
Ausschreitungen nach Frankreichs WM-Aus: Rund 160 Festnahmen in Paris und Lyon
Nach der Halbfinalniederlage gegen Spanien kam es in der Nacht zum Nationalfeiertag zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Fans und Polizei; die Behörden melden keine Schwerverletzten.
In der Nacht nach der 0:2-Niederlage der französischen Fußballnationalmannschaft gegen Spanien im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 ist es in Paris und Lyon zu Ausschreitungen gekommen. Nach vorläufigen Angaben der Pariser Polizeipräfektur wurden in der Hauptstadt und ihrem Umland 141 Personen festgenommen, in Lyon nahm die Polizei rund 20 weitere Menschen in Gewahrsam. Die Gesamtzahl der Festnahmen beläuft sich damit auf etwa 160.
Die Festgenommenen stehen überwiegend im Verdacht, pyrotechnische Munition – sogenannte Böller oder Feuerwerkskörper – sowie andere Gegenstände gezielt auf Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten geworfen zu haben. In Paris wurde gegen 23.40 Uhr eine Feuerwache des 19. Arrondissements mit Feuerwerkskörpern beschossen; zwei Tatverdächtige konnten identifiziert und festgenommen werden, die Wache erstattete Anzeige. In Lyon versammelten sich auf der Place Bellecour mehrere hundert Menschen, um das Spiel zu verfolgen. Nach Abpfiff bildeten sich nach Behördenangaben kleinere, überwiegend jugendliche Gruppen, die Gegenstände und Pyrotechnik auf Polizisten warfen. Schwerverletzte wurden nach übereinstimmenden Meldungen der Präfekturen weder unter den Sicherheitskräften noch unter den übrigen Beteiligten verzeichnet.
Die Ausschreitungen fielen auf die Nacht des französischen Nationalfeiertags, für den landesweit rund 70.000 Angehörige von Polizei und Gendarmerie im Einsatz waren. Aus französischen Sicherheitskreisen verlautete, die Koinzidenz von Feierlichkeiten und dem verlorenen Halbfinale habe die Lage zusätzlich angespannt. In den vergangenen Monaten war es in Frankreich wiederholt nach Fußballspielen zu Krawallen gekommen: Nach dem Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain im Mai 2026 wurden landesweit fast 900 Personen festgenommen, und bereits der Viertelfinalsieg gegen Marokko hatte Sachbeschädigungen und Fahrzeugbrände nach sich gezogen. Die Pariser Polizeipräfektur wies darauf hin, dass in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli – also vor dem Halbfinale – 98 Personen festgenommen worden seien, verglichen mit 176 im Vorjahr.
In sozialen Netzwerken kursierende Videos, die brennende Fahrzeuge und Barrikaden zeigen sollen, ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die Behörden betonten, dass es sich bei den Festnahmezahlen um eine erste Bilanz handele und die Ermittlungen zu den genauen Abläufen andauerten. Ein in Lyon registrierter Vorfall, bei dem ein Mann von einem Projektil getroffen wurde, steht nach derzeitigen Erkenntnissen nicht in direktem Zusammenhang mit den Ausschreitungen nach dem Spiel.
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Ein neutraler Beobachter berichtet die Fakten: Polizei handelte, Fans warfen Feuerwerkskörper, keine Verletzten.
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