
Erstmals dokumentiert: Buckelwale jagen koordiniert am Meeresgrund – und Orcas rammen Mondfische
Zwei unabhängige Studien belegen bislang unbekannte Jagdstrategien von Walen in nordamerikanischen Gewässern, während parallel die Risiken durch Fischerei und Extremsport zunehmen.
Gleich zwei Forschungsteams haben in dieser Woche erstmals Verhaltensweisen großer Meeressäuger dokumentiert, die das Verständnis ihrer kognitiven Fähigkeiten erweitern. Im Golf von Maine zeichneten Wissenschaftler mittels akustischer Sensoren und Kameras auf, wie Buckelwale (Megaptera novaeangliae) in Gruppen von bis zu vier Tieren koordiniert zum Meeresboden tauchen, dort eine Sternformation einnehmen und dann zeitgleich ihre Mäuler öffnen, um Schwarmfische wie den Nördlichen Sandaal einzukesseln. Die in der Fachzeitschrift Behavioral Ecology and Sociobiology veröffentlichte Studie zeigt, dass die Tiere über die bloße Ansammlung hinaus feste Positionen zueinander halten und ihre Aktionen synchronisieren – ein als kognitiv anspruchsvoll geltendes Niveau der Zusammenarbeit. Parallel dazu beschreibt ein Team um den Meeresbiologen Erick Higuera im Journal Frontiers in Ethology, wie Orcas im Golf von Kalifornien tote Mondfische mit hoher Geschwindigkeit rammen, um deren zähe Außenhaut zu sprengen und an das Innere zu gelangen. In zwei Videoaufnahmen aus den Jahren 2024 und 2025 hält ein Weibchen den Kadaver fest, während ein Männchen mit bis zu 40 km/h heranstürmt und den Fisch in einer Wolke aus Schuppen und Gewebe zerplatzen lässt.
Die Beobachtungen deuten auf eine doppelte Funktion hin: Zum einen erleichtert die Fragmentierung den Jungtieren die Nahrungsaufnahme, da ihnen die Kieferkraft der Adulten fehlt. Zum anderen sehen die Forscher in dem Verhalten ein Element des sozialen Spiels und des Lernens. „Großhirnige Orcas zeigen häufig Objektmanipulation und katzenartiges Spielverhalten“, so Higuera. Die Mondfische böten eine risikoarme Gelegenheit, Präzision zu üben und soziale Bindungen zu festigen. Bei den Buckelwalen vermuten die Autoren, dass die schwer zu fangenden Sandaale eine „Verhaltensplastizität“ begünstigt haben. Unklar bleibt, ob die Strategie auf den Golf von Maine beschränkt ist oder auch andernorts bei der Jagd auf Bodenfische zum Einsatz kommt.
Die neuen Erkenntnisse fallen in eine Zeit, in der die Interaktion zwischen Walen und menschlichen Aktivitäten entlang der nordamerikanischen Küsten sichtbar zunimmt. Vor Baja California Sur befreiten Einsatzkräfte der mexikanischen Umweltbehörde Profepa gemeinsam mit einem nationalen Netzwerk eine Buckelwalkuh aus einer Nylon-Fischernetz, die laut Behörde zu den Hauptgefahren für die Art zählt. Die Tiere riskieren bei der bodennahen Jagd, sich in Stellnetzen oder Hummerfallen zu verfangen, was zu Amputationen, Infektionen oder einem langsamen Tod durch Erschöpfung führen kann. Gleichzeitig melden Behörden in den USA eine Häufung von Hai-Sichtungen vor Südkalifornien, wo eine Drohne einen 3 Meter langen Weißen Hai in unmittelbarer Nähe ahnungsloser Kinder filmte, sowie einen tödlichen Badeunfall im Scioto River in Ohio, bei dem fünf Erwachsene ertranken, nachdem sie nacheinander einem in Not geratenen Schwimmer helfen wollten.
Aus Washingtoner Sicht unterstreichen die Vorfälle die Notwendigkeit, Schutzmaßnahmen entlang der Migrationsrouten zu verstärken. Während die Populationszahlen der Buckelwale im Nordpazifik sich erholt haben, bleiben Fischerei-Interaktionen ein zentrales Risiko. Die nächste wissenschaftliche Wegmarke wird sein, durch weitere Fotoidentifikationen und akustische Markierungen zu klären, ob die neu beschriebenen Jagdtechniken isolierte Phänomene oder Teil eines breiteren kulturellen Repertoires der jeweiligen Populationen sind.
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Die kooperative benthische Jagd der Buckelwale ist eine bemerkenswerte Entdeckung, und die Rettung aus Netzen unterstreicht die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen. Wir dokumentieren sowohl die Intelligenz als auch die Verletzlichkeit.
Durch die Gegenüberstellung eines wissenschaftlichen Durchbruchs mit einer Rettungsgeschichte schafft die Erzählung eine Dualität von Ehrfurcht und Besorgnis, die für Naturschutz ohne explizite Befürwortung plädiert.
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Die Orcas zeigen ihre Klugheit und Stärke, und wir können zuschauen. Das ist die Natur in ihrer aufregendsten und verspieltesten Form. Wir feiern den Einfallsreichtum der Schwertwale und ihre soziale Bindung.
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