
Jorge Jesus übernimmt Portugals Nationalelf – und setzt auf Cristiano Ronaldo
Der 71-Jährige tritt die Nachfolge von Roberto Martínez an, der nach dem WM-Aus gegen Spanien zurücktrat, und erhält einen Vertrag bis 2030.
Nur vier Tage nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus gegen Spanien bei der Weltmeisterschaft 2026 hat der portugiesische Fußballverband Jorge Jesus als neuen Nationaltrainer präsentiert. Der 71-Jährige, der zuletzt Al-Nassr in Saudi-Arabien zur Meisterschaft geführt hatte, wurde am Freitag in Lissabon offiziell vorgestellt und tritt die Nachfolge des Spaniers Roberto Martínez an. Martínez hatte unmittelbar nach der 0:1-Niederlage gegen den iberischen Nachbarn seinen Rücktritt erklärt und damit den Weg für eine rasche Neuordnung freigemacht.
Jesus bringt die Erfahrung aus fast vier Jahrzehnten im Klubfußball mit, daraus stechen Stationen bei Benfica, Sporting Lissabon und Flamengo Rio de Janeiro hervor, mit dem er 2019 die Copa Libertadores und die brasilianische Meisterschaft gewann. Es ist seine erste Aufgabe als Nationaltrainer. Wie portugiesische Medien unter Berufung auf Verbandsquellen berichten, beläuft sich sein Jahresgehalt auf rund vier Millionen Euro – ein Bruchteil der zwölf Millionen, die er in Saudi-Arabien bezogen hatte. Der Kontrakt läuft bis zur Weltmeisterschaft 2030, die Portugal gemeinsam mit Spanien und Marokko ausrichten wird, und schließt die Europameisterschaft 2028 ein.
Im Mittelpunkt der Präsentation stand die Frage nach der Zukunft von Cristiano Ronaldo. Der 41-jährige Kapitän hatte nach dem WM-Aus erklärt, dass das Turnier sein letztes gewesen sei, eine Entscheidung über seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft aber offengelassen. Jesus, der Ronaldo in der abgelaufenen Saison bei Al-Nassr trainierte und mit ihm 29 Tore in 33 Spielen feierte, stellte klar: „Cristiano wird niemals ein Problem sein – weder für die Nationalelf noch für mich.“ Er werde den Stürmer berufen, solange dieser spiele und die nötige Verfassung mitbringe. Beobachter in Brasilien und der arabischen Welt verweisen auf das enge Vertrauensverhältnis, das die beiden in Riad aufgebaut haben.
Zugleich ließ Jesus keinen Zweifel an seinem leistungsorientierten Ansatz. Er erinnerte an seine Zeit bei Al-Hilal, als er Neymar mit den Worten „Du bist fertig“ konfrontiert habe, weil dessen körperliche Verfassung nicht mehr für das höchste Niveau gereicht habe. Diese Episode, die in brasilianischen und portugiesischen Medien breit rezipiert wurde, unterstreicht, dass der neue Coach bereit ist, unbequeme Entscheidungen zu treffen – unabhängig vom Namen.
Das erste Länderspiel unter Jesus findet am 24. September in der Nations League gegen Wales statt. Der Verband erwartet von dem erfahrenen Taktiker nicht nur eine sportliche Neuausrichtung nach dem frühen WM-Scheitern, sondern auch den Aufbau einer Mannschaft, die bei der Heim-WM 2030 konkurrenzfähig ist. Aus mitteleuropäischer Perspektive wird dabei besonders interessieren, wie Jesus die Generation um Ronaldo mit jüngeren Kräften verzahnt und ob Portugal rechtzeitig zur EM 2028 wieder zu einem ernsthaften Titelanwärter reift.
| Lateinamerikanische Presse | +0.40 | aligned |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.30 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | 0.00 | neutral |
Brazil embraces Jorge Jesus as a national hero, celebrating his charisma and ability to handle star players.
The narrative relies on personal anecdotes and provocative statements (Neymar 'finished') to build a charismatic image of the coach, turning the news into a personality story rather than a strategic one.
The tactical analysis of Portugal's defeat and the structural reasons for the coaching change are omitted, replaced by a focus on Jesus' personality.
Iran views Jesus' appointment as a belated and insufficient measure, using a proverb to express skepticism.
The Persian proverb 'antidote after Sohrab's death' frames the decision as futile, implying that any action now is too late to change the outcome.
The four-year contract and long-term perspective are omitted, focusing solely on the immediate failure.
Sub-Saharan Africa reports the news with detachment, emphasizing continuity with Ronaldo and the response to criticism.
The use of official sources and direct quotes creates a balanced, judgment-free account, giving space to both facts and the coach's opinions.
The Neymar controversy and the emphasis on Jesus' charisma, present in other blocs, are omitted.
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