
Keiko Fujimori als Präsidentin Perus vereidigt – Washington-freundliches Kabinett vorgestellt
Mit der Ernennung eines China-kritischen Außenministers und der Teilnahme rechter Staatschefs aus der Region setzt die neue Regierung in Lima außenpolitische Akzente.
Am Dienstag wurde Keiko Fujimori als Präsidentin Perus vereidigt. Die 51-jährige Vorsitzende der rechten Partei Fuerza Popular hatte die Stichwahl am 7. Juni mit einem Vorsprung von knapp 50.000 Stimmen gegen den linken Kandidaten Roberto Sánchez gewonnen. Einen Tag vor der Amtseinführung gab sie die ersten Mitglieder ihres Kabinetts bekannt: Luis Galarreta wird Premierminister, der marktliberale Ökonom Elmer Cuba Finanzminister und Carlos Espá Außenminister. Espá, ein ehemaliger Präsidentschaftskandidat, war über ein Jahrzehnt an der US-Botschaft in Lima tätig und hat sich wiederholt kritisch über den Einfluss Chinas geäußert.
Aus Washingtoner Sicht wird die Personalie Espá als Bekenntnis zu einer engeren transatlantischen Partnerschaft gewertet. Die US-Regierung entsandte eine hochrangige Delegation unter Vizeaußenminister Christopher Landau zur Vereidigung. In Lima betonte die designierte Präsidentin, Peru werde sich dem von Donald Trump initiierten „Escudo de América“ anschließen, einem Bündnis rechtsgerichteter Regierungen in Lateinamerika. Beobachter in Peking registrieren hingegen mit Sorge, dass Espá chinesische Staatsunternehmen als „Monopol“ bezeichnet und Korruption als „wichtigstes nicht-traditionelles Exportprodukt Chinas“ kritisiert hatte. China, Perus größter Handelspartner und Investor im Bergbau- und Energiesektor, schickte dennoch Wissenschaftsminister Yin Hejun zur Zeremonie und bekräftigte die strategische Partnerschaft.
Die neue Regierung steht vor erheblichen innenpolitischen Herausforderungen. Peru erlebte in den vergangenen zehn Jahren acht Präsidenten; die Institutionen gelten als fragil. Fujimoris Partei verfügt im neu geschaffenen Zweikammerparlament zwar über die stärksten Fraktionen, jedoch nicht über eine Mehrheit. Sie ist auf Bündnisse mit anderen rechten und zentristischen Kräften angewiesen. Wirtschaftspolitisch setzt Finanzminister Cuba auf Kontinuität: Der bisherige Zentralbankchef Julio Velarde bleibt im Amt, und es sollen Reformen für mehr Wachstum und Beschäftigung umgesetzt werden. Gleichzeitig belastet das Wetterphänomen El Niño die Landwirtschaft und Fischerei; die Regierung rief in fast 40 Prozent der Bezirke den Notstand aus. Peru ist der drittgrößte Kupferproduzent der Welt, und die USA zeigen strategisches Interesse an kritischen Mineralien, um chinesische Dominanz in Lieferketten zu verringern.
Der Wahlsieg markiert die Rückkehr des Fujimorismo an die Macht, 26 Jahre nach dem Sturz von Alberto Fujimori, der wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt worden war. Keiko Fujimori selbst saß zwischen 2018 und 2020 in Untersuchungshaft, wurde jedoch nie verurteilt. Ihr Versprechen, mit harter Hand gegen Kriminalität vorzugehen, weckt bei Menschenrechtsorganisationen Befürchtungen vor einem autoritären Stil. Der unterlegene Kandidat Sánchez hat das Ergebnis nicht anerkannt und internationale Instanzen angerufen. Die Vereidigung fand in Anwesenheit zahlreicher Staatschefs der Region statt, darunter Javier Milei, José Antonio Kast und Daniel Noboa. Die erste Kabinettssitzung ist für Mittwoch anberaumt; innerhalb der ersten 100 Tage will die Regierung konkrete Ergebnisse bei Sicherheit und Wirtschaft vorlegen.
Erweitere deinen Horizont
Ölpreise stürzen nach Feuerpause zwischen USA und Iran ab
6 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyNach autonomem KI-Angriff: Tech-Allianz setzt auf offene Sicherheitsmodelle
6 Sprachen · 15 Quellen
Aus Science & HealthWHO: 45 Prozent der Demenzfälle wären vermeidbar – neue Leitlinien rücken Lebensstil in den Fokus
9 Sprachen · 23 Quellen