
Französische Recherche identifiziert über 15.000 KI-generierte Fake-News-Seiten – ein Vielfaches bisheriger Schätzungen
Die systematische Ausbeutung von Empfehlungsalgorithmen durch KI-Inhalte bedroht journalistische Geschäftsmodelle und erfordert neue Erkennungsmethoden sowie regulatorische Antworten.
Eine investigative Recherche des französischen Journalisten Jean-Marc Manach hat mehr als 15.000 Websites identifiziert, die vollständig oder überwiegend mit Hilfe generativer Künstlicher Intelligenz erstellte Nachrichteninhalte veröffentlichen. Die für das Fachportal Next.ink durchgeführte Untersuchung übertrifft damit frühere Erhebungen deutlich: Das auf die Bewertung von Nachrichtenseiten spezialisierte Unternehmen NewsGuard hatte zuletzt weltweit 3.749 derartige Seiten in 16 Sprachen erfasst. Die nun dokumentierten Seiten – überwiegend in französischer Sprache, aber auch 1.500 englischsprachige und 200 deutschsprachige Angebote – dienen in den meisten Fällen nicht politischer Desinformation, sondern der Erzielung von Werbeeinnahmen über hohe Zugriffszahlen aus dem Google-Discover-Feed. Zwei Betreiber sollen innerhalb von drei Monaten mehr als zwei Millionen US-Dollar umgesetzt haben.
Die Recherche legt ein arbeitsteiliges System offen: Weniger als 300 Betreiber kontrollieren 75 Prozent der identifizierten Seiten, einige verwalten Netzwerke mit Hunderten von Domains. Die Inhalte werden mittels KI generiert oder von seriösen Quellen umgeschrieben und unter erfundenen Journalistennamen veröffentlicht – in einem Fall erschienen bis zu 500 Texte pro Tag unter ein und demselben Pseudonym. Zeitweise stammten 20 Prozent der am besten gerankten Seiten bei Google Discover aus solcher Produktion; im Technologie-Segment von Google News erreichte der Anteil ein Drittel. Die brasilianische Journalistengewerkschaft Fenaj spricht von einem „zutiefst unlauteren Wettbewerb“ für den professionellen Journalismus, der in Recherche und Qualifikation investiere, während diese Seiten mit minimalen Kosten die Architektur der Plattformen ausnutzten.
Parallel dazu arbeiten australische Forscher an Methoden, um Menschen die Erkennung KI-generierter Gesichter zu erleichtern. Ein Team der Australian National University trainierte Probanden darauf, nicht nach einzelnen Fehlern wie einem sechsten Finger zu suchen, sondern sechs perzeptuelle Qualitäten zu bewerten – darunter Symmetrie, Proportionalität und Ausdrucksstärke. Alle Teilnehmer verbesserten ihre Erkennungsleistung, Spitzengruppen identifizierten Fälschungen nahezu fehlerfrei. Die Studie, deren Stichprobengröße nicht genannt wurde, setzt auf die Schulung eines Gesamteindrucks statt auf die Jagd nach offensichtlichen Artefakten. In Italien wiederum plädierte Andrea Imperiali, Mitglied des KI-Ausschusses der Regulierungsbehörde AGCOM, auf einer Masterclass im Rahmen des Wirtschaftsforums „LaRipartenza“ in Maratea für eine systemische Betrachtung der KI-Folgen für die Kommunikation, jenseits apokalyptischer oder euphorischer Narrative. Die katholische Kirche hatte sich zuvor in der Enzyklika Magnifica Humanitas (2026) unter Papst Leo XIV. in die Debatte eingeschaltet und zu moralischer Urteilskraft aufgerufen, ohne technische Lösungen vorzugeben.
Auf demselben Forum in Maratea diskutierten italienische Industrie- und Regionalvertreter die wachsenden Energiebedarfe durch KI-Anwendungen und die Notwendigkeit langfristiger Infrastrukturplanung. Der Gründer von Infracorp, Filippo Ghirelli, verwies auf die strategische Bedeutung einer systemischen Energiepolitik, um die Abhängigkeit von externen Akteuren zu verringern. Die nächsten Schritte liegen nun in der Optimierung der Erkennungstrainings, an der das australische Forscherteam arbeitet, sowie in der ab 2025 schrittweise wirksamen Transparenzpflicht für KI-generierte Inhalte im Rahmen des europäischen AI Act.
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
Continental Europe calls for a systemic approach to AI, balancing innovation and regulation.
It uses the authority of a university professor and regulatory committee member to lend credibility to a balanced view.
It does not mention the discovery of 15,000 fake sites or the deepfake detection research, focusing instead on a general debate.
La ricerca australiana dimostra che il pubblico può essere addestrato a riconoscere i deepfake, offrendo una soluzione pratica.
Presenta la ricerca come una risposta concreta a un problema crescente, usando la citazione di un esperto per legittimare l'ottimismo.
Non menziona l'inchiesta francese sui 15.000 siti falsi né il dibattito regolatorio europeo.
The French investigation reveals the enormous scale of AI-generated disinformation, warning of the threat.
It uses concrete numbers (15,000 sites) and the figure of the investigative journalist to create urgency and credibility.
It does not mention the Australian research on deepfake detection training or the European regulatory debate.
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