
Geheimoperation des Mossad: Ahmadinedschad als Verbündeter für Regimewechsel im Iran
Laut US-amerikanischen und israelischen Medienberichten scheiterte der Plan, den früheren Präsidenten als neuen Machthaber zu installieren, Ende Februar; Teheran weist die Vorwürfe zurück.
Laut übereinstimmenden Berichten der New York Times und der israelischen Zeitung Haaretz hat der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad über Jahre versucht, den früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als verdeckten Verbündeten zu gewinnen. Ziel der Operation sei es gewesen, ihn nach einem Sturz des Regimes in Teheran als Übergangsführer zu installieren. Die Kontaktaufnahme soll bei getarnten Konferenzreisen nach Budapest und Guatemala erfolgt sein; demnach traf der damalige Mossad-Chef David Barnea Ahmadinedschad 2024 persönlich in der ungarischen Hauptstadt. Der Rektor der Ludovika-Universität in Budapest bestätigte gegenüber der New York Times, dass die Einladung zu einer Klimakonferenz auf Wunsch eines hochrangigen ungarischen Regierungsvertreters erfolgt sei, um Gespräche zwischen den „Feinden“ zu ermöglichen. Ein paralleler Militärplan mit dem Namen „Operation Gestiefelter Kater“, über den der israelische Sender Channel 13 berichtete, sah vor, kurdische Kräfte nach Luftangriffen auf Stellungen der Revolutionsgarden von Nordwesten her in den Iran einmarschieren zu lassen, um eine Massenerhebung auszulösen. Beide Vorhaben scheiterten Ende Februar, als Ahmadinedschad nach einem israelischen Luftschlag von Mossad-Agenten in ein Versteck im Iran gebracht worden sein soll, dieses jedoch unter ungeklärten Umständen wieder verließ.
Aus israelischer Sicht stellte die politische Wandlung Ahmadinedschads eine strategische Chance dar. Wie Haaretz unter Berufung auf Verteidigungskreise schreibt, habe der einstige Hardliner, der Israel noch 2005 von der Landkarte tilgen wollte, sich zu einem der schärfsten inneriranischen Kritiker des Systems entwickelt und sei bereit gewesen, mit dem Mossad zu kooperieren. In Teheran hingegen werden die Enthüllungen als psychologische Kriegsführung zurückgewiesen. Das Büro Ahmadinedschads bezeichnete die Darstellungen als „vollständig falsch“ und „hollywoodreif“; zugleich trat der Ex-Präsident in der vergangenen Woche bei der Trauerfeier für das verstorbene Staatsoberhaupt Ali Chamenei öffentlich auf, was Beobachter als Versuch des Regimes werten, Normalität zu demonstrieren. Türkische Regierungskreise wiederum sollen laut israelischen Quellen bei Washington interveniert haben, um die kurdische Komponente des Plans zu stoppen, da Ankara eine Stärkung kurdischer Kräfte als strategische Bedrohung betrachtet.
Die gescheiterten Pläne offenbaren die vielschichtigen regionalen Interessenkonflikte. Während israelische Militäranalysten die Erfolgsaussichten des kurdischen Vorstoßes intern als gering einstuften und Generalstabschef Ejal Samir einem Bericht zufolge drei Tage vor dem geplanten Beginn die Operation stoppte, soll Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zunächst an dem Vorhaben festgehalten haben. Die USA waren nach Angaben der New York Times über die Kontakte informiert, äußerten sich jedoch nicht öffentlich. Der Verbleib Ahmadinedschads bleibt unklar: Iranische Quellen sprechen von Hausarrest, während staatliche Fernsehbilder ihn „entspannt“ bei der Gedenkfeier zeigten.
Die Vorgänge werfen ein Schlaglicht auf die Undurchsichtigkeit nachrichtendienstlicher Operationen und die Fragilität von Regime-Change-Szenarien. Ahmadinedschad, der von 2005 bis 2013 als Präsident mit antisemitischer Rhetorik internationale Empörung auslöste, wäre im Erfolgsfall eine ebenso spektakuläre wie widersprüchliche Figur an der Spitze eines postrevolutionären Iran gewesen. Das Dossier bleibt in Bewegung: Eine unabhängige Überprüfung der anonymen Quellen ist nicht möglich, und offizielle Stellen in Israel und den USA schweigen bislang zu den Enthüllungen.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
| Israelische Presse | 0.00 | neutral |
The Mossad operation was a failed gamble, and Ahmadinejad ended up a hostage of the regime he was supposed to overthrow.
The paradox is highlighted: the man who wanted to wipe out Israel is recruited by Israel, but the plan fails and he remains a prisoner of the regime. The irony of fate makes the narrative plausible.
The military details of the plan (attacks on IRGC, Kurdish incursion) and Ahmadinejad's denial are omitted, which would complicate the reading of a simple failure.
The Mossad hatched a plot to destroy Iran, using Ahmadinejad as a puppet and the Kurds as mercenaries.
The plan is described in the most threatening details (targeted attacks, Kurdish invasion) to evoke fear and indignation, presenting Iran as a defenseless target of an external conspiracy.
The fact that the operation allegedly failed and that Ahmadinejad is now under regime control is omitted, elements that would reduce the perception of an immediate threat.
The Mossad tried to recruit Ahmadinejad, but he appeared in public and denied everything.
A concrete fact (the public appearance) is juxtaposed with the sensational revelation, creating an effect of doubt. The reporting of recent events weakens the thesis of a successful recruitment.
The details of the military plan and the analysis of the operation's failure are missing, which would give more weight to the NYT version.
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