
Nestlé verbannt künstliche Farbstoffe bis 2026 – US-Behörde setzt Mikroplastik-Tests aus
Während der Lebensmittelkonzern eine globale Reformulierung vorantreibt, verzichtet die US-Umweltbehörde vorerst auf verpflichtende Tests auf Mikroplastik im Trinkwasser.
Die US-Umweltbehörde EPA hat in einem veröffentlichten Regelungsentwurf darauf verzichtet, Mikroplastik und pharmazeutische Rückstände in die nächste Runde des verpflichtenden Trinkwasser-Monitorings aufzunehmen. Damit wird es für mindestens fünf Jahre keine bundesweiten Testauflagen für Wasserversorger geben. Die Entscheidung steht im Widerspruch zu einer Ankündigung von EPA-Chef Lee Zeldin vom April, der Mikroplastik damals als prioritären Schadstoff bezeichnet hatte. Aus Sicht der Behörde fehlt eine validierte Testmethode; in der Europäischen Union existieren solche Verfahren bereits, und auch Kalifornien hat seit 2021 ein Protokoll entwickelt, das allerdings noch nicht vollständig als regulatorische Methode anerkannt ist.
Parallel dazu treibt der Schweizer Nestlé-Konzern eine tiefgreifende Reformulierung seines Produktportfolios voran. Wie Technologievorstand Stefan Palzer mitteilte, sollen bis Ende 2026 weltweit alle künstlichen Farbstoffe aus den Rezepturen gestrichen werden – ein Schritt, den in dieser Breite noch kein großer Lebensmittelhersteller vollzogen hat. Der Konzern reagiert damit auf veränderte Verbraucherpräferenzen, den rasanten Aufstieg von GLP-1-Abnehmmitteln und Signale der US-Gesundheitsbehörde FDA, die eine Entfernung synthetischer Farbstoffe aus Lebensmitteln anstrebt. Palzer räumte ein, dass die Umstellung einen erheblichen Forschungs- und Entwicklungsaufwand erfordert habe, da natürliche Alternativen auf Produktionstauglichkeit und Haltbarkeit geprüft werden mussten.
Unabhängig von der Farbstoff-Initiative passt Nestlé auch die Rezeptur seiner KitKat-Riegel in weiten Teilen Europas an. Ab September 2027 soll eine knusprigere Textur und eine Haselnussnote ein drittes Geschmacksprofil neben Milch- und Zartbitterschokolade etablieren. Der Kakaogehalt bleibe unverändert; es gehe nicht um Kostensenkung, sondern um die Erschließung neuer Käufergruppen, erklärte der globale Markenmanager. In Großbritannien bleibt die Rezeptur unangetastet, während der US-Lizenznehmer Hershey für 2027 eine cremigere Variante plant. Ein früherer Versuch mit der veganen KitKat V war nach zwei Jahren Entwicklung an mangelnder Wirtschaftlichkeit gescheitert.
Die parallelen Entwicklungen zeigen eine Lebensmittelindustrie, die unter wachsendem Druck von Verbraucherseite und Regulierungsbehörden ihre Rezepturen überarbeitet, während die behördliche Überwachung neuartiger Kontaminanten wie Mikroplastik in den USA ins Stocken gerät. Der nächste greifbare Meilenstein ist der Ablauf der selbstgesetzten Nestlé-Frist Ende 2026; für die EPA steht die nächste Überarbeitung der Monitoring-Liste turnusgemäß erst in fünf Jahren an.
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Nestlé führt die Lebensmittelindustrie an, indem das Unternehmen bis Ende 2026 alle künstlichen Farbstoffe aus seinen globalen Produkten entfernt – nach tausenden Stunden Forschung für natürliche Alternativen. Dieser Schritt reagiert auf die wachsende Verbrauchernachfrage nach gesünderen Optionen und positioniert das Unternehmen als Vorreiter bei der Clean-Label-Reformulierung.
Während Nestlé verspricht, künstliche Lebensmittelfarbstoffe bis 2026 zu eliminieren, hat die EPA die verpflichtenden Tests auf Mikroplastik im US-Trinkwasser für die nächsten fünf Jahre stillschweigend auf Eis gelegt. Dieser regulatorische Rückzug wirft Fragen zur Sicherheit von Leitungswasser und zum Engagement der Regierung bei der Bekämpfung neuartiger Schadstoffe auf.
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