
Collina weist nach Argentiniens 3:2 gegen Ägypten jeden Einfluss auf die Schiedsrichter zurück
Der FIFA-Schiedsrichterchef verteidigt die VAR-Entscheidungen der Achtelfinalpartie und betont die Unabhängigkeit der Unparteiischen – in Kairo spricht man von einer gesteuerten WM.
Argentinien drehte einen 0:2-Rückstand und zog durch ein 3:2 gegen Ägypten ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2026 ein. Die Partie in Atlanta kippte nach einer umstrittenen Szene: Beim Stand von 2:0 für die Nordafrikaner erzielte Mostafa Ziko in der 57. Minute das vermeintliche 3:0, doch der französische Schiedsrichter erkannte den Treffer nach Videobeweis ab. In der Entstehung war der Ägypter Marwan Attia auf den Fuß von Lisandro Martínez getreten. Später fiel das argentinische Siegtor, nachdem Julián Álvarez im Mittelfeld gegen Mohamed Salah den Ball erobert hatte – ein Kontakt, den die Ägypter als Foul werteten und vehement eine Penalty-Entscheidung forderten.
Pierluigi Collina, der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichterkommission, nahm zu beiden Szenen ausführlich Stellung. Nach jedem Tor überprüfe der Videoassistent die gesamte Angriffsphase, nicht nur die letzte Aktion vor dem Abschluss, erklärte er. Es gebe weder eine zeitliche noch eine räumliche Begrenzung für die Rückverfolgung. Attias Tritt auf den Fuß des Argentiniers sei eine klare Regelwidrigkeit gewesen, die das Tor beeinflusst habe. Der Zweikampf zwischen Salah und Álvarez hingegen sei ein normaler, fußballtypischer Kontakt gewesen, bei dem der Verteidiger zuerst den Ball gespielt habe. Collina betonte, die Unparteiischen träfen ihre Entscheidungen ehrlich und unabhängig – „niemand kann behaupten, dass die FIFA-Schiedsrichterei von irgendjemandem beeinflusst werden kann, nicht einmal vom FIFA-Präsidenten Gianni Infantino“.
In Kairo und in weiten Teilen der arabischen Presse stießen diese Erklärungen auf scharfe Ablehnung. Der ägyptische Verband und Nationaltrainer Hossam Hassan legten offiziell Protest ein. Stürmer Mostafa Ziko warf dem Weltverband vor, das Turnier zugunsten Lionel Messis und Argentiniens zu lenken. Arabische Medien verwiesen zudem auf eine nicht geahndete Trikot-Zug-Szene an Hamdi Fathi im Strafraum beim Stand von 2:2, zu der sich Collina nicht äußerte. Die ägyptische Delegation sah in der Gesamtheit der Entscheidungen eine Benachteiligung, die den Einzug in die Runde der letzten Acht verhinderte.
Collina wies die Vorwürfe als haltlos zurück und warnte, dass unbegründete Anschuldigungen gegen die Integrität der Schiedsrichter zu Drohungen gegen die Unparteiischen und ihre Familien führen könnten. Er räumte ein, dass bei der hohen Zahl von 96 Spielen in kurzer Zeit vereinzelt Fehler vorkämen, zeigte sich aber insgesamt zufrieden mit dem Niveau der Spielleitungen. Die Debatte um externe Einflussnahme war zuvor bereits durch die Rücknahme einer Roten Karte für den US-Amerikaner Folarin Balogun angefacht worden, nachdem Präsident Donald Trump öffentlich eine Überprüfung gefordert hatte. Collina nutzte die Gelegenheit, um die vollständige Autonomie des Schiedsrichterwesens zu bekräftigen.
Argentinien trifft im Viertelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Deutschland und Kroatien. Ägypten scheidet nach der Aufholjagd der Südamerikaner aus, während die Diskussion über die Rolle des Videobeweises und die Grenzen des Protokolls die zweite Turnierhälfte begleiten wird.
| Iranische & verwandte Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | −0.20 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.10 | neutral |
Collinas Erklärung ist klar: Schiedsrichter sind unabhängig, ägyptische Proteste sind unbegründet und das VAR-System hat korrekt funktioniert.
Der iranische Block verwendet einen distanzierten, technischen Ton, der Collinas Aussagen als objektive Tatsachen präsentiert, ohne emotionale Beteiligung, um die Neutralität Irans in der Kontroverse zu legitimieren.
Es lässt die ägyptischen Vorwürfe der Voreingenommenheit und die detaillierte Beschreibung der Unzufriedenheit der Spieler und des Verbandes aus.
Ägypten wurde beraubt. Die Schiedsrichterentscheidungen waren falsch. Collina versucht, das Unrecht zu rechtfertigen.
Der Golfblock betont die ägyptischen Emotionen und Anschuldigungen, stellt Ägypten als Opfer eines unfairen Systems dar und spielt Collinas technische Erklärungen herunter.
Es lässt die Möglichkeit aus, dass die Entscheidungen regelkonform waren, und den Kontext, dass Ägypten eine 2:0-Führung verspielt hat.
Trump kann die Schiedsrichter nicht beeinflussen. Collina hat das klargestellt. Der Fußball muss unabhängig von der Politik bleiben.
Der lateinamerikanische Block hebt Trumps Einmischung hervor, hebt die Frage zu einem Konflikt zwischen politischer Macht und Sport an und nutzt die Episode, um die Autonomie des Fußballs zu bekräftigen.
Es lässt die spezifische Diskussion der Entscheidungen des Spiels Argentinien–Ägypten aus und konzentriert sich nur auf den Balogun-Fall und Trump.
Ägypten wurde Opfer von Schiedsrichterfehlern. Collina kann nicht alles rechtfertigen. Drohungen gegen Schiedsrichter sind ein Fehler, aber die Frustration ist legitim.
Der arabische Levante-Maghreb-Block stellt die Kontroverse als erlittenes Unrecht dar, jedoch mit einem moderateren Ton als der Golf, und erkennt auch Drohungen als problematisch an.
Es lässt die detaillierte Erklärung der VAR-Regeln und die Tatsache aus, dass Ägypten trotz der Entscheidungen Chancen auf den Sieg hatte.
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