
Mythen um Gewicht und Gesundheit: Warum weder Wasser noch Schlanksein vor Risiken schützen
Die Entzauberung verbreiteter Irrtümer über Stoffwechsel, Bluthochdruck und Körpergewicht zeigt, dass individuelle Faktoren entscheidender sind als simple Faustregeln.
Die in vielen Kulturen verbreitete Klage, selbst vom bloßen Wassertrinken zuzunehmen, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Ein Teheraner Ernährungsspezialist, Mohammad Hassan Abolhassani, stellt klar: Wasser enthält keine Kalorien und kann daher nicht unmittelbar zu einer Gewichtszunahme führen. Die subjektive Wahrnehmung, trotz geringer Nahrungsaufnahme kaum abzunehmen, führt er auf zwei Mechanismen zurück – einen durch radikale Diäten und langes Fasten gedrosselten Grundumsatz sowie eine genetisch bedingte, niedrigere Stoffwechselrate. Diese Entmystifizierung ist mehr als eine Randnotiz; sie verweist auf ein tiefer liegendes Missverständnis, das sich durch alle Gewichtsklassen zieht: Körpergewicht und Gesundheit folgen keiner einfachen Gleichung.
Die Komplexität zeigt sich ebenso beim Bluthochdruck. Eine Moskauer Kardiologin, Irina Wassiljewa, widerspricht der landläufigen Annahme, Hypertonie betreffe ausschließlich Übergewichtige. Auch schlanke Menschen können durch verstecktes Salz in Wurst, Käse, Soßen und Halbfertigprodukten, durch chronischen Stress, Bewegungsmangel oder erbliche Veranlagung erhöhte Druckwerte entwickeln. Parallel dazu warnt eine indonesische Internistin, Mellisa Kurniawati, davor, pausbäckige Kinder als kerngesund zu betrachten. Kindliches Übergewicht, oft bagatellisiert, sei eine Ansammlung überschüssigen Fettgewebes, die bereits in jungen Jahren das Risiko für chronische Leiden erhöhe. Hier wie dort gilt: Das äußere Erscheinungsbild ist ein unzuverlässiger Indikator für den inneren Zustand.
Für die klinische Praxis bedeutet dies, dass routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen – wie sie etwa US-amerikanische Leitlinien mit regelmäßigen Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinmessungen sowie Darmkrebs- und Hautscreenings empfehlen – unabhängig vom Körperbau greifen müssen. Zugleich erfordern die beiden Pole des Gewichtsspektrums differenzierte Strategien. Während eine spanische Ernährungsberaterin zur Gewichtsreduktion auf die sättigende Wirkung von Ballaststoffen und Proteinen sowie die Reihenfolge der Speisen setzt, rät ein iranischer Ratgeber Untergewichtigen zu kalorienreichen, aber nährstoffdichten Lebensmitteln wie Avocado, Nussmus und Trockenfrüchten, stets kombiniert mit Krafttraining, um Muskelmasse statt schädliches Bauchfett aufzubauen.
Die nächste Entwicklungsstufe zeichnet sich auf dem Gebiet der Pharmakotherapie ab. Mit Wirkstoffen wie Tirzepatid und Semaglutid, die in den Inkretin-Stoffwechsel eingreifen, stehen neuartige Optionen zur Gewichtsregulation zur Verfügung. Deren langfristige Rolle im Verhältnis zu Lebensstilinterventionen wird derzeit in breit angelegten klinischen Studien geprüft. Die entscheidende Weichenstellung wird sein, ob und für welche Patientengruppen die europäischen Arzneimittelbehörden eine Erweiterung der Zulassung empfehlen.
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | +0.10 | neutral |
The doctor warns parents: childhood obesity is a real danger requiring immediate action.
Builds plausibility through medical authority and emotional appeal to parental responsibility, presenting risk data without balancing with the limitations of BMI.
Does not mention that thin children can also have health issues, nor that obesity definitions are often based on imperfect BMI.
The cardiologist debunks the common belief linking hypertension and overweight: even thin people are at risk.
Uses specialist authority to counter popular belief with scientific evidence, citing multiple causes like stress and genetics.
Silent on the serious health risks of obesity, focusing only on the fact that thin people can also get sick.
The nutritionist corrects false beliefs about weight and offers practical advice both for those wanting to lose and gain weight.
Presents two complementary articles balancing skepticism toward myths with pragmatic tips, creating a narrative of balance and completeness.
Does not delve into the link between weight and long-term metabolic health, nor socioeconomic inequalities in access to healthy food.
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