
Moskaus Geheimdienst bezichtigt London der Planung des Drohnenangriffs auf Sewastopol
Der russische Auslandsgeheimdienst SVR macht britische Spezialisten für die Zerstörung des Panorama-Museums verantwortlich und verweist auf historische Revanchegelüste – Beweise bleiben aus.
Der russische Auslandsgeheimdienst SVR hat Großbritannien und dessen Nachrichtendienste beschuldigt, den Drohnenangriff auf das Museum der Verteidigung Sewastopols am 10. Juni gezielt geplant zu haben. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des SVR-Pressebüros hätten britische Spezialisten, die sich als Militärberater ausgaben, die Flugaufträge in die Waffensysteme der ukrainischen Drohnen geladen. Die ukrainischen Soldaten, die die unbemannten Fluggeräte starteten, seien „höchstwahrscheinlich nicht über das wahre Ziel der Attacke informiert“ gewesen. Bei dem Brand wurde eine Kopie des Panoramagemäldes „Verteidigung Sewastopols 1854–1855“ nahezu vollständig zerstört. Beweise für die Vorwürfe legte der SVR nicht vor.
Aus Moskauer Sicht handelt es sich um eine „detailliert geplante Provokation“, die in einem größeren historischen Zusammenhang stehe. Der SVR erklärte, London betrachte den Ukraine-Konflikt als „Versuch der Revanche für das im 19. Jahrhundert nicht verwirklichte Projekt, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen“. Das Museum sei ein „historischer Auslöser, der bei den Briten schmerzhafte Erinnerungen an einen schweren Feldzug mit kolossalen Verlusten in der Elite des Vereinigten Königreichs“ wachrufe. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sekundierte, London steuere das „Kiewer Regime“ bei der Begehung von „Terrorakten“. Aus Kiew gab es zunächst keine öffentliche Reaktion auf die Anschuldigungen.
Westliche Beobachter verweisen darauf, dass der SVR in der Vergangenheit wiederholt unbelegte Vorwürfe gegen London erhoben hat – etwa die angebliche Vorbereitung der Lieferung von Nuklearmaterial an die Ukraine –, ohne dass diese jemals substantiiert wurden. Die jetzige Darstellung fügt sich in eine Reihe russischer Narrative, die den Krieg als von außen gesteuert und historisch tief verwurzelt zeichnen. Die Zerstörung des Museums, das eine Kopie des im Zweiten Weltkrieg beschädigten Originalgemäldes von Franz Roubaud beherbergte, wird dabei als Angriff auf das russische Geschichtsbewusstsein instrumentalisiert. Der Kreml hatte zuvor erklärt, Kiew versuche, „die Geschichte zu treffen“, doch die Geschichte sei nicht zu besiegen.
Der Vorfall ereignete sich inmitten anhaltender ukrainischer Drohnenangriffe auf die 2014 annektierte Krim. Der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, sprach von einem „gezielten“ Schlag; das Feuer erreichte die vierthöchste Komplexitätsstufe. Originalfragmente Roubauds von 1905 blieben erhalten, da sie in einer anderen Dependance lagerten. Eine unabhängige Untersuchung der Urheberschaft des Angriffs steht aus. Die britische Regierung hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Mit diplomatischen Reaktionen aus London und weiteren Stellungnahmen aus Moskau ist in den kommenden Tagen zu rechnen.
| Russische & GUS-Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
Russland beschuldigt Großbritannien, den Drohnenangriff auf das Museum von Sewastopol orchestriert zu haben, und behauptet, britische Spezialisten hätten die Flugmissionen geladen, während ukrainische Soldaten ahnungslos waren.
Die Anschuldigung wird plausibel gemacht, indem eine historische Erzählung konstruiert wird, die das Ereignis mit dem Krimkrieg verbindet und Großbritannien als revanchistischen Akteur darstellt.
Die russische Version erwähnt nicht, dass keine Beweise für die Anschuldigung vorgelegt wurden.
Der Bericht gibt die russische Anschuldigung wieder, stellt aber fest, dass keine Beweise vorgelegt werden, und wahrt einen vorsichtigen Ton.
Glaubwürdigkeit wird durch die Betonung des fehlenden Beweises aufgebaut, was darauf hindeutet, dass die Behauptung unbestätigt ist.
Die kontinentaleuropäische Version lässt den historischen Kontext des Krimkrieges und die Aussagen des russischen Außenministeriums aus, die die Anschuldigung untermauern.
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