
Waffenruhe gescheitert: USA und Iran attackieren sich erneut, Schiffsverkehr vor Hormus bricht ein
Nach der Aufkündigung des Waffenstillstands durch Präsident Trump haben die USA und Iran ihre gegenseitigen Angriffe intensiviert, was den Tankerverkehr durch die strategische Meerenge nahezu zum Erliegen brachte.
Die am 17. Juni vereinbarte Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran ist nach zwei Tagen wechselseitiger Militärschläge faktisch zusammengebrochen. Nach Angaben des US-Zentralkommandos griffen amerikanische Streitkräfte in der Nacht zum 9. Juli rund 90 militärische Ziele entlang der iranischen Küste an, darunter Luftabwehrsysteme, Raketendepots und Überwachungsanlagen. Tags zuvor waren bereits etwa 80 Ziele getroffen worden. Iranische Staatsmedien meldeten mindestens 14 Tote und 78 Verletzte. Die Revolutionsgarden reklamierten ihrerseits koordinierte Drohnen- und Raketenangriffe auf US-geführte Stützpunkte in Kuwait, Bahrain, Katar und Jordanien für sich. Präsident Donald Trump erklärte das unter seiner Vermittlung zustande gekommene Memorandum of Understanding für „beendet“, schloss aber spätere Gespräche nicht ausdrücklich aus.
Aus Washingtoner Sicht stellen die Angriffe eine Vergeltung für iranische Attacken auf drei Handelsschiffe dar, die Anfang der Woche die Straße von Hormus durchquerten. Das Pentagon betonte, die Operationen dienten dem Schutz der Freiheit der Schifffahrt. Ein nicht namentlich genannter US-Beamter ließ gegenüber dem Nachrichtenportal Axios durchblicken, die Dauer der Kampagne hänge vom weiteren Verhalten Teherans ab. Die iranische Führung hingegen wies jede Verantwortung für die Schiffsangriffe zurück und warf Washington vor, die schrittweise Wiedereröffnung der Wasserstraße zu sabotieren. Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Baqer Qalibaf, bekräftigte, die Meerenge werde sich nur „unter iranischen Regelungen“ öffnen. Die Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrates verurteilten die iranischen Angriffe auf ihre Territorien und riefen den UN-Sicherheitsrat zu einer „festen Haltung“ auf.
Die unmittelbaren Folgen treffen den globalen Energiehandel. Nach Daten des Analysehauses Kpler passierten am Donnerstag in den frühen Morgenstunden lediglich zwei Tanker die Straße von Hormus; in den Wochen zuvor waren es durchschnittlich 40 Schiffe täglich, vor dem Krieg rund 125 bis 140. Mehrere Reedereien schalteten die automatischen Identifikationssysteme ihrer Schiffe ab, und Kriegsversicherer empfahlen, Fahrten durch die Meerenge auszusetzen. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg zeitweise um mehr als sieben Prozent auf über 79 Dollar. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation warnte, rund 6000 Seeleute säßen noch immer im Persischen Golf fest.
Der erneute Gewaltausbruch verschiebt den Fokus des seit dem 28. Februar andauernden Konflikts endgültig von der ursprünglichen Frage des iranischen Nuklearprogramms hin zur Kontrolle der für den Welthandel zentralen Meerenge. Iran hat seine geografische Lage am Nordufer der Straße von Hormus in den vergangenen Monaten zu einem Druckmittel ausgebaut und verlangt von passierenden Schiffen Genehmigungen sowie Transitgebühren. Die Vereinigten Staaten bestehen dagegen auf dem Grundsatz der freien Durchfahrt. Vermittler aus Pakistan, Katar und Oman bemühen sich nach eigenen Angaben weiterhin um eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Eine nächste Gesprächsrunde ist derzeit nicht terminiert.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.60 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.80 | critical |
Die USA handeln, um die Freiheit der Schifffahrt zu schützen und iranische Aggression abzuschrecken, während sie die Tür für Diplomatie offen halten.
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