
Ölpreise steigen um mehr als 5 Prozent nach Trumps Aufkündigung der Waffenruhe mit Iran
Die Erklärung des US-Präsidenten, das Abkommen mit Teheran sei „vorbei“, sowie neue Militärschläge beider Seiten lassen die Furcht vor Lieferunterbrechungen am Persischen Golf wieder aufflammen.
Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg am Mittwoch um bis zu 6,3 Prozent auf 78,80 US-Dollar je Barrel, nachdem US-Präsident Donald Trump am Rande des NATO-Gipfels in Ankara das vorläufige Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran für beendet erklärt hatte. Auch die US-Referenzsorte West Texas Intermediate legte um mehr als 6 Prozent auf rund 75 Dollar zu. Auslöser der Kursbewegung war die Sorge vor einer erneuten Eskalation der Feindseligkeiten, die den Transit durch die Straße von Hormus – über die rund ein Fünftel des globalen Ölhandels läuft – erneut einschränken könnte.
Der Preissprung folgte auf eine Serie wechselseitiger Militärschläge. Die US-Streitkräfte hatten in der Nacht zum Mittwoch nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran angegriffen, als Reaktion auf iranische Attacken auf drei Handelsschiffe nahe der omanischen Küste. Teheran wies die Verantwortung für die Schiffsangriffe zurück und meldete seinerseits Vergeltungsschläge gegen 85 amerikanische Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait. Das US-Finanzministerium widerrief zudem eine erst zwei Wochen zuvor erteilte Ausnahmegenehmigung, die dem Iran den Verkauf von Erdöl auf dem Weltmarkt gestattet hatte; für die Abwicklung laufender Geschäfte setzte es eine Frist bis zum 17. Juli.
An den Finanzmärkten weitete sich die Verunsicherung aus. Der Deutsche Aktienindex gab um 2,1 Prozent nach, der Euro Stoxx 50 verlor 1,9 Prozent. In Asien brach der südkoreanische Kospi um 5,4 Prozent ein, belastet von Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten, nachdem selbst starke Geschäftszahlen von Samsung Electronics die Zweifel an den hohen Bewertungen im KI-Sektor nicht zerstreuen konnten. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen stiegen auf ein Monatshoch von 3,06 Prozent, da Anleger ein Wiederaufflammen der Inflationsrisiken einpreisten. Beobachter in London und Singapur verwiesen darauf, dass die Rohöllagerbestände der strategischen US-Reserve auf den tiefsten Stand seit 1983 gesunken seien, was die Anfälligkeit für Angebotsschocks erhöhe.
Das im Juni unter Vermittlung Katars geschlossene Memorandum of Understanding hatte eine 60-tägige Verhandlungsphase und die gebührenfreie Passage durch die Straße von Hormus vorgesehen. Der Iran beharrte jedoch darauf, die Routen der Schiffe kontrollieren und später Durchfahrtsgebühren erheben zu wollen. Das Schiffsaufkommen in der Meerenge hatte sich zuletzt auf etwa ein Drittel des Vorkriegsniveaus erholt, lag aber weit unter den früher üblichen mehr als 100 Durchfahrten pro Tag. Mit der Aufkündigung des Abkommens durch Washington und den neuen Angriffen ist die vereinbarte Verhandlungsfrist faktisch außer Kraft gesetzt. Das nächste datierte Ereignis, an dem sich die weitere Entwicklung ablesen lässt, ist der 17. Juli, bis zu dem die USA die Abwicklung iranischer Ölgeschäfte noch dulden.
| Russische & GUS-Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
Russland schiebt die Verantwortung für die Eskalation Washington zu und beschuldigt Trump, den Waffenstillstand sabotiert zu haben.
Verwendet direkte Zitate von Trumps Worten, um eine lineare Kausalität zwischen seinen Aussagen und dem Preisverfall herzustellen, ohne die iranischen Angriffe auf Schiffe zu erwähnen.
Der russische Block lässt die Tatsache aus, dass die US-Angriffe eine Reaktion auf iranische Angriffe auf Handelsschiffe waren, und konzentriert sich ausschließlich auf Trumps Aussagen.
Die Vereinigten Staaten handeln, um die Freiheit der Schifffahrt zu verteidigen, und reagieren entschlossen auf iranische Angriffe.
Verwendet ein Zitat eines US-Beamten, um die Aktionen als reaktiv und verhältnismäßig zu legitimieren, wobei der Kontext des fragilen Waffenstillstands ausgelassen wird.
Der atlantische Block lässt Trumps Aussagen über das Ende des Waffenstillstands und die Rolle der iranischen Angriffe als Vorwand aus und stellt die US-Aktionen als rein reaktiv dar.
Die Golfstaaten beobachten die Eskalation mit Besorgnis und fürchten um die Sicherheit ihrer eigenen Exporte.
Verwendet lokale Marktdaten (Murban) und eine Sprache der 'Ängste', um ein Gefühl gemeinsamer Verwundbarkeit zu erzeugen, ohne Schuld zuzuweisen.
Der Golf-Block lässt die Aufhebung der iranischen Ölverkaufslizenz durch die USA und Trumps Aussagen aus und konzentriert sich nur auf die Angriffe auf Schiffe und die Marktreaktion.
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