ihn binnen 24 Stunden. Die FDA prüft derzeit, ob der kontaminierte Salat über weitere Vertriebswege in den Handel gelangte, da ein erheblicher Teil der Erkrankten nicht bei Taco Bell gegessen hatte.
Die Untersuchung ist nicht abgeschlossen. Die FDA intensivierte die Grenzkontrollen für die betroffenen Produkte und arbeitet mit dem Lieferanten zusammen, um die genaue Kontaminationsquelle auf Feldebene zu identifizieren. Aus Washingtoner Sicht wird zudem die Entscheidung der CDC vom Vorjahr, die Meldepflicht für Cyclospora im FoodNet-Überwachungssystem auszusetzen, als möglicher Faktor für eine verzögerte Erkennung des Ausbruchs diskutiert. Der nächste fassbare Schritt ist die Veröffentlichung der vollständigen Rückverfolgungsergebnisse durch die FDA, die Aufschluss darüber geben soll, ob weitere Restaurantketten oder Einzelhändler betroffen sind.
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