
Anschlag in Südthailand tötet fünf Sicherheitskräfte – Regierung spricht von Terrorakt
Bei einem Angriff auf einen Kontrollposten in der Provinz Narathiwat wurden fünf paramilitärische Ranger getötet und sechs Zivilisten verletzt; die Suche nach den Tätern läuft.
Am Mittwochabend (22. Juli) haben etwa zehn Angreifer einen Kontrollposten der paramilitärischen Ranger in der Provinz Narathiwat im Süden Thailands mit Schusswaffen und Rohrbomben attackiert. Fünf Angehörige der Task Force Ranger Regiment 45 wurden getötet, sechs Zivilisten, darunter ein zehnjähriger Junge und ein dreijähriges Mädchen, erlitten Verletzungen. Die Angreifer entwendeten drei Sturmgewehre, Schutzwesten und Mobiltelefone und flohen; ihr Fahrzeug wurde später ausgebrannt aufgefunden.
Die thailändische Regierung unter Ministerpräsidentin Anutin Charnvirakul verurteilte den Anschlag als „Terrorakt, der eindeutig auf die Tötung von Regierungsbeamten abzielte“ und eine „ernsthafte Bedrohung der nationalen Sicherheit“ darstelle. Das für die Region zuständige Internal Security Operations Command (ISOC) kündigte eine beschleunigte Untersuchung und die Jagd nach den Tätern an. Der Gouverneur von Narathiwat ordnete verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in allen 13 Bezirken der Provinz sowie entlang der Grenze zu Malaysia an. Ein Bekennerschreiben lag zunächst nicht vor; die größte Separatistengruppe Barisan Revolusi Nasional (BRN) hatte sich zuletzt Anfang Juli in einer seltenen öffentlichen Erklärung zum Dialog als einzigem Weg zur Konfliktlösung bekannt und die Vermittlerrolle Malaysias gewürdigt.
Der Angriff zählt zu den opferreichsten der vergangenen Jahre und trifft die Bemühungen der im April neu aufgestellten thailändischen Verhandlungsdelegation, die festgefahrenen Friedensgespräche wiederzubeleben. Aus Sicht von Beobachtern in Bangkok könnte die Tat den Druck auf die Regierung erhöhen, einerseits mit verstärkten Sicherheitsoperationen zu reagieren, andererseits den politischen Prozess nicht abreißen zu lassen. Die gestohlenen Waffen und Ausrüstungsgegenstände deuten darauf hin, dass die Angreifer über logistische Fähigkeiten verfügen und die Tat gezielt vorbereitet war.
Die südlichsten Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani sind die einzigen mehrheitlich muslimischen Regionen des buddhistisch geprägten Thailand. Seit 2004 kämpfen dort separatistische Gruppen für mehr Autonomie; der Konflikt hat nach Zählungen der Monitoring-Organisation Deep South Watch mehr als 7.800 Menschenleben gefordert. Historisch geht das Gebiet auf das Sultanat Patani zurück, das 1909 durch einen Vertrag zwischen Siam und Großbritannien annektiert wurde. Die malaysisch-muslimische Bevölkerung klagt seit Jahrzehnten über Diskriminierung und wirtschaftliche Benachteiligung. Friedensverhandlungen unter malaysischer Vermittlung begannen 2013, wurden jedoch immer wieder unterbrochen.
Die forensische Untersuchung am Tatort dauert an, Festnahmen gab es bislang nicht. Die thailändische Regierung hat bekräftigt, den Friedensprozess fortsetzen zu wollen; formelle Gespräche mit der BRN haben jedoch noch nicht wieder begonnen. Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob der Anschlag die Verhandlungsbereitschaft beider Seiten beeinträchtigt oder ob der gemeinsame Verweis auf den Dialog – wie in der jüngsten BRN-Erklärung – eine Grundlage für eine Wiederaufnahme der Gespräche bietet.
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | −0.30 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
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