
US-Angriff nahe iranischem Atomkraftwerk Buschehr nach Ende der Waffenruhe
Ein amerikanisches Geschoss traf das Gelände der Atomanlage Buschehr, während Washington und Teheran sich gegenseitig für das Scheitern des Waffenstillstands verantwortlich machen und die Gewalt eskaliert.
Am Donnerstag, dem 9. Juli, schlug nach Angaben des Vizegouverneurs der iranischen Provinz Buschehr, Ehsan Jahanian, ein US-amerikanisches Projektil auf dem Gelände des dortigen Atomkraftwerks ein. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA zitierte den Beamten mit der Aussage, der Angriff habe den Peripheriebereich der Anlage sowie einen Militärstützpunkt und einen Fischereipier getroffen. Schäden am Reaktor oder ein Austritt von Radioaktivität wurden nicht gemeldet. Das US-Militär äußerte sich zu diesem spezifischen Vorfall nicht, hatte jedoch zuvor von einer nächtlichen Angriffswelle auf rund 90 Ziele im Iran berichtet.
Aus Washingtoner Sicht sind die erneuten Luftschläge eine Reaktion auf iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus und dienen der Schwächung der militärischen Fähigkeiten Teherans. Präsident Donald Trump erklärte die seit April geltende Waffenruhe am 8. Juli für beendet und bezeichnete weitere Verhandlungen als „Zeitverschwendung“. Teheran hingegen wirft den Vereinigten Staaten vor, das im Juni unterzeichnete Memorandum über eine vorläufige Feuerpause gebrochen zu haben, und spricht von einem „eklatanten Kriegsverbrechen“. Die Revolutionsgarden reklamierten Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Jordanien für sich, wobei nach kuwaitischen Angaben mehrere Raketen und Drohnen abgefangen wurden.
Die Nähe der Angriffe zur Atomanlage Buschehr, an der auch russische Fachkräfte von Rosatom tätig sind, hat bei Beobachtern in Moskau und westlichen Hauptstädten die Sorge vor einer nuklearen Katastrophe verstärkt. Der Chef der russischen Atombehörde hatte bereits im Vorjahr vor einem „Tschernobyl vergleichbaren“ Unglück gewarnt. An den Energiemärkten trieb die Eskalation den Preis für Rohöl der Sorte Brent um mehr als sieben Prozent auf über 79 Dollar je Barrel; die wichtigsten Börsen in Europa und Asien verzeichneten Verluste. Die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des globalen Öltransports verläuft, ist durch die anhaltenden Feindseligkeiten in ihrer Funktion gefährdet.
Der Konflikt geht auf die am 28. Februar 2026 begonnene US-amerikanisch-israelische Militäroperation gegen das iranische Atom- und Raketenprogramm zurück, die nach dem Scheitern der Nuklearverhandlungen eingeleitet wurde. Eine zwischenzeitlich vereinbarte Waffenruhe – nach Teheraner Lesart ab April, nach anderen Quellen ab Juni – zerbrach in dieser Woche endgültig. Die Trauerfeierlichkeiten für das verstorbene geistliche Oberhaupt Ali Khamenei überlagerten die diplomatischen Bemühungen zusätzlich. Der Golfkooperationsrat appellierte an den UN-Sicherheitsrat, die iranischen Angriffe auf seine Mitgliedstaaten zu verurteilen und die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten.
Die US-Regierung signalisierte laut dem Portal Axios, dass das Ausmaß der weiteren Eskalation vom Verhalten Teherans abhänge. Der Iran drohte seinerseits mit weiteren Schlägen gegen amerikanische Einrichtungen in der Region. Eine förmliche Aufkündigung der Gespräche wurde von keiner Seite erklärt, doch der diplomatische Pfad liegt derzeit brach. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen könnte sich auf Antrag der Golfstaaten mit der Krise befassen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.50 | critical |
Lateinamerika verurteilt den US-Angriff als Verletzung der Waffenruhe und eine Bedrohung der nuklearen Sicherheit.
Lateinamerika verwendet ausschließlich offizielle iranische Quellen und betont die Nähe zum Reaktor, um eine Erzählung von ungerechtfertigter Aggression zu konstruieren.
Lateinamerika lässt die Anwesenheit russischer Arbeiter im Werk aus, ein Detail, das die Schwere des Angriffs relativieren könnte.
Russland verurteilt den gemeinsamen US-israelischen Angriff als Verletzung der Waffenruhe und eine Bedrohung der nuklearen Sicherheit und hebt die Anwesenheit russischen Personals hervor.
Russland nutzt iranische Quellen und betont die Anwesenheit russischen Personals, um den Konflikt zu internationalisieren und den Angriff als direkte Bedrohung seiner Interessen darzustellen.
Russland lässt aus, dass die USA den Angriff nicht bestätigt haben, was die direkte Anschuldigung schwächt.
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