
Meta zieht KI-Bildfunktion auf Instagram nach weltweiter Kritik zurück
Der Konzern reagiert auf Datenschutzbedenken und den Druck aus Hollywood, während die EU-Kommission parallel ein Verfahren wegen suchtfördernder Plattformgestaltung vorantreibt.
Meta hat die erst am Dienstag eingeführte Funktion Muse Image auf Instagram wieder deaktiviert. Das Werkzeug erlaubte es Nutzern, durch die Erwähnung öffentlicher Profile KI-generierte Bilder auf Basis der dort hinterlegten Fotos zu erstellen. Die automatische Opt-in-Schaltung für alle öffentlichen Konten löste binnen Tagen eine Welle der Empörung aus, die von Privatnutzern über die US-Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA bis zu großen Talentagenturen wie der Creative Artists Agency reichte. Meta räumte ein, die Funktion habe "das Ziel verfehlt", und nahm sie am Freitag offline.
Der Kern der Kritik lag in der fehlenden ausdrücklichen Zustimmung. Anders als von Datenschützern gefordert, mussten Betroffene die Verwendung ihrer Bilder nicht aktiv erlauben, sondern konnten sie nur nachträglich in den Einstellungen unterbinden. Aus Hollywood hieß es, ein solcher Mechanismus sei eine "krasse Fehleinschätzung der öffentlichen Stimmung" angesichts der bekannten Risiken nicht einwilligungsfähiger digitaler Repliken. Die Gewerkschaft begrüßte die Rücknahme als "verantwortungsvollen Schritt". Der Vorgang reiht sich in eine Serie von Rückziehern bei KI-Bildgeneratoren ein: OpenAI hatte seinen Videogenerator Sora nach ähnlichen Urheberrechtsbedenken wieder eingestellt, und Googles KI-Bildfunktionen standen ebenfalls in der Kritik.
Zeitgleich verschärft sich der regulatorische Druck auf Meta in Europa. Die EU-Kommission veröffentlichte vorläufige Ergebnisse einer Untersuchung nach dem Gesetz über digitale Dienste, wonach die Plattformen Facebook und Instagram durch Merkmale wie endloses Scrollen, automatische Videowiedergabe und personalisierte Empfehlungsalgorithmen eine "suchtfördernde" Wirkung entfalten. Aus Brüsseler Sicht sind die bestehenden Jugendschutzeinstellungen und Zeitmanagement-Tools unzureichend. Die Kommission fordert eine grundlegende Neugestaltung, etwa die standardmäßige Deaktivierung von Autoplay und unendlichen Feeds. Sollte sich der Verdacht erhärten, droht Meta eine Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – bei den für 2025 ausgewiesenen rund 201 Milliarden Dollar ein theoretischer Milliardenbetrag.
Parallel dazu wehrt sich der Konzern gegen ein richtungsweisendes Urteil aus Kalifornien. Ein Geschworenengericht hatte Meta und YouTube im März zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt, weil deren Designmerkmale – darunter das endlose Scrollen – maßgeblich zur Suchtentwicklung einer jungen Klägerin beigetragen hätten. Meta hat Berufung eingelegt und argumentiert, die psychische Gesundheit Jugendlicher sei "hochkomplex und nicht auf eine einzelne App zurückzuführen". Auch Google kündigte Rechtsmittel an. Der Ausgang dieses Verfahrens könnte Signalwirkung für tausende ähnliche Klagen in den Vereinigten Staaten entfalten.
Die Vorfälle verdeutlichen den wachsenden Zielkonflikt zwischen der raschen Integration generativer KI in soziale Netzwerke und den Anforderungen an Privatsphäre, Jugendschutz und Urheberrecht. Während Meta mit Muse Spark 1.1 bereits ein neues KI-Modell für Entwickler vorstellte und einen KI-Videogenerator für die kommenden Monate ankündigt, bleibt die Frage offen, ob und in welcher Form die Bildfunktion auf Instagram zurückkehrt. Die nächste faktische Wegmarke ist die abschließende Entscheidung der EU-Kommission im Verfahren nach dem Digital Services Act, die den Handlungsrahmen für Plattformdesign in Europa neu justieren könnte.
| Lateinamerikanische Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.70 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
Meta violated user trust by enabling by default a feature that exploits their photos without permission, and only after protests did it backtrack.
Emphasizing the lack of consent and the default-on nature to provoke outrage and prompt users to disable it.
It omits the criticisms from cybersecurity agencies and Hollywood studios, which also condemned the feature.
Every user's digital identity is now at risk: Meta created a tool that can clone anyone without permission, and the threat is immediate.
Using the cloning metaphor to personalize the threat and make the issue concrete and urgent for every reader.
It does not report that Meta has already suspended the feature after protests, giving the impression it is still active and dangerous.
Meta launched a controversial feature, but after authoritative criticism from Hollywood and cybersecurity firms, it quickly pulled it, showing responsibility.
Presenting the story as a news event with authoritative sources to legitimize criticism without appearing biased, and highlighting Meta's swift reaction.
It does not delve into the privacy implications for ordinary users, focusing instead on elite and corporate reactions.
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