
Neue US-Zölle nach Section 301 ersetzen ausgelaufene Globalsätze – Peking verzichtet vorerst auf Gegenmaßnahmen
Washington hat pauschale Zölle durch dauerhaftere Abgaben auf Einfuhren aus 60 Ländern ersetzt, die angeblich nicht genug gegen Zwangsarbeit unternehmen.
Am 24. Juli sind in den Vereinigten Staaten neue Zölle nach Section 301 des Handelsgesetzes von 1974 in Kraft getreten. Sie lösen die zuvor ausgelaufene, befristete globale Abgabe von zehn Prozent ab und treffen 60 Handelspartner mit Sätzen von zehn oder 12,5 Prozent. Grundlage ist eine Untersuchung des US-Handelsbeauftragten, wonach die betroffenen Staaten die Einfuhr von mit Zwangsarbeit hergestellten Gütern nicht wirksam unterbinden. Aus Washingtoner Sicht wird damit eine rechtlich belastbarere Grundlage für breit angelegte Importzölle geschaffen, nachdem der Supreme Court die zuvor genutzten Notstandsbefugnisse gekippt hatte.
Die neuen Sätze variieren je nach Bewertung der nationalen Regulierungen. China, Brasilien, Vietnam und Thailand werden mit 12,5 Prozent belegt, während die Europäische Union, Japan, Südkorea und Indien zehn Prozent zahlen. Peking verurteilte die Maßnahme als „typischen Unilateralismus und Protektionismus“, signalisierte jedoch zugleich Zurückhaltung: Das Handelsministerium verwies darauf, Washington habe in Gesprächen zugesichert, Ersatzzölle auf chinesische Waren würden 20 Prozent nicht übersteigen. Mit dem aktuellen Satz von 12,5 Prozent bleibe die Regierung Trump innerhalb dieser Obergrenze, weshalb Peking sich das Recht auf alle notwendigen Maßnahmen vorbehalte, aber vorerst keine Vergeltung übe.
Für Schwellenländer mit hoher Exportabhängigkeit sind die Folgen ungleich verteilt. Brasilianische Agrarverbände beziffern die zusätzliche Belastung auf 37,5 Prozent für ein Drittel der Ausfuhren in die USA, da sich die neue Abgabe mit einem früheren 25-Prozent-Zoll überlagert. Indien erreichte durch eine Notifikation zum Verbot von Zwangsarbeitsimporten eine Reduzierung von ursprünglich vorgesehenen 12,5 auf zehn Prozent, verlor aber zugleich Zollkontingente, die Konkurrenten wie Bangladesch gewährt wurden. Mexiko bleibt durch das USMCA-Abkommen weitgehend abgeschirmt: 88 Prozent der Lieferungen erfüllen die Ursprungsregeln und sind von den neuen Zöllen ausgenommen.
Parallel verschärft sich der Technologiestreit. Das chinesische Handelsministerium warf Washington „KI-Hegemonismus“ vor und drohte mit Gegenmaßnahmen, falls US-Behörden Sanktionen gegen chinesische KI-Unternehmen verhängen sollten. Hintergrund sind Vorwürfe, Firmen hätten mittels Destillation amerikanische Modelle kopiert. Peking betont, die Technik sei branchenüblich und verweist auf eigene Spitzenleistungen.
Die nächste Wegmarke ist eine weitere Section-301-Untersuchung zu industriellen Überkapazitäten, die 16 Volkswirtschaften betrifft und zusätzliche Zölle nach sich ziehen könnte. Zudem steht die Überprüfung des USMCA im Juli an, während die im Vorjahr vereinbarte Handelsruhe zwischen den USA und China im November ausläuft – sofern sie nicht verlängert wird.
| Chinesische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
China verurteilt die US-Zölle und weist die Vorwürfe der Zwangsarbeit zurück, entscheidet sich jedoch, nicht sofort Vergeltung zu üben, und hebt die 20%-Obergrenze als Beleg für eine US-Zusage hervor.
Der chinesische Block macht seine Position plausibel, indem er die USA als den Aggressor darstellt, der Versprechen bricht, während China als die vernünftige Partei erscheint, die sich an vereinbarte Grenzen hält, und die 20%-Obergrenze als Beweis für eine frühere Vereinbarung nutzt.
Der chinesische Block lässt jede Erwähnung aus, dass die USA eine 20%-Obergrenze bestreiten oder dass der neue Zoll als Verstoß gegen den Geist der Vereinbarung angesehen werden könnte.
Der Iran warnt, dass China mit allen notwendigen Maßnahmen auf US-Sanktionen gegen KI reagieren wird, und beschuldigt Washington des Hegemonismus.
Der iranische Block macht seine Position plausibel, indem er eine Rhetorik der symmetrischen Eskalation anwendet: Auf jede US-Drohung folgt eine chinesische Gegendrohung, die den Streit als unvermeidlichen Kampf gegen die US-technologische Hegemonie darstellt.
Der iranische Block lässt die Tatsache aus, dass China sich entschieden hat, Zollvergeltung aufzuschieben, konzentriert sich nur auf die KI-Warnung und stellt die Situation als konfrontativer dar, als sie tatsächlich ist.
Der Atlantik berichtet, dass China eine US-Zusage zur Begrenzung der Zölle auf 20% behauptet, ohne die Wahrheit der Aussage in Frage zu stellen.
Der atlantische Block macht seine Position plausibel, indem er die chinesische Behauptung als gegebenen Fakt behandelt, ohne Überprüfung oder Kontextualisierung, und einen judizialisierenden Ansatz verfolgt, der eine Parteinahme vermeidet.
Der atlantische Block lässt die Verurteilung der Zölle durch China, die Vorwürfe der Zwangsarbeit und die Drohung mit KI-Sanktionen aus und reduziert die Geschichte auf eine einfache Aussage über eine Obergrenze.
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