
SK Hynix setzt mit 26,5-Milliarden-Dollar-Debüt an der Nasdaq Massstäbe
Die südkoreanische Chipherstellerin hat den grössten Börsengang eines ausländischen Unternehmens in den USA vollzogen und damit die KI-getriebene Rally an den asiatischen und amerikanischen Märkten neu befeuert.
Die American Depositary Receipts (ADRs) der SK Hynix eröffneten am Freitag an der Nasdaq mit einem Aufschlag von 17 Prozent auf den Ausgabepreis von 149 Dollar. Das Unternehmen hatte am Vortag 177,9 Millionen ADRs platziert und damit 26,5 Milliarden Dollar erlöst – die grösste Erstemission eines ausländischen Emittenten in den USA und die zweitgrösste Aktienplatzierung weltweit nach dem SpaceX-IPO im Vormonat. Die Nachfrage überstieg das Angebot um mehr als das Siebenfache, was den ungebrochenen Appetit institutioneller Anleger auf Engagements entlang der KI-Wertschöpfungskette unterstreicht.
Die Mittel aus der Notierung fliessen in den Ausbau der südkoreanischen Fertigungskapazitäten und die Beschaffung von EUV-Scannern. SK Hynix kontrolliert nach eigenen Angaben mehr als 56 Prozent des globalen Marktes für High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM), die in KI-Beschleunigern von Nvidia und AMD zum Einsatz kommen. Aus Seouler Sicht soll das US-Listing die Bewertungslücke zum amerikanischen Konkurrenten Micron verringern: Während Micron mit dem 13-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt wird, notiert SK Hynix in Seoul lediglich beim 5,8-Fachen.
Die Platzierung verlieh den asiatischen Leitbörsen Auftrieb. Der Kospi schloss 2,5 Prozent fester, der Nikkei 225 legte 1,2 Prozent zu. An der Wall Street stützten die Technologiewerte den S&P 500, der 0,4 Prozent zulegte, während der Philadelphia Semiconductor Index im Handelsverlauf um 3 Prozent stieg. Europäische Indizes zeigten sich verhaltener; der Stoxx 600 beendete den Tag nahezu unverändert und steuert auf einen Wochenverlust zu. Die erneuten militärischen Schlagabtausche zwischen den USA und dem Iran belasteten die Stimmung nur vorübergehend, nachdem Präsident Trump erklärte, die technischen Gespräche würden fortgesetzt, auch wenn die Waffenruhe beendet sei. Der Brent-Preis gab einen Grossteil seiner konfliktbedingten Aufschläge wieder ab und notierte bei 76 Dollar je Barrel.
In Tokio wertete der Yen auf, nachdem Finanzministerin Katayama Überlegungen ankündigte, Pensionsfonds zu höheren Engagements in heimischen Anlagen zu bewegen. Marktteilnehmer werteten dies als strukturelles Signal zur Stützung der Währung, die zuvor nahe ihrem 40-Jahres-Tief notiert hatte. Der Dollar fiel daraufhin um 0,5 Prozent auf 161,61 Yen.
Die kommende Woche rückt die US-Inflationsrate für Juni sowie den Beginn der Berichtssaison zum zweiten Quartal in den Fokus. Grosse amerikanische Banken legen ihre Zahlen vor; Analysten rechnen für den S&P 500 mit einem Gewinnanstieg von 24 Prozent im Vorjahresvergleich, getrieben vor allem vom Technologiesektor. Zudem wird die Anhörung von Fed-Chairman Warsh vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses Aufschluss über den geldpolitischen Kurs geben.
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SK Hynix hat das größte US-Debüt eines ausländischen Unternehmens aller Zeiten geliefert und bewiesen, dass KI-Nachfrage geopolitisches Rauschen überlagert. Die tiefen Kapitalpools des Marktes finanzieren die nächste Infrastrukturwelle.
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