
Disney wirft US-Medienaufsicht Zensur vor – Konflikt um „The View“ eskaliert
Die FCC prüft die Einstufung der Talkshow als Nachrichtenformat, während eine Umfrage wachsende Distanz zu Israel und den Einfluss von New Yorks Bürgermeister Mamdani belegt.
Zwischen dem Medienkonzern Disney und der von Präsident Donald Trump geführten Federal Communications Commission (FCC) ist ein offener Konflikt um die redaktionelle Unabhängigkeit der ABC-Talkshow „The View“ ausgebrochen. Auslöser ist eine Untersuchung der FCC, ob die Sendung gegen die Regel zur Gewährung gleicher Sendezeit für politische Kandidaten verstoßen hat. Disney bezeichnet das Vorgehen in einer Stellungnahme als Versuch der Behörde, „den Platz des Redakteurs einzunehmen“, und beruft sich auf den Schutz der Meinungsfreiheit durch den ersten Verfassungszusatz. Nach Angaben des Senders haben sich daraufhin mehr als 77.000 Zuschauer mit Kommentaren auf der FCC-Website hinter das Format gestellt.
Der Vorgang geht auf eine Äußerung der Moderatorin Sara Haines vom 24. Juni zurück, die die New Yorker Kongresskandidatin Darializa Avila Chevalier als „anti-semitisch“ bezeichnet hatte. Chevalier wird vom New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani unterstützt, dessen politisches Lager nach den Vorwahlen der Demokraten an Einfluss gewonnen hat. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Semafor legte ein Mitarbeiter Mamdanis bei ABC-Führungskräften Protest ein und warnte vor Auswirkungen auf künftige Auftritte. Die FCC unter ihrem Vorsitzenden Brendan Carr argumentiert hingegen, ABC solle sich auf die Erfüllung seiner Gemeinwohlverpflichtungen konzentrieren, statt die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Disney hält dem entgegen, dass „The View“ seit Jahrzehnten als Nachrichtensendung eingestuft sei und sich an diesem Status rechtlich nichts geändert habe – lediglich das politische Umfeld sei ein anderes.
Der Streit reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen zwischen der Trump-Administration und großen US-Medienhäusern ein. Der Präsident hatte zuvor Klagen gegen mehrere Fernsehsender und Zeitungen eingereicht; Disney selbst zahlte 2024 noch 15 Millionen Dollar zur Beilegung eines persönlichen Rechtsstreits mit Trump. In Washingtoner Regierungskreisen wird die Anwendung der Equal-Time-Rule auf ein meinungsstarkes Talkformat als Hebel gedeutet, um missliebige Berichterstattung zu disziplinieren. Aus Sicht von Disney stellt die Untersuchung einen verfassungsrechtlich bedenklichen Eingriff dar, weil sie den Sender zwingen könnte, Gäste einzuladen, die die Redaktion nie vorgesehen hat.
Parallel dazu veröffentlichte das Associated Press-NORC Center eine Umfrage, die eine deutliche Verschiebung in der Haltung der US-Öffentlichkeit zum Nahostkonflikt dokumentiert. Demnach sehen 30 Prozent der jüdischen Erwachsenen in den USA Israels Vorgehen in Gaza als Völkermord an; 49 Prozent verneinen dies. Bürgermeister Mamdani, der Kandidaten des linken Parteiflügels unterstützt, erreicht unter amerikanischen Juden mit 44 Prozent eine höhere Zustimmung als der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit 32 Prozent. In New Yorker Politikkreisen wird darauf verwiesen, dass Mamdanis Lager nach den Vorwahlsiegen dreier von ihm unterstützter Kandidaten an innerparteilichem Gewicht gewonnen hat. Die FCC-Untersuchung dauert an; eine Entscheidung über den Status von „The View“ steht noch aus.
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.50 | critical |
| Israelische Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
Mamdanis Lager protestiert gegen die antisemitische Anschuldigung und verteidigt seine Kandidatin.
Indem die Kontroverse auf einen lokalen Konflikt reduziert wird, werden die breiteren nationalen und internationalen Implikationen vermieden.
Der Block lässt die FCC-Untersuchung und die Verbindung zu den US-israelischen Beziehungen aus, die in anderen Blöcken zentral sind.
Disney verurteilt den Versuch der US-Regierung, die Meinungsfreiheit zu zensieren.
Indem die FCC-Maßnahme als Angriff auf den Ersten Verfassungszusatz dargestellt wird, wird Disneys Position legitimiert und staatliche Einmischung verurteilt.
Der Block lässt die Umfrage über amerikanische Juden und die Kritik an Netanyahu aus und konzentriert sich ausschließlich auf den Zensurstreit.
Die Umfrage zeigt, dass amerikanische Juden Mamdani Netanyahu vorziehen, was auf einen Bruch in der US-israelischen Achse hindeutet.
Durch die Verwendung statistischer Daten wird eine Meinungsverschiebung als objektive Tatsache dargestellt, ohne direkten Kommentar.
Der Block lässt die gesamte ABC-FCC-Kontroverse aus und konzentriert sich ausschließlich auf die Umfrage.
Die Trump-Regierung bedroht die Pressefreiheit und das Bündnis mit Israel, während Netanyahu an Unterstützung verliert.
Indem zwei scheinbar getrennte Krisen (Zensur und Israel-Beziehungen) zu einer einzigen Erzählung des Niedergangs verknüpft werden, wird das Gefühl der Dringlichkeit verstärkt.
Der Block lässt den lokalen Mamdani-Protest in New York aus und konzentriert sich auf nationale und internationale Aspekte.
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