
Wie Schlafmangel und Ernährung den Stoffwechsel beeinflussen – neue Erkenntnisse
Sechs Wochen mit verkürztem Schlaf reichen aus, um das Körpergewicht messbar zu erhöhen, während gleichzeitig die Wahl der Lebensmittel auf die Schlafqualität zurückwirkt.
Bereits eine moderate Verkürzung der Nachtruhe um 90 Minuten über sechs Wochen führt zu einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von rund 450 Gramm. Das geht aus einer kontrollierten Studie der Columbia University in New York hervor, an der knapp 100 Erwachsene teilnahmen. Die Probanden, die zuvor sieben bis acht Stunden schliefen, verbrachten unter Schlafmangel täglich 17 Minuten mehr im Sitzen; bei Männern und postmenopausalen Frauen stieg die sitzende Zeit sogar um fast 30 Minuten. Die Forscher sehen darin einen Mechanismus, der langfristig das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
Die Befunde fügen sich in ein wachsendes Bild wechselseitiger Abhängigkeiten zwischen Schlaf und Ernährung. Eine im Fachblatt Health veröffentlichte Übersichtsarbeit zeigt, dass eine ballaststoffreiche Kost die Schlafqualität verbessern kann, indem sie die Darmflora günstig beeinflusst und die Produktion des Schlafhormons Melatonin über die Vorstufe Serotonin unterstützt. Umgekehrt belegt eine Analyse der University of Warwick an 1300 Erwachsenen, dass eine zuckerreiche Ernährung mit stärkerer Müdigkeit einhergeht. Auch künstliche Süßstoffe stehen im Verdacht, den Stoffwechsel zu stören: Eine Metaanalyse von 21 randomisierten Studien, durchgeführt an der Tufts University in Boston, bringt sie mit erhöhten Nüchterninsulinwerten und einer verschlechterten Langzeitblutzuckerkontrolle in Verbindung.
Für die kardiovaskuläre Gesundheit erweisen sich sowohl Bananen als auch Orangen als vorteilhaft, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während Bananen durch ihren hohen Kaliumgehalt den Blutdruck senken helfen, punkten Orangen mit löslichen Ballaststoffen und Flavonoiden, die das LDL-Cholesterin reduzieren. Eine im BMJ Open publizierte Untersuchung an über 3200 Personen ab 50 Jahren ergab zudem, dass eine mediterrane Ernährungsweise mit einem höheren psychologischen Wohlbefinden einhergeht – ein Effekt, der auch während der Pandemie stabil blieb.
Die Studienlage unterstreicht, dass Schlaf und Ernährung keine isolierten Gesundheitsfaktoren sind. Die nächste Forschungsetappe wird klären müssen, ob eine gezielte Verbesserung der Schlafdauer und -qualität die negativen metabolischen Effekte umkehren kann. Die Columbia-Gruppe plant bereits Folgestudien, um die langfristigen Auswirkungen einer Schlafoptimierung auf Gewicht und Stoffwechsel zu messen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.40 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
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