
Ägyptens dramatisches WM-Aus gegen Argentinien: Salahs Neuanfang und die Schiedsrichterdebatte
Nach einer 2:0-Führung bis zur 79. Minute scheitert Ägypten im Achtelfinale an Argentinien, wird daheim aber als Heldenteam empfangen – während der Verband offiziell protestiert.
Die ägyptische Nationalmannschaft schied im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 mit einem 2:3 gegen Titelverteidiger Argentinien aus, nachdem sie bis zur 79. Minute mit 2:0 geführt hatte. Die Südamerikaner erzielten binnen dreizehn Minuten drei Tore und drehten die Partie in Atlanta. Für die „Pharaonen“ endete damit das erfolgreichste Turnier ihrer Geschichte, das ihnen den ersten WM-Sieg überhaupt (3:1 gegen Neuseeland) und den ersten Einzug in die K.-o.-Runde beschert hatte. Im Sechzehntelfinale bezwangen sie Australien im Elfmeterschießen.
Die Rückkehr der Mannschaft am 10. Juli geriet zu einem Triumphzug. Tausende Anhänger empfingen das Team am Flughafen von El Alamein und begleiteten den offenen Bus durch die Küstenstadt. Kapitän Mohamed Salah, der in den sozialen Medien einen „Neuanfang für den ägyptischen Fußball“ versprach und strukturelle Reformen forderte, wurde ebenso gefeiert wie Trainer Hossam Hassan. Dieser hatte während des Turniers mehrfach eine palästinensische Flagge gezeigt und nach dem Australien-Spiel den Sieg dem palästinensischen Volk gewidmet. Nach dem Argentinien-Spiel spuckte Hassan in Richtung eines argentinischen Fans, der eine israelische Flagge schwenkte, und geriet mit einem Fotografen aneinander.
Aus ägyptischer Sicht war die Niederlage von Fehlentscheidungen des französischen Schiedsrichters François Letexier überschattet. Der Verband legte bei der FIFA Beschwerde ein und forderte eine Untersuchung. Hassan sprach von „Ungerechtigkeit“ und warf dem Weltverband vor, das Turnier auf Argentinien und Lionel Messi auszurichten. Die FIFA-Schiedsrichterkommission unter Pierluigi Collina wies die Vorwürfe als „unbegründet“ zurück und betonte die Integrität der Unparteiischen. Salah selbst distanzierte sich später von Betrugsvorwürfen und erklärte, Emotionen hätten die Reaktionen bestimmt.
Ungeachtet der Kontroverse verlängerte der ägyptische Verband den Vertrag mit Hassan und seinem Zwillingsbruder Ibrahim, dem Teammanager, laut Medienberichten bis 2030. Präsident Abdel Fattah al-Sisi empfing die Mannschaft und würdigte die „ehrenhafte Leistung“. Der öffentliche Druck, die angekündigten Reformen im Jugend- und Vereinsfußball umzusetzen, lastet nun auf Verband und Trainerteam. Die nächste große Bewährungsprobe ist die Afrikameisterschaft 2025, bei der Ägypten unter Hassan bereits das Halbfinale erreicht hatte.
| Südostasiatische Presse | +0.70 | aligned |
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