
Südkorea und US-Techriesen besiegeln KI-Chipdeals über 950 Milliarden Dollar
Während des Besuchs von Präsident Lee Jae Myung in San Francisco vereinbaren Samsung und SK hynix langfristige Lieferabkommen mit Nvidia und Broadcom – ein Schritt, der die globale KI-Infrastruktur neu ordnet.
Die südkoreanischen Speicherchipgiganten Samsung Electronics und SK Group haben bei einem KI-Gipfel in San Francisco neue Kooperationen mit US-Technologieunternehmen im Gesamtwert von 950 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Im Zentrum stehen ein auf fünf Jahre angelegtes Abkommen zwischen SK Hynix und Nvidia über mehr als 500 Milliarden Dollar sowie eine Absichtserklärung zwischen Samsung und Broadcom mit einem Volumen von 200 Milliarden Dollar. Aus Washingtoner Sicht festigt dies die transatlantische Lieferkette für Hochleistungsspeicher, während Beobachter in Seoul die wirtschaftspolitische Bedeutung der Zusagen für den Standort Korea hervorheben.
Der Abschluss der milliardenschweren Vereinbarungen folgt der wachsenden Knappheit an High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM), die für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle unverzichtbar sind. SK Hynix wird demnach nicht nur HBM4-Speicher an Nvidia liefern, sondern gemeinsam mit dem US-Konzern auch die nächste Generation von KI-optimierten Speicherarchitekturen entwickeln. Samsung seinerseits will Broadcom mit Speicher, Foundry-Leistungen im Sub-2-Nanometer-Bereich und fortschrittlichen Packaging-Technologien beliefern. Parallel dazu stockt das koreanische Internetunternehmen Naver gemeinsam mit Nvidia und der kanadischen Brookfield die Kapazität seiner souveränen KI-Fabrik von 55 auf 200 Megawatt auf, was die regionale Bedeutung eigener Recheninfrastruktur in Asien unterstreicht.
Die Deals zeichnen eine tektonische Verschiebung im Halbleitermarkt nach: Während TSMC aus Taiwan die Foundry-Fertigung dominiert, positionieren sich die koreanischen Hersteller als nicht ersetzbare Lieferanten spezialisierter Speicherlösungen. Aus der Perspektive amerikanischer Techkonzerne sind die langfristigen Verträge ein strategisches Instrument, um Engpässe zu mildern und die Abhängigkeit von volatilen Spotmärkten zu verringern. Geopolitisch erhalten die Abkommen zusätzliches Gewicht durch die für September geplante Begegnung zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping, bei der künstliche Intelligenz im Mittelpunkt stehen soll.
Als nächster Gradmesser für die Umsetzung der ambitionierten Pläne gilt die Frist bis zum avisierten Betriebsstart des ersten 2-Gigawatt-Rechenzentrums von SK Telecom im Jahr 2027. Zugleich dürften die Märkte aufmerksam verfolgen, ob die Ergebnisse des Trump-Xi-Gipfels die Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende KI-Investitionen verändern.
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