
Nach Trump-Treffen: Libanon beginnt Armeeausbreitung in Pilotzonen
Die libanesische Armee hat mit der Entfaltung in der ersten „Pilotzone“ begonnen, während Washington Dialogbereitschaft gegenüber der Hisbollah signalisiert und direkte Flüge wieder zulässt.
Unmittelbar nach dem Treffen von Präsident Joseph Aoun mit US-Präsident Donald Trump in Washington hat die libanesische Armee mit der Entfaltung in der südlibanesischen Ortschaft Zawtar al-Gharbiya begonnen. Der Ort ist die erste von drei sogenannten Pilotzonen, in denen im Rahmen des von den USA vermittelten Rahmenabkommens mit Israel ein schrittweiser israelischer Rückzug bei gleichzeitiger Übernahme der Sicherheitsverantwortung durch die staatlichen Streitkräfte erprobt werden soll. Ministerpräsident Nawaf Salam hisste vor Ort die libanesische Flagge und bekräftigte das Ziel eines „vollständigen israelischen Rückzugs“. Zeitgleich kündigte Trump an, das seit 1985 bestehende Verbot direkter Flugverbindungen zwischen den USA und Libanon aufzuheben.
Aus Washingtoner Sicht ist die Entfaltung in den Pilotzonen ein Test für die Fähigkeit des libanesischen Staates, das Gewaltmonopol im Süden durchzusetzen und die Entwaffnung der Hisbollah einzuleiten. Trump erklärte, eine Entwaffnung der Miliz sei möglich, wenn man „ehrlich“ über die Voraussetzungen spreche – wozu er den vollständigen israelischen Abzug, die alleinige Kontrolle der Armee und einen staatlich geführten Wiederaufbau zählte. Gegenüber dem schiitischen Duo aus Hisbollah und Amal-Bewegung sandte Trump widersprüchliche Signale: Er lobte Parlamentspräsident Nabih Berri als „großartigen Mann“ und zeigte sich offen für ein Treffen mit der Hisbollah, sofern dies über den Präsidenten und die staatlichen Institutionen erfolge. In Beirut wird diese Geste als Versuch gewertet, die Hisbollah zur politischen Transformation zu bewegen, ohne sie in eine innere Konfrontation zu treiben.
Die Umsetzung vor Ort bleibt fragil. Die libanesische Armee meldete, israelische Kräfte hätten während der Entfaltung in Zawtar al-Gharbiya Warnschüsse abgegeben; Israel erklärte, die Soldaten hätten eine nicht zur Pilotzone gehörende Fläche betreten. Gleichzeitig hissten israelische Truppen auf der Burg Dubieh nahe der Grenzstadt Schakra die israelische Flagge – ein Vorgang, den Kulturminister Ghassan Salamé als „feindseligen und provokativen Akt“ verurteilte. Die israelische Armee hält weiterhin Teile des Südlibanon besetzt und führt intermittierende Luftangriffe durch, zuletzt auf Nabatieh al-Fawqa. Aus dem Umfeld der Hisbollah verlautet, man beobachte die Entwicklungen „ruhig“ und wolle sich nicht in die „Wahlkampfagenda“ von Ministerpräsident Netanjahu hineinziehen lassen. Iranische Medien wiederum blendeten das Trump-Aoun-Treffen weitgehend aus und fokussierten auf Zwischenfälle mit der Armee, um die negativen Begleitumstände zu betonen.
Die Vorgänge sind Teil einer regionalen Neuausrichtung, in der Washington den Libanon aus dem iranischen Einflussbereich lösen und in ein arabisch-westliches Lager überführen will. Saudi-Arabien flankierte die Reise Aouns mit einem Telefonat zwischen Kronprinz Mohammed bin Salman und dem libanesischen Präsidenten. Parallel laufen indirekte Gespräche zwischen den USA und Iran, die auf eine Deeskalation zielen. Für den 4. August ist in Rom eine weitere Runde direkter libanesisch-israelischer Verhandlungen unter US-Vermittlung angesetzt, bei der es um die Ausweitung der Pilotzonen gehen soll. In libanesischen Regierungskreisen wird zudem eine mögliche Visite von US-Außenminister Marco Rubio in Beirut erwartet, die den Druck auf die Hisbollah erhöhen könnte, sich in den staatlichen Kurs einzufügen.
| Iranische & verwandte Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Golfpresse | +0.10 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.20 | neutral |
The resistance axis denounces Trump's ultimatum and warns that the forced choice will lead to instability.
Presents the visit as blackmail, using the 'with us or against us' dichotomy to delegitimize any agreement.
Omits the positive outcomes of the visit, such as the resumption of direct flights and the army deployment as a step toward state sovereignty.
The international community observes with detachment Lebanon's steps toward sovereignty.
Reports official statements without political contextualization, creating the impression of a linear and technical process.
Omits internal Lebanese political divisions and Hezbollah's objections to the agreement.
Gulf states support Lebanon's efforts to assert sovereignty and disarm militias.
Emphasizes the state's role as the only legitimate actor, marginalizing Hezbollah's voices and presenting disarmament as inevitable.
Omits the Iranian ultimatum narrative and internal Lebanese tensions over the state's presence in the south.
The Lebanese political landscape is divided between those celebrating the visit's fruits and those warning against concessions.
Balances different internal positions, giving voice to both government supporters and opposition, to show a democratic debate.
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