
Hegseth sagt Israel-Besuch ab: Eskalation mit Iran überschattet F-35-Streit
Die geplante Reise des US-Verteidigungsministers sollte israelische Bedenken wegen einer möglichen F-35-Lieferung an die Türkei zerstreuen – nun zwingt die militärische Konfrontation mit Teheran zur Absage.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat seine für Mittwoch vorgesehene erste Amtsreise nach Israel kurzfristig abgesagt. Nach übereinstimmenden Berichten israelischer und amerikanischer Quellen erfolgte die Absage am Morgen des Reisetags, als die Vorbereitungen bereits liefen. Als unmittelbarer Anlass gelten die nächtlichen amerikanischen Luftangriffe auf mehr als 80 Ziele im Iran und die daraufhin von Teheran erklärte Vergeltung gegen US-Militärstandorte in Bahrain und Kuwait. Das Pentagon und das Weiße Haus haben sich zu der Absage bislang nicht offiziell geäußert.
Aus israelischer Sicht standen bei dem Besuch zwei Themen im Vordergrund: die Sorge um die qualitative militärische Überlegenheit Israels angesichts einer möglichen Lieferung von F-35-Tarnkappenjets an die Türkei sowie die operative Abstimmung mit dem US-Zentralkommando in der Iran-Frage. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich in einem CNN-Interview am Vortag kategorisch gegen einen F-35-Verkauf an Ankara ausgesprochen und erklärt, dies würde das Machtgleichgewicht im Nahen Osten zerstören, da die Türkei „aggressive Bestrebungen“ verfolge. Israel ist bislang der einzige Betreiber des Kampfflugzeugs in der Region.
In Washington hatte Präsident Donald Trump am Rande des NATO-Gipfels in Ankara die Bereitschaft signalisiert, die Sanktionen gegen die Türkei wegen des Kaufs des russischen S-400-Systems aufzuheben und den Weg für F-35-Lieferungen freizumachen. Aus türkischer Sicht besteht ein vertraglicher Anspruch auf die bereits bestellten Maschinen; Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach von einer „Zusage“ Trumps. Im US-Kongress formiert sich jedoch parteiübergreifend Widerstand gegen eine Aufhebung der gesetzlichen Blockade, die seit 2019 besteht. Die türkische Regierung wiederum wirft Israel vor, das von Pakistan vermittelte Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran zu untergraben.
Die Absage der Reise verschiebt die Klärung dieser Konfliktlinien auf unbestimmte Zeit. Aus Teheraner Sicht markieren die US-Angriffe einen Bruch der erst im Frühjahr vereinbarten Waffenruhe; die iranischen Revolutionsgarden reklamieren für sich, auf amerikanische Militärpräsenz in der Golfregion geantwortet zu haben. Trump erklärte das Memorandum of Understanding mit dem Iran für „beendet“. Ein neuer Termin für den Besuch Hegseths in Israel ist nicht bekannt; die diplomatische Agenda wird derzeit von der militärischen Eskalation überlagert.
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Der Iran verteidigt die regionale Stabilität und beschuldigt die USA und Israel der Kollusion. Er stellt sich auf die Seite der Türkei gegen die zionistische Entität.
Durch die ständige Bezeichnung Israels als 'besetzte Gebiete' und 'zionistisches Regime' delegitimiert die Erzählung den israelischen Staat und stellt jede US-israelische Zusammenarbeit als inhärent aggressiv dar. Diese rhetorische Wahl lässt den F-35-Verkauf an die Türkei als gerechtes Gegengewicht erscheinen.
Der iranische Block lässt die US-Luftangriffe auf den Iran in derselben Nacht aus, die den Besuch als Teil einer breiteren US-iranischen Konfrontation kontextualisieren würden.
Russland beobachtet die Dynamik zwischen den USA, Israel und der Türkei aus der Ferne und stellt die USA als Manager von Bündnisängsten dar. Es ergreift keine Partei, hebt aber die strategischen Auswirkungen auf das regionale Gleichgewicht hervor.
Durch die Verwendung neutraler Sprache und die Konzentration auf den diplomatischen Prozess präsentiert die russische Presse den Besuch als normalen Teil der US-Bündnispolitik und spielt Konflikte herunter. Die Erwähnung von Netanyahus Interview fügt eine sachliche Grundlage ohne emotionale Aufladung hinzu.
Das lateinamerikanische Medium berichtet über den Besuch als ein geradliniges diplomatisches Ereignis, ohne Stellung zu beziehen. Es konzentriert sich auf den logistischen Aspekt und die mögliche Störung durch US-Militäraktionen im Iran.
Durch das vollständige Weglassen des F-35-Kontexts reduziert der Bericht den Besuch auf ein routinemäßiges bilaterales Treffen und entzieht ihm seine geopolitische Bedeutung. Diese selektive Auslassung macht die Geschichte weniger kontrovers.
Der lateinamerikanische Block lässt das zentrale Thema des möglichen F-35-Verkaufs an die Türkei aus, der laut anderen Blöcken der erklärte Zweck des Besuchs ist.
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