
Ölproduktion am Golf steigt sprunghaft – Märkte stellen sich auf Überschuss ein
Nach der Wiedereröffnung der Straße von Hormus verzeichnen die OPEC-Staaten kräftige Produktionszuwächse, während die Nachfrage schwach bleibt und Großbanken einen deutlichen Preisrückgang prognostizieren.
Die Ölproduktion der OPEC ist im Juni nach Erhebungen von Reuters um 3,3 Millionen Barrel pro Tag auf 19,43 Millionen Barrel gestiegen. Eine separate Bloomberg-Umfrage beziffert den Anstieg auf 2,34 Millionen Barrel. Auslöser ist die schrittweise Normalisierung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus, nachdem die USA und Iran ein Memorandum of Understanding unterzeichnet hatten. Die wiedergewonnene Durchfahrt beendet eine monatelange faktische Blockade, die das Angebot aus der Golfregion massiv verknappt hatte. Mit der Rückkehr der Tanker hat sich die Marktstruktur bei Brent-Rohöl von Backwardation in Contango gedreht – ein Signal dafür, dass Händler kurzfristig mit einem Überangebot rechnen.
Die Preise reagierten bislang verhalten. Brent notierte zuletzt bei rund 72 Dollar je Barrel, West Texas Intermediate bei knapp 69 Dollar. Beide Benchmarks liegen damit nur noch knapp über dem Niveau von Ende Februar, bevor der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran begann. Analysten der Citigroup raten, Sommerrallys zu verkaufen, und erwarten einen Rückgang auf 60 bis 65 Dollar bis zum Jahreswechsel. Goldman Sachs rechnet für das kommende Jahr mit einem globalen Überschuss von etwa 3 Millionen Barrel pro Tag, wovon gut 1 Million Barrel durch strategische Reservekäufe absorbiert werden dürften. Morgan Stanley hat seine Preisprognosen für die nächsten 18 Monate ebenfalls gesenkt.
Die Produktionsausweitung wird von Kuwait angeführt, das seine Förderung von 580.000 auf 1,65 Millionen Barrel pro Tag steigerte. Saudi-Arabien legte um 550.000 Barrel zu, Iran um 510.000 Barrel auf 2,85 Millionen Barrel – und bleibt damit rund eine halbe Million Barrel unter dem Vorkriegsniveau. Die Vereinigten Arabischen Emirate, die im Mai aus der OPEC ausgetreten sind, exportierten im Juni laut Kepler mit 3,7 Millionen Barrel pro Tag so viel Rohöl wie nie zuvor. Irak drängt innerhalb des Bündnisses auf eine höhere Förderquote. Aus Teheraner Sicht ist die vollständige Umsetzung der Vorkriegsvereinbarungen, einschließlich der Regelungen für den Libanon, Voraussetzung für weitere direkte Gespräche. Washington hingegen möchte die Nuklearverhandlungen von den übrigen Regionalkonflikten trennen.
Die sieben Kernländer des OPEC+-Bündnisses, die freiwillige Kürzungen schrittweise zurücknehmen, wollen am Sonntag in einer Videokonferenz über eine weitere Erhöhung um 188.000 Barrel pro Tag für August beraten. Gleichzeitig bleibt die Lage fragil: Nach einem iranischen Angriff auf ein Frachtschiff kam es zu gegenseitigen Vergeltungsschlägen, und die Frage der künftigen Verwaltung der Wasserstraße ist zwischen Iran und Oman umstritten. Beobachter in Peking verweisen auf die anhaltend schwache Rohölnachfrage Chinas, die den Preisauftrieb zusätzlich dämpft. Die nächste Belastungsprobe für das Memorandum of Understanding steht mit den für die kommenden Monate erwarteten Verhandlungen über ein umfassenderes Abkommen bevor.
| Iranische & verwandte Presse | +0.80 | aligned |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.50 | aligned |
Iran celebrates the reopening of the Strait of Hormuz as a victory that has brought exports back to record levels, demonstrating the country's resilience and the end of isolation.
Emphasizes record data and the return to pre-war levels, omitting the fact that production is still 40% below pre-conflict levels.
Does not mention that total production is still well below pre-war levels and that the peace is fragile.
Western economic analysis emphasizes that Iran's recovery is only partial and that production is still far from pre-war levels, highlighting the fragility of the situation.
Focuses on the deficit compared to pre-war levels, using a direct comparison to downplay the extent of the recovery.
Does not report the overall increase in Gulf exports nor the success of the Strait's reopening.
The Arab world notes with satisfaction the jump in OPEC production, but acknowledges that the recovery is still far from pre-war levels.
Presents the increase as a positive sign of recovery, but includes a mention that production is still below previous levels, balancing optimism and realism.
Does not delve into the fragility of the peace nor the price pressures mentioned in the headline.
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